Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Internationaler Frauentag am 08.03.2018

Nach Krebs zurück in den Job – für Frauen nicht immer leicht

Nr. 17 | 06.03.2018 | von jg

Nach erfolgreicher Therapie einer Krebserkrankung steht für Frauen häufig der Wunsch nach einer Rückkehr in den Beruf im Fokus. Der Schritt zurück in den Arbeitsalltag ist oft mit physischen und psychischen Unwägbarkeiten verbunden. Hinzu können finanzielle Einbußen kommen, etwa durch eine Erwerbsminderungsrente. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums hilft mit verlässlichen und umfassenden Informationen bei Fragen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation sowie beim Umgang mit den finanziellen Folgen.

Die Rückkehr in den Beruf kann für Frauen belastend sein.
© Krebsinformationsdienst, DKFZ

Für Frauen oft besonders belastend
Der Weg zurück in den Job nach einer Krebserkrankung ist vor allem für Frauen oft schwer. Laut Statistischem Bundesamt* arbeiten 32,5 Prozent aller erwerbsfähigen Frauen in Arbeitsverhältnissen mit geringerer sozialer Absicherung, zum Beispiel im Rahmen von Zeitarbeitsverträgen, zeitlich befristet, in Teilzeit oder als geringfügig Beschäftigte. Damit sind die Aussichten auf Rückkehr in das alte Arbeitsverhältnis nach einer Krebserkrankung schlecht. Kathrin Lubig, Mitglied in der Selbsthilfeorganisation für junge Betroffene „NetzwerkStatt Krebs" (www.netzwerkstattkrebs.de), erkrankte mit Anfang 30 an Brustkrebs. „Als ich mit der Diagnose konfrontiert wurde, war an eine Verlängerung meines befristeten Arbeitsverhältnisses natürlich nicht mehr zu denken." Kommen körperliche oder psychische Probleme hinsichtlich der Belastbarkeit hinzu, erschwert dies zusätzlich den beruflichen Wiedereinstieg. Je nach individueller Situation müssen Betroffene sogar eine ganz neue Tätigkeit finden, bei der ihre Bedürfnisse Berücksichtigung finden. „Die Rückkehr in meinen alten Job als Erzieherin in einer Krippe war mir nach der Erkrankung leider verwehrt", erzählt Kathrin Lubig. „Aufgrund meiner Lymphknotenentnahme konnte ich die Kinder nicht mehr auf den Wickeltisch oder aus dem Kinderwagen heben. Damit stand ich finanziell zunächst einmal mit dem Rücken an der Wand. Eine sehr belastende Erfahrung, unter dem Druck etwas Neues zu finden." Besonders prekär ist diese Situation für alleinerziehende Mütter, deren finanzieller Spielraum meistens sowieso schon eng ist.

Reha-Antrag häufig zu früh
Ein weiteres Problem, das vielen nicht bewusst ist: Liegen den Krankenkassen Hinweise auf eine Gefährdung der Erwerbsfähigkeit vor, werden die Betroffenen aufgefordert, einen Reha-Antrag zu stellen. Dieser kann automatisch in einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente übergehen. Dr. Sylvia Brathuhn, Bundesvorsitzende „Frauenselbsthilfe nach Krebs", einer der größten Krebs-Selbsthilfeorganisationen Deutschlands, sagt dazu: „Wir beobachten, dass der Reha-Antrag von den Krankenkassen leider häufig viel zu früh eingefordert wird, so dass die Betroffenen weit davon entfernt sind, fit für den Wiedereinstieg in den Beruf zu sein. Viele Betroffene rutschen dann nach der Reha ungewollt in die Rente – mit entsprechenden finanziellen Einbußen, gerade für junge Frauen." Eine wichtige Hilfe in dieser Situation kann unabhängige und umfassende Beratung bieten. Zum einen, um vorhandene Ansprüche angemessen für sich geltend zu machen. Zum anderen aber auch, um sich über Angebote zur beruflichen Rehabilitation, Modelle für flexible Arbeitsbedingungen, Berufsberatungs- und Umschulungsmaßnahmen sowie Arbeitsplatzanpassungen zu informieren.

Krebsinformationsdienst bietet Informationen zum Thema
Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums stellt Informationen zu sozialrechtlichen Themen zur Verfügung und nennt Ansprechpartner sowie weitere Informationsquellen. Der Dienst ist täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr für Betroffene und Angehörige in ganz Deutschland unter 0800-4203040 und krebsinformationsdienst@dkfz.de erreichbar, auch bei allen anderen Fragen rund um das Thema Krebs. Der KID berät jedoch nicht individuell zu sozialrechtlichen Fragen und erteilt auch keine rechtsverbindlichen Auskünfte. Zuständig für individuelle Beratungen sind die Krankenkassen und die Rentenversicherung sowie die Kliniksozialdienste, zum Beispiel am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg (https://www.nct-heidelberg.de/fuer-patienten/beratungsangebote/sozialdienst.html). Auch Krebsberatungsstellen, Integrationsfachdienste und die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) erteilen individuelle Auskunft.

Arbeit als Teil der Krankheitsbewältigung
Laut einer Studie kehren zwei Drittel aller Menschen mit einer Krebserkrankung nach Abschluss der Therapien wieder zurück ins Arbeitsleben – meist mit positivem Effekt: Wer wieder arbeitet, lässt die Krankheit hinter sich und erobert sich wieder ein Stück Normalität. So empfinden es viele Betroffene. Arbeit strukturiert den Tag, sie bietet ein soziales Miteinander mit Kolleginnen und Kollegen und das Bewusstsein, nach mehr oder weniger langer Auszeit, wieder einen gesellschaftlichen Beitrag leisten zu können – Selbstwertgefühl und Zufriedenheit steigen.

* Destatis

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Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums beantwortet alle Fragen rund um das Thema Krebs – am Telefon (0800-420 30 40), per E-Mail (krebsinformationsdienst@dkfz.de) sowie in persönlichen Sprechstunden in Heidelberg und Dresden. Das geschulte Ärzteteam geht mit fundierten fachlichen Informationen auf individuelle Fragen ein. Die Internetseite www.krebsinformationsdienst.de liefert aktuelles Wissen, nützliche Tipps und Adressen. Mit eigener Telefonnummer (0800-430 40 50) und E-Mail-Adresse (kid.med@dkfz.de) ist der KID auch Anlaufstelle für medizinische Fachkreise. Der Krebsinformationsdienst ist ein kostenfreies Angebot des Deutschen Krebsforschungszentrums. Er kann daher unabhängig informieren, frei von Interessenkonflikten und ohne Werbung.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Die Frauenselbsthilfe nach Krebs, kurz FSH, ist eine der größten und ältesten Krebs-Selbsthilfeorganisation in Deutschland. Sie bietet bundesweit ein dichtes Netz an regionalen Gruppen, die allen Menschen mit einer Krebserkrankung offenstehen und auch deren Angehörigen. Außerdem gibt es ein Netzwerk für junge, an Krebs erkrankte Frauen und für Männer mit Brustkrebs sowie ein moderiertes Forum im Internet. Weitere Informationen unter www.frauenselbsthilfe.de.

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