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Heidelberger Nachwuchskrebsforscher zweifach ausgezeichnet

Dr. Dominik Sturm untersucht erfolgreich, wie kindliche Hirntumoren entstehen / Forschungsergebnisse zeigen mögliche neue Therapieansätze auf

Nr. 55b | 06.11.2013

Dr. Dominik Sturm, Arzt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg und Wissenschaftler der Abteilung für Pädiatrische Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), ist für seine wissenschaftliche Arbeit zur Entstehung kindlicher Hirntumoren zweifach ausgezeichnet worden: Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ) verlieh ihm den Selma-Meyer-Dissertationspreis, die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. (DGHO) den Doktoranden-Förderpreis. Die Forschungsergebnisse des 30-Jährigen tragen dazu bei, für Kinder und junge Erwachsene, die an bösartigen Hirntumoren leiden, neue individuelle Therapiestrategien zu entwickeln.

Dr. med. Dominik Sturm

Dr. Dominik Sturm, Arzt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg und Wissenschaftler der Abteilung für Pädiatrische Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), ist für seine wissenschaftliche Arbeit zur Entstehung kindlicher Hirntumoren zweifach ausgezeichnet worden: Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ) verlieh ihm den Selma-Meyer-Dissertationspreis, die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. (DGHO) den Doktoranden-Förderpreis. Die Forschungsergebnisse des 30-Jährigen tragen dazu bei, für Kinder und junge Erwachsene, die an bösartigen Hirntumoren leiden, neue individuelle Therapiestrategien zu entwickeln.

Auch wenn die Behandlung von Kindern mit Hirntumoren in den vergangenen Jahrzehnten durch Fortschritte in Diagnostik und Therapie, etwa durch die Kombination verschiedener Behandlungsarten, deutlich verbessert wurde, sind diese Tumoren die Haupttodesursache bei Krebserkrankungen im Kindesalter. „Ein wichtiger Grund dafür ist, dass über die genetischen Grundlagen dieser Tumoren sowie ihre molekulare Biologie noch nicht viel bekannt ist“, erläutert Sturm.

Neues Markergen bei Hochrisikopatienten entdeckt

Sturm befasst sich mit der Entstehung von Glioblastomen und Medulloblastomen, den beiden häufigsten bösartigen Hirntumoren im Kindesalter. Die mittlere Überlebensrate beim Glioblastom liegt derzeit bei nur acht bis 18 Monaten. Beim Medulloblastom liegt die Zehn-Jahres-Überlebensrate derzeit bei etwa 60 Prozent. Die jetzt prämierte Arbeit zeigt sowohl neue genetische Merkmale dieser Tumorzellen auf als auch Veränderungen in Signalwegen innerhalb der Zelle, die zur Tumorentstehung beitragen. So entdeckte der Nachwuchsforscher ein Gen, das in den meisten Hochrisikotumoren bei Medulloblastom-Patienten aktiv ist. Solche Markergene können dazu beitragen, den Krankheitsverlauf bei Patienten vorauszusagen und eignen sich als mögliche Ansätze für eine personalisierte Therapie.

Die DGHO zeichnet mit dem Doktoranden-Förderpreis hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Hämatologie und Internistischen Onkologie aus. Der Selma-Meyer-Dissertationspreis ist nach der jüdischen Kinderärztin benannt, die 1927 als erste Frau in Deutschland außerplanmäßige Professorin für Kinderheilkunde wurde. Die DGKJ würdigt damit zukunftsorientierte Promotionsarbeiten in der Kinderheilkunde.

Literatur
Pubmed: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23079654
CellPress: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1535610812003649

Weitere Informationen im Internet
Universitätsklinik für Kinderheilkunde III, Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie, Heidelberg:
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Willkommen.1035.0.html
Abteilung für Pädiatrische Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum: www.dkfz.de/de/paediatrische-neuroonkologie/index.php
Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V.:
http://www.dgho.de/informationen/preisausschreiben/doktoranden-foerderpreis
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.:
http://www.dgkj.de/ueber_uns/personalia/meldung/meldungsdetail/selma_meyer_dissertationspreis/

Kontakt
Dr. med. Dominik Sturm
Klinik für Kinderheilkunde III
Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Tel.: 06221 56-38789
E-Mail: dominik.sturm@med.uni-heidelberg.de

und

Abteilung für Pädiatrische Neuroonkologie (B062)
Molekulare Diagnostik
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Tel.: 06221 42-4676
E-Mail: d.sturm@dkfz.de

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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