Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlicher Vortrag zur Gletscherforschung im Deutschen Krebsforschungszentrum aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Helmholtz-Gemeinschaft

"Gletscher in Grönland und der Antarktis: Warum Eisverlust in den Polarregionen uns nicht kalt lassen sollte"

Nr. 18a2 | 12.05.2015 | von Sel

Prof. Angelika Humbert vom Alfred-Wegener-Institut, dem Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, erforscht die Gletscherschmelze in den Polarregionen und ihre Bedeutung für den weltweiten Anstieg der Meeresspiegel. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Helmholtz-Gemeinschaft berichtet sie im Deutschen Krebsforschungszentrum, das ebenfalls zur Helmholtz-Gemeinschaft gehört, über ihre Forschungsergebnisse. Der öffentliche Vortrag mit atemberaubenden Bildern findet statt am Montag, 18. Mai 2015, 15:00 Uhr, im DKFZ-Hörsaal, Im Neuenheimer Feld 280, Heidelberg. Im Anschluss gibt es Eis und Getränke.

© Alfred-Wegener-Institut (AWI)/Robert Ricker

Der Trend ist eindeutig: Eisschilde und Gletscher verlieren weltweit an Masse, und das in Rekordtempo. "Jedes Jahr schrumpfen allein die Eispanzer in der Antarktis und in Grönland um rund 500 Kubikkilometer. Das entspricht einer 600 Meter dicken Eisschicht über dem gesamten Stadtgebiet von Hamburg", erklärt Angelika Humbert. Dass dies nicht ohne Auswirkungen auf den Meeresspiegel bleiben wird, steht für die Forscher zweifelfrei fest.

Gletscher sind ständig in Bewegung. Forscher haben beobachtet, dass die Gletscher in den Randregionen Grönlands und der Antarktis ihr Fließtempo deutlich erhöht haben. Etwa an der Westküste Grönlands von fünf bis sechs Kilometern pro Jahr in den 1990er Jahren auf nahezu 16 Kilometer im Jahr 2012. Außerdem verlieren die Eisschilde an der Oberfläche aufgrund des erhöhten Schmelzwasserabflusses deutlich an Masse.

Angelika Humbert will bestimmen, wie sich die Masse der Eisschilde in Zukunft entwickeln wird. Dafür untersucht sie unter anderem, wie sich der Untergrund unter den Eisschichten – sei es Fels oder Sediment – auf die Eismassen auswirkt. Ebenfalls erforscht sie mit ihren Mitarbeitern die Situation an der Aufsatzlinie, also der Linie, an der das antarktische Inlandeis in auf dem Meerwasser schwimmendes Schelfeis übergeht. Die Wissenschaftler nutzen dazu Daten des Erdbeobachtungssatelliten TerraSAR-X vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als auch selbst erstellte Computermodelle sowie Messungen von Wind, Temperatur und Meeresströmungen vor Ort. Die Wissenschaftlerin ist davon überzeugt, dass sich der Anstieg des Meeresspiegels nur durch die Kombination verschiedener Ansätze exakt vorhersagen lassen wird.

Angelika Humbert
© Alfred-Wegener-Institut (AWI)/M. Buchholz

Angelika Humbert ist Professorin am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven, wo sie seit 2014 die Sektion Glaziologie leitet. Bereits während ihrer Promotion entwickelte die Physikerin Simulationsmodelle, die die Fließgeschwindigkeit von Eisschelfen in der Antarktis beschreiben. Für die Untersuchung der komplexen Dynamik von Gletschern und Eisschilden setzt die 45-Jährige auf interdisziplinäre Ansätze, die Feldstudien, Modellierungsverfahren, mechanische Grundlagen und Fernerkundungen miteinander verbinden.

Zum Vortrag sind auch Journalisten besonders herzlich eingeladen.

Fotos aus den Polarregionen und von der Referentin stehen zur Verfügung unter:

www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2015/bilder/20150414_AngelikaHumbert_03_MBuchholz.jpg
www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2015/bilder/20131116_AntarktischeHalbinsel_Polar6_Rothera_69_RobertRicker_klein.jpg
www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2015/bilder/20131111_AntarktischeHalbinsel_Polar6_Rothera_53_RobertRicker_klein.jpg
www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2015/bilder/20131107_AntarktischeHalbinsel_Polar6_Rothera_42_RobertRicker_p_klein.jpg 

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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