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Big Data in der Medizin sinnvoll nutzen

DKFZ beteiligt sich an Projekt der Helmholtz-Gemeinschaft zum Management von Forschungsdaten

Nr. 42c | 14.10.2016 | von Sel

In der Wissenschaft liefern große Experimente und Simulationen immer mehr Daten. Der Weg von den Daten und Informationen hin zu Erkenntnissen und Wissen benötigt jedoch auch Speicher- und Analysemöglichkeiten in einer neuen Qualität. Die Helmholtz-Gemeinschaft übernimmt nun die Vorreiterrolle, um Daten dauerhaft, sicher und nachnutzbar speichern zu können. Zur Bewältigung von Big Data in der Wissenschaft hat sie dazu die Helmholtz Data Federation (HDF) gegründet. Rund 49,5 Millionen Euro sollen in den nächsten fünf Jahren in multi-thematische Datenzentren und modernes Datenmanagement investiert werden. Im Rahmen der vom KIT in Karlsruhe koordinierten HDF-Initiative ist das DKFZ für die im Gesundheitsbereich anfallenden Daten verantwortlich.

© dkfz.de

„In der biomedizinischen Forschung fallen in vielen Bereichen immer größere Datenmengen an. Das ist zum Beispiel in der Krebsforschung durch die Sequenzierung des gesamten Erbguts von Krebszellen oder durch neue bildgebende Verfahren der Fall", sagt Michael Boutros, der wissenschaftliche Vorstand des DKFZ.

Das DKFZ kooperiert dabei mit den anderen Helmholtz-Forschungszentren, um gemeinsam neue Methoden zu entwickeln, mit deren Hilfe dieser riesige Datenschatz bestmöglich genutzt werden kann. Dazu gehört es etwa, die wissenschaftlichen Daten zusammen zu führen, sie unter Beibehaltung der Datenhoheit zu teilen, sie über Disziplingrenzen hinweg zu nutzen und zuverlässig zu archivieren. „ Big Data ist in aller Munde. In der medizinischen Forschung fallen inzwischen riesige Datenmengen an, die jedoch oft noch nicht zusammengeführt und so sinnvoll genutzt werden können. In der Integration von Daten liegt jedoch ein riesiges Potential, um neue medizinisch relevante Zusammenhänge zu entdecken. So können die kombinierten Ergebnisse einer Erbgutanalyse und Bilder aus der Radiologie Hinweise auf die wirksamste Behandlung eines Krebspatienten liefern. Dazu bedarf es spezialisierter Technologien und Methoden, die wir im Rahmen der HDF weiterentwickeln wollen", sagt der Bioinformatiker Roland Eils, der den Beitrag der Gesundheitsforschung gemeinsam mit dem Leiter der DKFZ-Informationstechnologie Holger Haas in der HDF koordiniert.

Weitere Informationen:

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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