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Jeder einzelne zählt!

Nr. 58a | 14.11.2012 | von Koh

In Heidelberg laufen die Vorbereitungen für die größte deutsche Gesundheitsstudie an: 200 Bürger in Heidelberg können sich an der Vorstudie zur „Nationalen Kohorte“ beteiligen. Die Studie soll Möglichkeiten und Wege aufzeigen, den großen Volkskrankheiten besser vorzubeugen.

© pixelio.de, Walter Reich

Was hält uns gesund? Welche Faktoren schützen uns vor Herz-Kreislauferkrankungen oder Lungenversagen? Was dagegen lässt uns an Diabetes, Krebs oder Demenz erkranken? Die großen Volkskrankheiten stellen unser Gesundheitssystem vor Herausforderungen. Mit der „Nationalen Kohorte“, der größten deutschen Gesundheitsstudie, wollen Wissenschaftler die Ursachen dieser Krankheiten erforschen und nach Risiko- und Schutzfaktoren suchen. Die Studie soll im kommenden Jahr anlaufen. Bundesweit werden in den nächsten zehn Jahren in 18 Studienzentren insgesamt 200.000 Teilnehmer im Alter von 20 bis 69 Jahren befragt und untersucht, allein im Studienzentrum Heidelberg/Mannheim 10.000 Personen.

Um für die Studienteilnehmer einen reibungslosen Untersuchungsablauf sicherzustellen, erproben die einzelnen Studienzentren die verschiedenen Fragebögen und Untersuchungsmethoden in einer Vorstudie. Einige hundert Bürger in Heidelberg haben daher vom Deutschen Krebsforschungszentrum eine Einladung erhalten, bis Mitte Dezember an der Vorstudie teilzunehmen. Die Angeschriebenen wurden nach einem statistischen Zufallsverfahren vom Einwohnermeldeamt für die Studie ausgewählt. Nur eingeladene Bürger können sich daher beteiligen.

Im Studienzentrum werden die Teilnehmer der Gesundheitsstudie zunächst unter anderem nach ihrer medizinischen Vorgeschichte und ihrem Lebensstil befragt. Bei der medizinischen Untersuchung werden u.a. der Blutdruck und die Herzfrequenz gemessen, ein EKG aufgezeichnet und verschiedene gesundheitsrelevanter Laborwerte bestimmt. Die Teilnehmer sollten etwa drei Stunden Zeit mitbringen. Alle Daten werden streng vertraulich gehandhabt und die pseudonymisierten Ergebnisse ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet. Die Teilnehmer erhalten hinterher einen Brief mit ihren persönlichen Untersuchungsergebnissen.

„Jeder Einzelne zählt – wir hoffen daher, dass möglichst viele der Angeschriebenen die Nationale Kohorte durch ihre Teilnahme unterstützen“, so Dr. Karin Halina Greiser, Leiterin des Studienzentrums Heidelberg/Mannheim, das im Deutschen Krebsforschungszentrum angesiedelt ist. „Mit der Studie verbessern wir gemeinsam die Gesundheit der Bevölkerung und rüsten die medizinische Versorgung in Deutschland für die Zukunft. Die Ergebnisse der Studie kommen uns allen zugute.“

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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