Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Das Krebswachstum gezielt blockieren: Meyenburg-Preis 2013 für Nathanael Gray

Ehrengast Siddhartha Mukherjee liest aus seinem Pulitzerpreis-gekrönten Buch „Der König aller Krankheiten: Krebs - eine Biographie“

Nr. 57 | 27.11.2013 | von Kas/Sel

Der mit 50.000 Euro dotierte Meyenburg-Preis 2013 für herausragende Krebsforschung geht an den amerikanischen Biochemiker Nathanael Gray. Er entdeckte zahlreiche Hemmstoffe, die Wachstumskontrolleure in Zellen blockieren. Seine Ergebnisse sind heute ein wichtiger Ausgangspunkt für zielgerichtete Krebstherapien. Der Preis wird am Montag, den 2. Dezember 2013, im Rahmen eines Symposiums im Deutschen Krebsforschungszentrum verliehen, bei dem auch der amerikanische Arzt Siddhartha Mukherjee sein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Buch „Der König aller Krankheiten: Krebs – eine Biographie“ vorstellt.

Nathanael Gray
© dkfz.de

Zielgerichtete Therapien sind für viele Wissenschaftler die Krebsmedizin der Zukunft. Die Idee: In Krebszellen werden gezielt bestimmte Wachstumsregulatoren ausgeschaltet, die außer Kontrolle geraten sind. Von diesen sogenannten Proteinkinasen gibt es beim Menschen jedoch über 500 – einen passenden Hemmstoff für jede einzelne zu finden ist also nicht leicht.

Der herausragenden Forschung von Nathanael Gray ist es zu verdanken, dass Forschern für pharmakologische Experimente heute zahlreiche Hemmstoffe zur Verfügung stehen, mit denen sich einzelne Proteinkinasen gezielt ausschalten lassen. Nathanael Gray entwickelte unter anderem Blocker für die häufig mit Krebs in Zusammenhang stehenden Kinasen mTor, Bcr-Abl und EGFR. Damit ist es den Wissenschaftlern zum einen möglich, die jeweilige Funktion der Proteinkinase für das Zellwachstum besser zu verstehen. Zum anderen lässt sich so herausfinden, ob sich ein bestimmter Kinase-Hemmer als Medikament eignet. Auch eine gezielte Suche nach ähnlichen Blockern ist nun möglich. Noch ist keines dieser Medikamente zugelassen, mehrere klinische Studien mit Kinase-Hemmern sind jedoch bereits angelaufen.

Nathanael S. Gray promovierte 1999 in organischer Chemie an der Universität Kalifornien, Berkeley. Er war anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter und Gruppenleiter am Genomik-Institut der Novartis Research Foundation in San Diego, wo er 2001 zum Direktor für Biologische Chemie ernannt wurde. 2006 trat er der Fakultät der Harvard Medical School und dem Dana-Farber Cancer Institute bei, wo er bis heute im Fachbereich Biologische Chemie und Molekulare Pharmakologie tätig ist.

Anlässlich der Preisverleihung lädt die Meyenburg-Stiftung im Kommunikationszentrum des Deutschen Krebsforschungszentrums am 2. Dezember 2013 ab 16 Uhr zu einem wissenschaftlichen Symposium ein. Ehrengast Siddhartha Mukherjee, Wissenschaftler und Arzt aus New York spricht im Rahmen der Preisverleihung über sein Pulitzerpreis-gekröntes Buch „Der König aller Krankheiten: Krebs – eine Biografie“. Er steht anschließend bereit, um Exemplare seines Buches zu signieren.

Dr. Marion Meyenburg, die Tochter des Stifterehepaars Wilhelm und Maria Meyenburg, wird den Preis zum Ende des Symposiums persönlich an Nathanael Gray überreichen. Die Auszeichnung, die seit 1981 jährlich für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Krebsforschung und Krebsbehandlung vergeben wird, gehört zu den am höchsten dotierten Wissenschaftspreisen in Deutschland. Drei Meyenburg-Preisträger erhielten bereits kurze Zeit darauf den Nobelpreis für Medizin: Shinya Yamanaka, Meyenburg Preisträger des Jahres 2007, erhielt ihn 2012, 2009 Elizabeth Blackburn, die Meyenburg-Preisträgerin des Jahres 2006, und im Jahr 2006 Andrew Fire, Meyenburg-Preisträger 2002.

Termin: Montag, 2. Dezember 2013, 16 – 18:30 Uhr, Kommunikationszentrum des Deutschen Krebsforschungszentrums
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg

Journalisten und interessierte Bürger sind herzlich zur Veranstaltung im Deutschen Krebsforschungszentrum eingeladen.

Ein Bild des Preisträgers steht im Internet zur Verfügung unter:
www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2013/images/nathanael-gray.jpg

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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