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"Meine Bilder sollen Mut machen"

Die Stuttgarter Künstlerin Richild von Holtzbrinck stiftet dem DKFZ eine Serie von Ölgemälden und Zeichnungen, die sie unter dem Namen Richild Holt angefertigt hat. Die bewegenden Bilder haben einen sehr persönlichen Hintergrund: Sie zeigen die Malerin vor und nach ihrer Brustkrebsoperation.

© Richild Holtz, Detlef Göckeritz, Fotografie/Medientechnik, Stuttgart

Im August 1987 diagnostizierten Ärzte bei Richild von Holtzbrinck Krebs: In ihrer linken Brust wuchsen mehrere Tumoren, einer davon gehörte zu einem Typus, der dazu neigt, spiegelbildlich aufzutreten. Die niederschmetternde Prognose lautete, dass die Malerin vielleicht noch zwei Jahre zu leben hätte. Ein Fehlurteil, wie sich zeigte, denn trotz seiner Größe hatte der Krebs glücklicherweise keine Metastasen gebildet. Um das Risiko einer erneuten Krebserkrankung zu minimieren, ließ die Künstlerin schließlich auch ihre rechte Brust chirurgisch entfernen. Wie sich ihr Körper durch die Krankheit verändert hat, hielt sie mit Pinsel und Farbe auf Leinwand fest. Die einzigartigen Selbstportraits, die sie als Malerin Richild Holt anfertigte, entstanden zwischen 1986 und 1990 und zeigen die Künstlerin vor und nach ihren Brustkrebsoperationen. Es sind beeindruckende Arbeiten, die keine Parallele auf dem Kunstmarkt haben.

Zusammen mit diesen Aktportraits stiftet die Künstlerin dem DKFZ Zeichnungen von Mitpatienten und Mitpatientinnen, die während ihres Aufenthalts in den Kliniken entstanden sind. Da die Skulptur „Amazone“, eine Bronzeplastik von Frédérique Edy, in innerer Verwandtschaft zu den Gemälden steht, findet gleichzeitig auch sie eine neue Heimat in Heidelberg.

Die dauerhaft im DKFZ installierte Ausstellung „Metamorphose“ wurde am 28. Februar von Richild von Holtzbrinck gemeinsam mit den DKFZ-Vorständen Michael Baumann und Josef Puchta eröffnet. Die Laudatio auf die Künstlerin hielt Alexander Bosse, der Ärztliche Direktor des Instituts für Pathologie am Klinikum Stuttgart. Als besondere Überraschung überreichte Richild von Holtzbrinck einen Scheck über 50.000 Euro, die sie zusätzlich für die Krebsforschung am DKFZ spendete.

„Wir sind Richild von Holtzbrinck außerordentlich dankbar für ihre großzügige Spende und die schöne und bewegende Werkgruppe, die wir dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagte der Kaufmännische DKFZ-Vorstand Josef Puchta zur Ausstellungseröffnung. „Diese sehr berührende Kunst ermutigt uns im Deutschen Krebsforschungszentrum, weiterhin intensiv und beharrlich die Krebsforschung voranzubringen und mit allen Kräften daran zu arbeiten, dass Krebs noch besser behandelbar und heilbar wird“, ergänzte Michael Baumann, der Wissenschaftliche Vorstand des DKFZ.

„Ich habe immer gemalt und gezeichnet, was mich bewegt hat, so auch diese autobiographischen Bilder. Diese zuerst im National Arts Club in New York und später im Nationalmuseum in Prag in einer Ausstellung zu zeigen, war ein Akt der Bewältigung“, erklärte die Künstlerin. Sie berichtete, dass die Gemälde auch ihrem Mann, ihren Kindern und anderen Brustkrebspatientinnen halfen, etwas zu begreifen, was nicht zu formulieren war: „Diese Bilder bannen den Schrecken, der einem durch diese Krankheit widerfährt, indem sie ihn sichtbar und fassbarer machen. Ich weiß, dass sie dadurch, so schlimm sie auch sind, Hoffnung erzeugen und Mut machen können. Das ist auch der Grund, warum ich sehr froh bin, dass diese Bilder nun an einen Ort kommen, an dem sie richtig sind.“

// Nicole Schuster

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