Pressemitteilungen
Der Evolution des Kleinhirns auf der Spur
Heidelberger Wissenschaftler enthüllen genetische Programme, die die Entwicklung der zellulären Vielfalt im Kleinhirn von Menschen und anderen Säugetieren steuern. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.
EU fördert Forschung zu Ursachen und neuen Therapien der Multiplen Sklerose
Der Verlauf einer Multiplen Sklerose (MS) kann meist durch Medikamente gebremst werden, doch eine Heilung ist derzeit nicht möglich. Dass Epstein-Barr-Viren an der Entstehung der MS beteiligt sind, gilt inzwischen als gesichert. Unbekannt ist jedoch, wie die Erreger die Erkrankung auslösen. Die Europäische Union fördert nun in ihrem Programm HORIZON Europe das internationale Forschungskonsortium BEHIND-MS, das diese Zusammenhänge aufklären will, um spezifische Biomarker und zielgerichtete Therapieansätze zu identifizieren. Das Konsortium unter der Federführung des Deutschen Krebsforschungszentrums erhält 7,1 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren.
Randomisierte Studie unterschätzt Potenzial der Vorsorge-Darmspiegelung
Die kürzlich veröffentlichte erste randomisierte Studie zur Wirksamkeit von Vorsorge-Darmspiegelungen deutete eine vergleichsweise bescheidene Reduktion der Darmkrebsfälle von nur 18 Prozent an. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum decken nun Schwachstellen des Studiendesigns, der Auswertung und der Dateninterpretation auf: die unzureichende Berücksichtigung der geringen Teilnahme am Screening, das „graue Screening" sowie die bereits zu Beginn der Studie vorhandenen Darmkrebs-Fälle. Berücksichtigten sie diese Faktoren, so kamen die Forscher auf eine Screening-bedingte Reduktion der Darmkrebs-Neuerkrankungen um über 50 Prozent – ein Wert, der im Einklang mit den langjährigen Beobachtungen steht.
NCT-Erweiterung auf sechs Standorte ministeriell besiegelt
Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, und Ministerinnen und Minister der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen unterzeichneten die Bund-Länder-Verwaltungsvereinbarung für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT). Zugleich weihten das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Universitätsklinikum Heidelberg den Erweiterungsbau und Anbau des NCT Heidelberg ein. Der Bauherr DKFZ übergab dabei den Schlüssel feierlich an das Universitätsklinikum Heidelberg, das das Gebäude betreibt.
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) ist eine langfristig angelegte Kooperation zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), exzellenten Partnern in der Universitätsmedizin und weiteren herausragenden Forschungspartnern.
Humane Papillomviren (HPV) und Krebs – vorbeugen, erkennen und behandeln. Das ist das Thema der Online-Veranstaltung des Krebsinformationsdienstes am Donnerstag, 30.11.2023 von 16 bis 18 Uhr
Humane Papillomviren (HPV) befallen Zellen der Haut oder der Schleimhaut. Sie werden häufig sexuell übertragen und können, je nach Typ, Krebs verursachen. Den meisten Menschen sind die Viren im Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs ein Begriff. Heute weiß man aber, dass Papillomviren auch an anderen Krebsarten beteiligt sein können. Dazu gehören neben Tumoren im Intimbereich auch Erkrankungen in Mund und Rachen. Darüber klärt der Krebsinformationsdienst in einer öffentlichen Veranstaltung auf.
Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer gezielteren Behandlung von krebsbedingter Fatigue
Nach überstandener Therapie leiden viele Krebspatienten noch jahrelang unter quälender Müdigkeit und Erschöpfung, der sogenannten krebsbedingten Fatigue. Die Ausprägung der Fatigue wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Experten gehen daher davon aus, dass es sich um ein heterogenes Krankheitsbild handelt. Wissenschaftlerinnen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum konnten nun bei Brustkrebspatientinnen mögliche Subgruppen der krebsbedingten Fatigue definieren, die sich anhand biologischer Merkmale und psychischer Symptome unterscheiden lassen. Die Studie soll dazu beitragen, in Zukunft individuellere und gezieltere Behandlungen für Fatigue-Betroffene zu entwickeln.
Zwölfmal Spitzenklasse bei den Zitierungen
Zwölf Wissenschaftler, die im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) forschen bzw. gemeinsame Brückenabteilungen mit dem DKFZ leiten, haben es 2023 bis ganz an die Spitze geschafft: Sie zählen zum führenden ersten Prozent der weltweit meistzitierten Forscher ihrer jeweiligen Fachgebiete. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Arbeiten besonders häufig von Fachkollegen zitiert werden, gelten als überdurchschnittlich anerkannt in ihrem Gebiet. Daher ist die Zitierungshäufigkeit einer der wichtigen Messwerte, um den Einfluss und die Leistungsfähigkeit einzelner Forscher einzuordnen.
Politische Einflussnahme der Tabakindustrie alarmierend: Schlechte Noten für Deutschland im internationalen Vergleich
Deutschlands Maßnahmen gegen den Einfluss der Tabakindustrie auf gesundheitspolitische Entscheidungen sind unzureichend. Das zeigt der dritte Index zur Einflussnahme der Tabakindustrie in Deutschland, den das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) am 14.11. veröffentlicht hat.
"Recht auf Vergessen" für Krebsüberlebende: Dürfen Versicherungen und Banken nach Krebserkrankungen fragen?
Wer sich oder seine Angehörigen absichern will, denkt meist an eine Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine länger zurückliegende Krebserkrankung kann einen Vertragsabschluss aber verhindern. In der Folge kann es für Krebsbetroffene schwierig sein, Bankkredite abzusichern, auch wenn die Erkrankung schon einige Jahre zurückliegt. Weil dies Krebsüberlebende möglicherweise diskriminiert, wird auf europäischer Ebene aktuell ein „Right to be forgotten" („Recht auf Vergessen") diskutiert. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums informiert über die aktuellen Regelungen in Deutschland.
Erster und zweiter Preis der Behnken-Berger-Stiftung für DKFZ-Physikerinnen
Wie genau wirkt eine neuartige Form der Strahlentherapie? Und wie lässt sich die Strahlenbelastung bei CT-Untersuchungen verringern? Für ihre Beiträge zur Klärung dieser wichtigen medizinischen Fragestellungen erhalten Jeannette Jansen und Laura Klein, Doktorandinnen im Deutschen Krebsforschungszentrum, den ersten und zweiten Preis 2023 der Behnken-Berger-Stiftung.