Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Algen als Ölquelle und explodierende Metalle: Teilnehmer des DKFZ-Life-Science Lab erfolgreich beim Bundeswettbewerb von "Jugend forscht"

Nr. 22c | 06.06.2016 | von Por/SK

Das Forscherduo Corinna Nowak (18) und Axel Schlindwein (19) hat mit seinem Projekt über Mikroalgen beim Bundeswettbewerb von "Jugend forscht" den 5. Platz im Bereich Biologie belegt. Zusätzlich wurden sie mit einem Preis für Arbeit aus dem Bereich Biotechnologie ausgezeichnet. Auch im Landeswettbewerb von "Jugend forscht" in Rheinland-Pfalz war das Duo erfolgreich und bekam den ersten Preis in der Kategorie "Interdisziplinäre Arbeit". Zudem erreichten sie dort den zweiten Platz in der Kategorie "Biologie" und erhielten den Sonderpreis "Nachwachsende Rohstoffe". Im Life-Science Lab des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg haben die beiden erforscht, wie sich der Stoffwechsel von Mikroalgen durch äußere Faktoren beeinflussen lässt. Ihr Ziel ist es, Mikroalgen als nachhaltige Ölquelle zu nutzen. Weitere Teilnehmer des Life-Science Lab wurden ebenfalls beim Bundeswettbewerb ausgezeichnet.

© Jugend forscht

Mikroalgen produzieren Fettsäuren, die sie als Energiequelle nutzen. Unter Stress steigern
sie die Produktion, um Reserven bilden zu können. Corinna Nowak und Axel Schlindwein
haben diesen Effekt in ihrem Projekt ausgenutzt: Sie entzogen dem Nährmedium der
Mikroalgen Salze, um sie unter Stress zu setzten und die Fettsäureherstellung zu steigern.
Jetzt wollen die beiden die Zusammensetzung der Fettsäuren so verändern, dass zum
Beispiel Palmöl in der Mikroalge produziert werden kann. "Dann können wir Algen als
Ölquelle und als nachhaltige Rohstoffquelle nutzen", erklärt Corinna Nowak. Bei ihrer Arbeit
wurden Corinna Nowak und Axel Schlindwein von ihrer Mentorin Sophie Perret - die vor
einiger Zeit selbst Teilnehmerin am Life-Science Lab war – und ihrem Mentor Lorenz Adlung,
Doktorand am DKFZ, unterstützt. Im nächsten Schritt wollen die Abiturienten herausfinden,
wie man an die gesteigerten Fettsäurevorräte der Mikroalgen kommt, ohne sie zu zerstören.


"Die Idee mit Jugend forscht war eher spontan", erzählt Corinna Nowak lachend und Axel
Schlindwein fügt hinzu: "Wir wollten einfach ein Feedback zu unserem Projekt bekommen."
Vor dem Wettbewerb waren Axel Schlindwein, der aus Bellheim kommt, und Corinna Nowak,
gebürtig in Neckargemünd, zeitweise täglich im Labor. Die Doppelbelastung aus
Forschungsprojekt und Abiturprüfungen hat sich mit den Auszeichnungen im
Bundeswettbewerb ausgezahlt.


Auch andere Teilnehmer des Heidelberger Life-Science Lab präsentierten ihre Arbeit
erfolgreich im Bundeswettbewerb. "Wir freuen uns natürlich sehr über den Erfolg unserer
Teilnehmer im Bundeswettbewerb", sagt Katrin Platzer, die Leiterin des Life-Science Lab des
Deutschen Krebsforschungszentrums. "Bereits in den verschiedenen Landeswettbewerben
von Jugend Forscht erzielten Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Life-Science Lab am
DKFZ hervorragende Ergebnisse, indem sie drei erste Plätze, drei zweite Plätze und einen
dritten Platz belegten, sowie zahlreiche Sonderpreise gewannen."
Helin Dogan erreichte den 2. Platz im Bundeswettbewerb in der Kategorie "Geo- und
Raumwissenschaften" mit ihrem Projekt "Bodenkundliche Zustandserhebung im Kontext des
Klimawandels - am Beispiel Mannheim Vogelstang". Zusätzlich zeichnete die Deutsche
Gesellschaft für Geographie ihre Arbeit aus. Daniel Crusius und sein Team erhielten einen
Sonderpreis für ihre Arbeit mit Bezug zu Sicherheit in Chemie und Werkstofftechnik. Sie
beschäftigten sich mit der Frage: "Warum detonieren Alkalimetalle?".


Das DKFZ fördert mit dem Heidelberger Life-Science Lab naturwissenschaftlich und
mathematisch-technisch interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler. In den
Arbeitsgruppen des Life-Science Lab bekommen die Schüler einen frühen Einblick in den
Laboralltag: Unter der Anleitung wissenschaftlicher Mentoren arbeiten sie an realen und
aktuellen Forschungsthemen - die von der Molekularbiologie bis hin zu Psychologie reichen.
Die Organisation der Experimente liegt dabei in der Hand der Teilnehmer. Zusätzlich bietet
das Life-Science Lab den Schülern Vorträge und öffentliche Vorlesungen. In
Wochenendseminaren und Ferienakademien vertiefen die Teilnehmer ihre erworbenen
Fähigkeiten und diskutieren mit internationalen Teams ihre Ergebnisse. Als Laborpate von
"Jugend forscht" führt das Life-Science Lab mehrwöchige Praktika mit den überregionalen
Preisträgern durch.


Jugend forscht ist einer der größten europäischen Jugendwettbewerbe im Bereich
Naturwissenschaft und Technik. Die Stiftung Jugend forscht e. V. veranstaltet den
Wettbewerb jährlich.


Ein Bild zur Pressemitteilung steht im Internet zur Verfügung unter:
http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2016/bilder/MS16_Jufo_0018.jpg

 

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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