Kommunikation und Marketing

Herausragende Arbeiten in der Hirntumor-Forschung

Nr. 22c | 24.04.2017 | von Koh

Der Heidelberger Mediziner Matthias Osswald erhält den mit 100.000 Euro dotierten Hella-Bühler-Preis 2016. Die Auszeichnung wendet sich an junge Forscher am Wissenschaftsstandort Heidelberg, die bereits durch herausragende wissenschaftliche Qualität in der Krebsforschung auf sich aufmerksam gemacht haben. Das Preisgeld dient dazu, ihre innovativen Arbeiten weiter zu fördern.

Matthias Osswald erhält den Hella-Bühler-Preis 2016.
© Universitätsklinikum Heidelberg

Matthias Osswald erforscht am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und am Universitätsklinikum Heidelberg die Kommunikation und Netzwerkbildung zwischen den Zellen bösartiger Hirntumoren. Der Wissenschaftler entdeckte gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen, dass die Zellen bestimmter bösartiger Hirntumore, sogenannter Astrozytome, ein Netzwerk miteinander ausbilden können, das in der Folge die Widerstandskraft des Tumors gegen eine Strahlentherapie erhöht.

Die Tumorzellen vernetzen sich über lange und sehr dünne Zellfortsätze. Osswald und Kollegen identifizierten darüber hinaus ein Molekül, das die Kommunikation und Netzwerkbildung zwischen den Tumorzellen ermöglicht. Diese Erkenntnisse eröffnen einen neuen Ansatzpunkt für die Entwicklung spezifischer Therapien. In künftigen Arbeiten wollen die Forscher untersuchen, wie die Kommunikation zwischen den Tumorzellen pharmakologisch gehemmt werden kann.

Matthias Osswald (Jahrgang 1982) studierte Medizin an der Universität Freiburg, an der er auch mit einer Arbeit auf dem Gebiet der experimentellen Epilepsieforschung promoviert wurde. Der Mediziner ist Assistenzarzt an der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg; aktuell ist er für ein Jahr als Weiterbildungsassistent an der Klinik für Allgemeine Psychiatrie des Klinikums tätig. Seit 2011 forscht er zudem als Postdoktorand in der Klinischen Kooperationseinheit Neuroonkologie des DKFZ. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem IZN Chica and Heinz Schaller Young Investigator Neuroscience Award ausgezeichnet.

Zur Preisverleihung lädt die Universität Heidelberg am 25. April 2016 ein. Den Festakt eröffnet der Rektor der Universität Heidelberg Bernhard Eitel. Die Veranstaltung am Dienstag, 25. April 2017, findet im Klinikgebäude Im Neuenheimer Feld 400, Großer Hörsaal der Zahnmedizin, Raum 120 (2. Obergeschoss), statt und beginnt um 17.30 Uhr.

Der von der Heidelberger Zahnärztin Dr. Hella Bühler (1910 bis 2002) gestiftete Forschungspreis soll junge Heidelberger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen, ihre bereits herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Krebsforschung fortzuführen und zu vertiefen.
 

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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