Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Sonderforschungsbereich zum Wnt-Signalweg geht in die zweite Förderperiode

Nr. 31c3 | 08.06.2021

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den 2017 gegründeten Sonderforschungsbereich „Mechanismen und Funktionen des Wnt-Signalwegs" (SFB 1324) für weitere vier Jahre mit rund 11,5 Mio. Euro. Die SFB-Forscherinnen und Forscher untersuchen das Netzwerk der Wnt-Signalproteine, dessen Fehlregulation schwere Erkrankungen wie Krebs zur Folge haben kann.

© N. Rindtorff J. Betge DKFZ, UMM

Sprecher des SFB 1324 ist Michael Boutros von der Universität Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Im SFB 1324 arbeiten in der Rhein-Neckar Region institutionsübergreifend Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des DKFZ, des EMBL und der Universität Heidelberg mit dem Centre for Organismal Studies, dem Biochemie-Zentrums, dem Interdisziplinären Zentrum für wissenschaftliches Rechnen und den beiden medizinischen Fakultäten in Heidelberg und Mannheim eng zusammen. Der Sonderforschungsbereich ist am Centre for Organismal Studies der Universität Heidelberg angesiedelt.

Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten im SFB 1324 stehen die Wnt-Proteine, die zentrale Prozesse in der Embryonalentwicklung und der Zelldifferenzierung sowie bei der Tumorentstehung steuern. Sie sind bereits sehr früh in der Evolution der Tiere entstanden und spielen auch bei vielen Krankheiten des Menschen eine wichtige Rolle. Als universelle Entwicklungsfaktoren im Tierreich regulieren sie die Entwicklung von Organen und kontrollieren das Verhalten von Stammzellen; zudem sind sie an der Herausbildung der Körperachsen und der Musterbildung beteiligt. Treten im Wnt-Signalnetzwerk durch Mutationen oder epigenetische Fehlregulation Störungen auf, können schwere Erkrankungen wie Krebs die Folge sein.

Die am Sonderforschungsbereich beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen den Wnt-Signalweg mithilfe biochemischer, biophysikalischer, genetischer und mathematischer Ansätze. Nachdem sie sich in der ersten Förderperiode vor allem mit Mechanismen der Übertragung von Wnt-Signalen befasst haben, wollen die Heidelberger Lebenswissenschaftler die gewonnenen Erkenntnisse in einen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang während der Organentwicklung und bei der Entstehung von Krankheiten bringen. In der Rhein-Neckar-Region vorhandene Technologie-Infrastrukturen in den Bereichen der Genom-Editierung und CRISPR/Cas, hochauflösende Proteomik und quantitative Mikroskopie unterstützen die Forscherinnen und Forscher des SFB 1324 bei ihrer Arbeit.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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