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ERC Förderung für Stefan Pfister: „Wir müssen die Kinderkrebsforschung noch weiter vorantreiben“

Nr. 04 | 28.01.2019 | von Mat

KiTZ Direktor Stefan Pfister, Professor für Pädiatrische Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und am Universitätsklinikum Heidelberg, konnte für sein Projekt BRAIN-MATCH einen der begehrten „ERC Consolidator Grants" einwerben. Ziel von BRAIN-MATCH ist es, die normale Gehirnentwicklung mit molekularbiologischen Techniken zu charakterisieren und mit den Abläufen bei der Entstehung von Hirntumoren zu vergleichen. Aus den Ergebnissen wollen Pfister und sein Team Ansätze für neue Therapien bei kindlichen Hirntumoren ableiten. Der Europäischen Forschungsrat (ERC) unterstützt mit dem ERC Consolidator Grant exzellente Wissenschaftler beim Ausbau ihrer Forschungsaktivitäten.
Das „Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg" (KiTZ) ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums, des Universitätsklinikums Heidelberg und der Universität Heidelberg.

KiTZ Direktor Stefan Pfister erhielt einen Consolidator Grant des ERC
© KiTZ

„Ich freue mich sehr über den ERC Consolidator Grant, der eine hohe Auszeichnung für unsere Arbeiten darstellt", sagt Pfister. „Wir werden die Fördermittel nutzen, um unsere Aktivtäten in der Erforschung der normalen Gehirnentwicklung und der Identifizierung von Parallelen mit der Entstehung kindlicher Hirntumoren auszubauen. Mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse werden wir systematisch nach neuen Therapieansätzen suchen."

Zwar gilt Kinderkrebs allgemein als gut behandelbar. Doch gerade unter den Tumoren des zentralen Nervensystems gibt es immer noch Unterarten, die schwer oder gar nicht auf eine Therapie ansprechen – trotz aller medizinischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte.

Mithilfe der ERC-Förderung wollen Pfister und sein Team über 30.000 Gewebeproben aus mehr als 100 unterschiedlichen Hirntumorarten mit modernsten Analyse- und IT-Techniken untersuchen. Dabei berücksichtigen die Wissenschaftler nicht nur molekulare Unterschiede zwischen den Tumorarten, sondern auch verschiedene Krebsentwicklungsstadien. Um die biologischen Ursachen der Tumorentwicklung besser zu verstehen, wollen die Forscher umfangreiche Vergleiche zwischen gesundem Hirngewebe und Tumorgewebe anstellen. Aus den gefundenen Unterschieden ziehen sie Rückschlüsse auf die Ursachen der Tumorentwicklung, um Hinweise auf neue Behandlungsansätze zu bekommen.

Kindliche Krebsarten unterscheiden sich häufig fundamental von den unter dem Mikroskop ähnlich oder gleich aussehenden Krebsarten im Erwachsenenalter. Die Erkenntnisse der Krebsforschung im Erwachsenenbereich lassen sich daher nicht 1:1 auf die Kinderonkologie übertragen. „Es ist wichtig, dass wir die Kinderkrebsforschung weiter vorantreiben und so die Biologie kindlicher Tumorarten besser verstehen lernen, damit auch den rund 20 Prozent krebskranken Kindern geholfen werden kann, für die es bisher keine passende Behandlungsmethode gibt", erklärt Pfister. „Die Förderung unseres Projektes BRAIN-MATCH durch das ERC leistet dabei einen wichtigen Beitrag." Das Projekt wird über fünf Jahre laufen und über den ERC Grant mit einem Volumen von zwei Millionen Euro gefördert.

Der Europäische Forschungsrat hat 2018 im Rahmen des Horizon 2020 Projektes insgesamt 291 Consolidator Grants mit einem Gesamtvolumen von 573 Millionen Euro bewilligt. 25 gingen an deutsche Wissenschaftler.

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KiTZ Direktor Stefan Pfister erhielt einen Consolidator Grant des ERC.

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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