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Eine Million für die Krebsforschung: Manfred Lautenschläger Stiftung fördert die Entwicklung neuer Impfstoffe gegen Krebs

Nr. 42 | 15.07.2010 | von (Koh)

Als Harald zur Hausen 2008 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde, bot Manfred Lautenschläger spontan an, die wissenschaftliche Arbeit des Nobelpreisträgers durch den Aufbau eines Forschungsteams zu unterstützen. Diese Förderung kommt nun Angelika Riemer zugute: Die Nachwuchswissenschaftlerin will im Deutschen Krebsforschungszentrum die Entwicklung eines Impfstoffs vorantreiben, der auch bereits bestehende Infektionen mit krebserregenden humanen Papillomviren heilen kann.

Angelika Riemer
© dkfz.de

An seine Begeisterung über den Nobelpreis an Harald zur Hausen, den langjährigen Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Krebsforschungszentrums, kann sich Dr. h.c. Manfred Lautenschläger noch gut erinnern: „Ich entschied damals spontan, die faszinierende Forschung zur Hausens zu unterstützen“, so der Gründer des Finanz- und Vermögensberaters MLP. Dank dieser Förderung – einer Million Euro über vier Jahre – kann nun Privatdozentin Dr. Dr. Angelika Riemer im Deutschen Krebsforschungszentrum eine Nachwuchsgruppe aufbauen, um an neuen Impfstoffen gegen die krebserregenden humanen Papillomviren zu forschen.

Manfred Lautenschläger ist glücklich mit der Wahl der jungen Forscherin: „Sie ist die richtige für dieses Projekt: eine glänzende Wissenschaftlerin mit einer großen Ausstrahlung und Persönlichkeit – kurzum: Angelika Riemer hat mich schon in unserem ersten Gespräch beeindruckt.“ Das erklärte Ziel des Stifters ist es, mit seiner Förderung die Krebsforschung weiter zu dynamisieren und zu beschleunigen.

„Wir sind froh, dass wir mit der großzügigen Unterstützung durch die Manfred Lautenschläger Stiftung eine so brillante Nachwuchswissenschaftlerin ans Deutsche Krebsforschungszentrum berufen können. Um international zu bestehen, ist unsere Forschung zunehmend auch auf private Geldgeber angewiesen“, sagt Professor Dr. Otmar D. Wiestler, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Angelika Riemer hat sich in ihrer wissenschaftlichen Laufbahn von Anfang an auf die Entwicklung von Tumorimpfstoffen konzentriert. „Im Deutsche Krebsforschungszentrum haben Harald zur Hausen und seine Mitarbeiter die wissenschaftlichen Grundlagen für die erste Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren geschaffen. Ich bin stolz darauf, diese Arbeit hier weiterführen zu können. Das Zentrum mit seinen exzellenten virologischen und immunologischen Abteilungen bietet für meine Forschung das ideale Umfeld.“

Die Immunologin geht bei der Impfstoffentwicklung einen Schritt weiter. Ihre Forschung konzentriert sich auf das humane Papillomvirus 16, das die Hälfte aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verursacht, daneben aber auch noch verschiedene andere Krebsarten des Genitaltrakts und des Rachenraums auslösen kann. Im Gegensatz zu der bisher verfügbaren Impfung, die eine Infektion mit den krebserregenden Viren verhindert und so der Krebsentstehung vorbeugt, soll der neue therapeutische Impfstoff das Immunsystem dazu bringen, auch bereits virusinfizierte, entartete Zellen zu erkennen und abzutöten. Angelika Riemer hat eine spezielle Technik entwickelt, um herauszufinden, welche Abschnitte der Virusproteine in infizierten Zellen vom menschlichen Immunsystem spezifisch erkannt werden. Mit diesen Proteinabschnitte, so genannte Epitopen, will die Forscherin Killerzellen gezielt gegen virusinfizierte, entartete Zellen aktivieren.

Harald zur Hausen freut sich, dass sein Nobelpreis den Anlass zu dieser Forschungsförderung gegeben hat und dankt Manfred Lautenschläger: „Die Erforschung von virusbedingten Krebserkrankungen verspricht noch viele spannende Entdeckungen. Neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet können dazu beitragen, dass wir in Zukunft Krebs besser vorbeugen können.“

Mit dem Aufbau der Arbeitsgruppe von Angelika Riemer unterstützt Manfred Lautenschläger nicht zum ersten Mal die Arbeit des Deutschen Krebsforschungszentrums: Im Jahr 2003 erhielt Professor Peter Krammer den mit 250 000 Euro dotierten Lautenschläger Forschungspreis, 2008 ging der Erlös der von Manfred Lautenschläger initiierten Charity Tour des Radtreffs Rhein-Neckar an Dr. Stefan Pfister, der Hirntumoren bei Kindern erforscht. Darüber hinaus bat Manfred Lautenschläger die Gäste zu seinem 70. Geburtstag anstelle von Geschenken um eine Spende für das Deutsche Krebsforschungszentrum, diese Summe erhielt der Kinderonkologe Professor Dr. Olaf Witt.

Angelika Riemer wurde 1976 in Salzburg, Österreich, geboren und studierte Medizin an den Universitäten Wien, Melbourne und Bristol. Mit herausragendem Notendurchschnitt wurde sie sowohl in der Medizin als auch in Molekularer Biologie promoviert. Sie ist Fachärztin für Immunologie und in Ausbildung zur Fachärztin für Dermatologie. 2007 wurde sie im Fach Immunologie habilitiert. Von 2008 bis 2009 forschte Angelika Riemer am Cancer Vaccine Center des Dana-Farber Cancer Institute/Harvard Medical School.

Ein Bild von Angelika Riemer steht im Internet zur Verfügung unter:
http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2010/images/Riemer_Angelika.jpg

Bildquelle: Brigitte Engelhardt, Deutsches Krebsforschungszentrum

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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