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Tod oder Leben - wie Zellen über ihr Schicksal entscheiden

Thomas Hofmann mit dem Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet

Nr. 61 | 30.11.2012 | von Koh

Dr. Thomas Hofmann, Nachwuchsgruppenleiter im Deutschen Krebsforschungszentrum, erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis für seine herausragenden Leistungen in der Krebsforschung. Der Biologe klärte auf, wie Zellen nach Erbgutschäden über ihr weiteres Schicksal entscheiden. Seine Ergebnisse tragen zum Verständnis bei, wie Krebszellen auf erbgutschädigende Therapien reagieren.

Dr. Thomas Hofmann
© privat

Zellen müssen ständig auf Schädigung ihres Erbguts reagieren. Stoffwechselvorgänge, Strahlung oder auch einfach Kopierfehler der DNA führen täglich zu Millionen von Defekten. In jedem einzelnen Fall muss die Zelle entscheiden, wie sie damit umgeht. Als Reaktionsmöglichkeiten stehen ihr verschiedene biologische Programme zur Auswahl: Sind die Schäden irreparabel, so wählt sie den programmierten Zelltod (Apoptose) oder leitet die zelluläre Seneszenz ein, ein Zustand, der kein weiteres Fortschreiten des Zellteilungszyklus ermöglicht. Ist der Erbgutschaden nicht gravierend, wird seine Reparatur über verschiedene Mechanismen eingeleitet.

Diese DNA-Schadensantwort schützt den Körper davor, dass Tumoren entstehen: Der Organismus verhindert damit, dass sich defekte Zellen anhäufen, die zu Krebs entarten können.

Thomas Hofmann konnte mit seiner Arbeit aufklären, wie der durch DNA-Schäden ausgelöste Zelltod eingeleitet wird. Er identifizierte einige der Schaltermoleküle, die dieses komplexe biologische Programm steuern. Viele Chemotherapien und auch die Strahlentherapie von Krebs wirken, indem sie die DNA der Tumorzellen schädigen. Daher bestimmen diese Schalter auch, wie empfindlich eine Krebszelle auf diese Therapieverfahren reagiert. Die Schaltermoleküle gelten deshalb als vielversprechende Zielstrukturen für die Entwicklung von Medikamenten, die die Wirksamkeit von Tumortherapien unterstützen.

Thomas Hofmann, Jahrgang 1971, studierte in Heidelberg Biologie und wurde im Jahre 2000 in Heidelberg mit „summa cum laude“ promoviert. Er war anschließend als Postdoc am Heinrich-Pette-Institut der Universität Hamburg tätig und ging 2004 als Gruppenleiter an das Deutsche Zentrum für Alternsforschung nach Heidelberg. Seit 2006 ist er Leiter einer Nachwuchsgruppe am Deutschen Krebsforschungszentrum. Hofmann wurde zusammen mit Kollegen bereits in der Vergangenheit für seine Forschungsarbeiten mit dem Preis der Werner Otto Stiftung und dem Georg-Ernst-Konjetzny-Preis ausgezeichnet.

Der Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, gestiftet von der Monika Kutzner Stiftung zur Förderung der Krebsforschung, wird jedes Jahr für herausragende Leistungen in der Krebsforschung vergeben. Der Preis wird zum diesjährigen „Einsteintag“ am 30. November in Potsdam im Schloss Sanssoucis verliehen.

Ein Bild zur Pressemitteilung steht im Internet zur Verfügung unter:
http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2012/images/Hofmann-Thomas.jpg

Quelle: privat

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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