Kommunikation und Marketing

Große Chance für junge Krebsforscher

Nr. 66 | 01.12.2008 | von (nis)

Am Deutschen Krebsforschungszentrum werden zwei neue Helmholtz-Nachwuchsgruppen eingerichtet. Die Helmholtz-Gemeinschaft wählte Dr. Sven Diederichs und Dr. Markus Feuerer zusammen mit 15 weiteren herausragenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus einer Vielzahl an sehr guten Bewerbungen aus.

Als Nachwuchsgruppenleiter können Dr. Sven Diederichs und Dr. Markus Feuerer eigene Forschungsgruppen aufbauen und verfügen in den kommenden fünf Jahren jeweils über ein Jahresbudget von mindestens 250.000 Euro. Das erlaubt ihnen, neben der eigenen Stelle drei Mitarbeiter sowie die Laborausstattung zu finanzieren.

"Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Für Nachwuchswissenschaftler ist der Aufbau einer eigenen Gruppe an einer führenden Forschungseinrichtung wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum ein sehr wichtiger Schritt. Besonders die Möglichkeit, in einem frühen Karrierestadium selbstständig zu forschen, eigene Ideen verfolgen und umsetzen zu können, ist entscheidend für die weitere wissenschaftliche Entwicklung", erläutert Dr. Sven Diederichs die Bedeutung des Förderprogramms. Diederichs erforschte an der Harvard Medical School in Boston, USA, die Mechanismen der Regulation von microRNAs und charakterisiert nun im Deutschen Krebsforschungszentrum deren Fehlregulation bei Krebs. microRNAs sind kurze Ribonukleinsäure (RNA)-Moleküle, die eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Aktivität von Genen spielen.

Dr. Markus Feuerer, der bereits am Deutschen Krebsforschungszentrum promoviert hat, kehrt aus den USA ebenfalls von der berühmten Harvard Medical School zurück nach Heidelberg. Seine Forschung beschäftigt sich mit der sogenannten peripheren T-Zell-Toleranz. Diese unterdrückt Immunreaktionen des Körpers und verhindert zum Beispiel, dass Tumorzellen durch das Immunsystem attackiert werden. Ein besseres Verständnis dieser Abläufe kann dazu beitragen, wirksame immunologische Krebstherapien zu entwickeln.

Finanziell werden die Helmholtz-Nachwuchsgruppen zur Hälfte aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft getragen. Die andere Hälfte trägt das Deutsche Krebsforschungszentrum beziehungsweise – im Falle der Helmholtz-Hochschulgruppe von Dr. Sven Diederichs – das Deutsche Krebsforschungszentrum gemeinsam mit dem Institut für Pathologie der Universität Heidelberg. Die Nachwuchsgruppenleiter erhalten zudem eine Option auf eine unbefristete Anstellung (Tenure Track), sofern die nach vier Jahren anstehende Fachbegutachtung positiv ausfällt. Das macht diese Stellen für junge Forscherinnen und Forscher aus renommierten Forschungseinrichtungen weltweit attraktiv.

Das Nachwuchsgruppen-Programm dient daneben der besseren Vernetzung zwischen Helmholtz-Zentren und den Partnerhochschulen. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen an einem Helmholtz-Zentrum, übernehmen darüber hinaus aber auch akademische Pflichten an einer Partnerhochschule, indem sie zum Beispiel Vorlesungen und Seminare halten. Dadurch qualifizieren sie sich auch für eine Universitätskarriere. Insgesamt fördert die Helmholtz-Gemeinschaft, zu deren Mitgliedern das Deutsche Krebsforschungszentrum gehört, damit nun 97 Nachwuchsgruppen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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