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DKFZ-Nachwuchswissenschaftlerin für Impfung gegen Hirntumoren ausgezeichnet

Nr. 42a | 13.10.2016 | von nis

Für ihre Arbeiten zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen Hirntumoren zeichnet die Bayer Science & Education Foundation Dr. Theresa Bunse vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit dem „Bayer Early Excellence in Science Award" 2016 aus. In der Klinischen Kooperationseinheit Neuroimmunologie und Hirntumorimmunologie erforscht die Molekularbiologin, wie das Immunsystem bei der Abwehr seltener Hirntumoren helfen kann, indem es das Wachstum von Hirntumorzellen spezifisch blockiert.

Theresa Bunse, Foto:privat

In ihrer Doktorarbeit entwickelte Theresa Bunse eine therapeutische Impfung gegen Gliome, eine seltene und bislang unheilbare Form von Hirntumoren. Die Impfung zielt auf ein in den Tumorzellen häufig verändertes Protein (IDH1) und bekämpft somit spezifisch den Tumor, ohne gesunden Zellen zu schaden. Im Tierversuch führte die Impfung dazu, dass Krebszellen mit der charakteristischen IDH1-Mutation aufhörten zu wachsen. Theresa Bunse hat ihre Arbeiten bereits in hochrangigen Fachzeitschriften wie „Nature" publiziert. Ihre Ergebnisse sind nun Grundlage einer klinischen Studie, in der geprüft werden soll, wie wirksam und sicher die Impfung bei Patienten ist. Bei dieser Studie ist Theresa Bunse für das immunologische Monitoring der Patienten mitverantwortlich. Dabei untersucht sie in Blutproben der Patienten, ob das Immunsystem der Patienten tatsächlich mit der Bildung von spezifischen Antikörpern auf die Impfung reagiert. Zudem arbeitet sie weiter an neuen immunologischen und Impfstoff-basierten Therapien für Patienten mit Hirntumoren. „Die Hoffnung, Patienten, die an einem der bösartigsten Hirntumoren überhaupt leiden, durch meine Arbeit eine neue Behandlungsmöglichkeit bieten zu können, ist für mich ein großer Ansporn", erklärt die Nachwuchswissenschaftlerin.

Mit dem internationalen „Bayer Early Excellence in Science Award" zeichnet die Bayer-Stiftung jährlich herausragende Nachwuchswissenschaftler aus. Er wird von einer unabhängigen Expertenjury in den drei Kategorien Biologie, Chemie und Medizin vergeben und ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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