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Wie stillgelegte Gene aktiviert werden

Nr. 39c | 28.08.2014

© Christopf Bock Wikimedia commons

Die DNA-Methylierung ist ein dynamischer und reversibler Prozess, der die Aktivität der Gene während der Entwicklung, aber auch während Krankheiten steuert. Einige Beispiele aktiver DNA-Demethylierung konnten beobachtet werden, inklusive genomweiter und genspezifischer DNA-Demethylierung. Wie die demethylierenden Enzyme zu spezifischen Genom-Regionen gelangen, ist weitgehend unbekannt. In einer aktuellen Veröffentlichung in der Zeitschrift Molecular Cell zeigen Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum, unter der gemeinsamen Leitung von Ingrid Grummt, Christoph Niehrs und Christoph Plass, dass eine antisense-long-non-coding RNA namens TARID das Ablesen des Tumorsuppressorgens TCF21 aktiviert, indem es dessen Promoter demethyliert.

TARID interagiert sowohl mit dem TCF21 Promotor als auch mit dem Promotor von GADD45A, einem Regulator der DNA-Demethylierung. GADD45A bewirkt die Demethylierung des methylierten DNA-Bausteins Methylcytosin zu Cytosin über verschiedene Zwischenschritte. Khelifa Arab, Erstautor der Arbeit, sagt: "Die Ergebnisse zeigen, dass die in jüngerer Zeit in den Fokus geratenen long-non-coding-RNAs als Adress-Etikett im Erbgut fungieren können, die der GADD45-vermittelten Demethylierung den Weg zu spezifischen Zielgenen weisen."

Khelifa Arab, Yoon Jung Park, Anders M. Lindroth, Andrea Schäfer, Christopher Oakes, Dieter Weichenhan, Annekatrin Lukanova, Eva Lundin, Angela Risch, Michael Meister, Hendrik Dienemann, Gerhard Dyckhoff, Christel Herold-Mende, Ingrid Grummt, Christof Niehrs und Christoph Plass: Long Noncoding RNA TARID Directs Demethylation and Activation of the Tumor Suppressor TCF21 via GADD45A. Molecular Cell 2014, DOI: 10.1016/j.molcel.2014.06.031

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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