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Gemeinsam gegen Hirntumoren – DKFZ an neuem SFB beteiligt

Nr. 24c3 | 23.05.2019

Mit den „Sonderforschungsbereichen" (SFBs) fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG innovative, aufwendige und langfristig konzipierte Forschungsvorhaben über die Grenzen von Fachdisziplinen und Institutionen hinweg.

MRT-Aufnahmen im Verlauf der Erkrankung bei einem Patienten mit Glioblastom
© P. Kickingereder / Universitätsklinikum Heidelberg

Gemeinsam gegen Hirntumoren – DKFZ an neuem SFB beteiligt
Mit den „Sonderforschungsbereichen" (SFBs) fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG innovative, aufwendige und langfristig konzipierte Forschungsvorhaben über die Grenzen von Fachdisziplinen und Institutionen hinweg.

Neu eingerichtet wird nun der SFB 1389 „Understanding and targeting resistance in glioblastoma – UNITEGLIOBLASTOMA ", in dem Therapie-Resistenzen bei bösartigen Hirntumoren verstanden und gezielt bekämpft werden sollen. Sprecher des SFB, der mit rund 11 Millionen Euro gefördert wird, ist Wolfgang Wick, Geschäftsführender Direktor der Neurologischen Klinik und Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Projektpartner sind neben dem DKFZ die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.

Das Glioblastom ist bei Kindern und Erwachsenen eine schwere und meist tödliche Erkrankung. Das ultimative Ziel von UNITE ist die Entwicklung neuartiger Therapien für Patienten mit Glioblastom. UNITE postuliert, dass es Subgruppen von Patienten mit einem klaren Therapienutzen gibt – zumindest für einen bestimmten Zeitraum. Die Behandlung erfolgt sowohl durch Bestrahlung, alkylierende Chemotherapie als auch durch experimentelle, zielgerichtete immuntherapeutische Behandlungsstrategien. Allerdings sind selbst für die meisten als Standardtherapien angesehenen Verfahren grundlegende molekulare Mechanismen der primären oder sekundären Resistenz vollständig oder zumindest teilweise unverstanden.
Wick erklärt: „Das geplante SFB-Konzept ist von der klaren Überzeugung getragen, dass Glioblastome behandelbar sein werden." Diese Behandelbarkeit zu erreichen, benötigt einen umfassenden Ansatz, der durch Innovation, starke strukturelle und inhaltliche Kooperationen sowie den Fokus auf klinische Entwicklung getragen wird. „Kernstück des aus 20 Projekten bestehenden Konzepts ist die UNITE Core Sammlung, für die einheitliche, integrierte Datensätze aus den verschiedenen Hochdurchsatzverfahren, präklinischen Modellen, der Bildgebung und klinischen Daten generiert werden", so Prof. Dr. Michael Platten, einer der beiden Stellvertretenden Sprecher aus der Neurologie in Mannheim. „Die dadurch entstehende multidimensionale Matrix von Therapieresistenzfaktoren wird die Vorhersage und longitudinale Verfolgung von Therapieansprechen bzw. -versagen ermöglichen", erläutert der Kinderneuroonkologe Stefan Pfister vom Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ und vom DKFZ.

Darüber hinaus fördert die DFG zwei bereits bestehende SFB, an denen DKFZ-Forscher beteiligt sind, für die nächste Förderperiode von vier Jahren: Der SFB 1158 "Von der Nozizeption zum chronischen Schmerz: Struktur-Funktions-Merkmale neuraler Bahnen und deren Reorganisation" untersucht, wie aus akuten Schmerzen chronische werden und wie sich dieser Übergang verhindern oder umkehren lässt. Im SFB-Transregio 156 "Die Haut als Koordinator lokaler und systemischer Immunantworten" erforschen die Wissenschaftler in einem überregionalen Forschungsverbund die Rolle der Haut bei der Abwehr von Krankheitserregern.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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