Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Bundesinitiative "Rauchfrei leben" geht an den Start

Drogenbeauftragte: "Jetzt ist die beste Zeit zum Rauchausstieg!"

Nr. 25c2 | 27.04.2021

Zigarette, Pfeife oder Zigarre: In Deutschland sterben jedes Jahr rund 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Das sind 6.000 mehr als noch 2015 - und 13,3 Prozent aller Todesfälle überhaupt.

© Bundesinitiative "Rauchfrei leben"

Ein zentrales Ziel der Gesundheitspolitik in Deutschland ist es, mehr Raucher:innen dazu zu motivieren, zu Nichtraucher:innen zu werden. Im Fokus der neuen Bundesinitiative „Rauchfrei leben" der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und des Bundesministeriums für Gesundheit sowie der zentralen Akteure der nationalen Gesundheitsversorgung stehen die starken und langjährigen Raucher:innen. Unterstützt wird die Initiative von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Bundesärztekammer (BÄK), dem GKV-Spitzenverband, dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), dem Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR), der Deutschen Krebshilfe und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Dazu die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig: „Gerade jetzt, während der Coronapandemie, tragen Raucher:innen ein besonders großes gesundheitliches Risiko. Es ist allerhöchste Zeit, endlich mit dem Rauchen aufzuhören! Ausstiegswillige sind nicht allein: Es gibt Unterstützung von allen zentralen Akteuren des deutschen Gesundheitssystems – überall und für alle! Mit der Bundesinitiative „Rauchfrei leben" wollen wir endlich auch diejenigen erreichen, die schon seit 20 oder 30 Jahren zur Zigarette greifen. Viele von ihnen wollen aufhören, doch bislang ohne langfristigen Erfolg. Das soll sich ab sofort ändern – mit Unterstützung von allen Seiten. Wir wissen: Wer sich beim Rauchausstieg professionell helfen lässt, hat eine fünf Mal größere Chance, dauerhaft zum Nichtraucher zu werden!"

Kommunikationskampagne „Rauchfrei leben - Deine Chance"

Mit dem Start der Bundesinitiative „Rauchfrei leben" startet auch die begleitende Kommunikationskampagne „Deine Chance".
Unter anderem werden auf einer neuen Webseite alle Rauchstopp-Angebote der Partner und ihrer Mitglieder gebündelt und nutzergerecht gefiltert. So finden alle Rauchstopp-Interessierten schnell zu einem Angebot, das zu ihnen passt. Ein Ersparnisrechner soll die Motivation zum Rauchausstieg unterstützen. Denn Rauchen schadet nicht nur der Gesundheit, sondern auch dem Geldbeutel der Betroffenen: Wer mit dem Rauchen aufhört, hat im Schnitt jedes Jahr 2.000 bis 3.000 Euro mehr im Portemonnaie.

Strategischer Dialog zum Rauchausstieg

Darüber hinaus haben die Drogenbeauftragte und das Bundesgesundheitsministerium im Rahmen der Bundesinitiative einen Dialog zu Fragen des Rauchausstiegs gestartet. Gemeinsam mit Wissenschaftler:innen, Ärzt:innen und anderen Expert:innen geht es darum, Barrieren beim Rauchausstieg zu identifizieren und die Hilfe für Raucher:innen zu verbessern. In einer ersten Veranstaltung aller Partner wurden am 21. April 2021 bereits konkrete Schritte zur Raucherentwöhnung in der ambulanten Versorgung verabredet. Folgeveranstaltungen werden die Entwöhnung im Krankenhaus und Angebote in Lebenswelten, wie beispielsweise am Arbeitsplatz in den Mittelpunkt stellen.

Der Haushaltsgesetzgeber hat für die Bundesinitiative „Rauchfrei leben" im Haushaltsjahr 2021 rund 1 Mio. EUR zur Verfügung gestellt.

Die neue Webseite, FAQs zur Kampagne sowie das neue Logo finden Sie unter: www.nutzedeinechance.de 

Zitate der Partner:

Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): „Die BZgA unterstützt die Bundesinitiative 'Rauchfrei leben' und bietet mit wirksamen Angeboten Hilfestellung für den Rauchstopp: Mit dem kostenfrei bestellbaren rauchfrei-Startpaket der BZgA und dem digitalen rauchfrei-Ausstiegsprogramm, das Aufhörwillige über 31 Tage mit Motivationstipps und individuellen Empfehlungen begleitet. Unterstützung bieten zudem speziell geschulte ehemalige Raucherinnen und Raucher, die ehrenamtlich als Rauchfrei-Lotsinnen und -Lotsen zum Durchhalten beim Rauchausstieg motivieren und beraten. Außerdem steht die kostenfreie Telefonberatung der BZgA zum Rauchstopp an sieben Tagen in der Woche unter der Rufnummer 0800 8 31 31 31 bereit."

Florian Reuther, PKV-Verbandsdirektor: „Rauchfrei leben ist eine große Chance. Daher engagiert sich die Private Krankenversicherung seit Langem dafür, dass Jugendliche gar nicht erst mit dem Rauchen beginnen. Neben der Suchtprävention in Schulen unterstützen wir gern auch diese Initiative der Bundesdrogenbeauftragten – denn Eltern oder Großeltern, die jetzt mit dem Rauchen aufhören, sind echte Vorbilder für ihre Kinder und Enkel."

Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, empfiehlt gesetzlich Versicherten, die Präventionskurse der GKV zu nutzen: „Versicherte, die aufhören wollen zu rauchen, erhalten von ihrer Krankenkasse professionelle Unterstützung durch qualifizierte Fachkräfte. Viele Präventionskurse sind praktisch und verhaltensorientiert ausgerichtet, damit Raucherinnen und Raucher lernen können, ihr gesundheitsschädigendes Verhalten zu verändern. Die Kurse können natürlich auch online belegt werden und sie sind einfach auf den Internetseiten der Krankenkassen zu finden."

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: „Vernünftige Ernährung und Bewegung sind wichtig für eine gute Gesundheit. Aber kaum eine Präventionsmaßnahme ist wirksamer, als das Rauchen aufzugeben. Daher unterstützen wir die Bundesinitiative „Rauchfrei leben" und stehen Patientinnen und Patienten beim Rauchverzicht mit ärztlichem Rat zur Seite."

Dr. Martina Pötschke-Langer, Vorstandsvorsitzende des Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V.:
„Rauchen ist die führende Ursache für chronische Krankheiten, wird aber dennoch oft als »Life-Style«-Phänomen verharmlost, das allein der freien Willensentscheidung unterläge. Dem ist nicht so: Ein Großteil der Raucherinnen und Raucher ist tabakabhängig und möchte mit dem Rauchen aufhören. Diesen stehen wissenschaftlich anerkannte, durch Leitlinien empfohlene, qualitätsgesicherte Angebote zur Verfügung: In den meisten Städten gibt es Ärzt:innen und Therapeut:innen, Spezialambulanzen oder Suchtberatungsstellen, die professionelle Unterstützung leisten können."

„Deutschland belegt den letzten Platz in Europa, wenn es um die Eindämmung des Tabakkonsums geht – das ist nicht mehr länger hinnehmbar", betont Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Rauchen ist der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs, Risikofaktor für zwölf weitere verschiedene Krebsarten und ist verantwortlich für 20 Prozent aller Krebsneuerkrankungen. Die Bundesinitiative 'Rauchfrei leben' begrüßt die Deutsche Krebshilfe daher sehr."

Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt: „Jede Zigarette ist eine zu viel. Doch dieses Wissen allein reicht in vielen Fällen nicht aus, tatsächlich mit dem Rauchen aufzuhören. Oftmals ist das Rauchen längst in eine körperliche Abhängigkeit übergegangen. Wer das Rauchen aufgeben möchte, kann und sollte seine Ärztin oder seinen Arzt auf wirksame Behandlungsmöglichkeiten ansprechen. Diese unterstützen Ausstiegswillige gern."

Prof. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ): „Rauchen ist für rund 20 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich. Wer den Wunsch hat, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte daher alle denkbare Unterstützung bekommen. Die Bundesinitiative „Rauchfrei leben" ist ein wichtiger Beitrag zur Krebsprävention."

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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