Krebsrisikofaktor Ernährung

Ernährung ist lebensnotwendig. Eine ausgewogene Ernährung sorgt für den Erhalt der Gesundheit; eine ungesunde Ernährung hingegen kann zur Entstehung nichtübertragbarer Krankheiten beitragen – dazu gehören starkes Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und koronare Herzerkrankungen sowie einige Krebserkrankungen. Die Ernährung wirkt sich vor allem dann negativ auf die Gesundheit aus, wenn zu einer hohen Kalorienaufnahme weitere ungesunde Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel, Rauchen und hoher Alkoholkonsum dazukommen.

Einfluss der Ernährung auf das Krebsrisiko

Die Ernährung beeinflusst das Krebsrisiko direkt und indirekt. Zum einen erhöht ein hoher Konsum bestimmter Lebensmittel – dies betrifft insbesondere Alkohol und rotes Fleisch – das Risiko, an manchen Krebsarten zu erkranken. Zum anderen führen eine zu hohe Kalorienaufnahme und eine unausgewogene Ernährung zu Übergewicht – das wiederum erhöht das Erkrankungsrisiko für verschiedene Krebsarten.

Der World Cancer Research Fund International analysiert und bewertet fortlaufend im Rahmen des Continuous Update Projects Studien zur Auswirkung von Ernährung auf das Krebsgeschehen und kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Ein hoher Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch erhöht das Risiko für Darmkrebs.
  • Ein hoher Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Krebs im Mund- und Rachenraum, für Kehlkopf-, Speiseröhren-, Brust-, Leber- und Darmkrebs sowie möglicherweise auch für Magenkrebs.
  • Massives Übergewicht (Adipositas) erhöht das Risiko für Krebs der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse, der Leber, des Dickdarms, der Brust (bei postmenopausalen Frauen), des Gebärmutterkörpers und der Niere. Wahrscheinlich erhöht es auch das Risiko für Krebs im Mund- und Rachenraum, für Magen-, Gallenblasen-, Eierstock- und Prostatakrebs.

Umgekehrt schützt eine gesunde Ernährung vor Krebserkrankungen:

  • Eine ballaststoffreiche Ernährung verringert wahrscheinlich das Darmkrebsrisiko.
  • Der Konsum von Milchprodukten reduziert wahrscheinlichdas Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.
  • Eine Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse schützt wahrscheinlich vor Krebs im Mund-/Rachenbereich und vor Lungenkrebs.

Insgesamt senkt eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen, wenig rotem und verarbeitetem Fleisch, wenig verarbeiteten, kalorienreichen Lebensmitteln, wenig Alkohol und viel Bewegung das Krebsrisiko. Durch eine gesunde Ernährung, einen geringen Alkoholkonsum, ein gesundes Körpergewicht und ausreichend körperliche Bewegung ließen sich in Industrieländern rund 20 Prozent aller Krebsfälle vermeiden.

In Deutschland sind schätzungsweise knapp acht Prozent der Krebsfälle durch ungesunde Ernährungsgewohnheiten bedingt.

 

Studie des DKFZ zur Krebslast durch Übergewicht und ungesunde Ernährung:

Auswirkung der Ernährung auf die Lebenserwartung (EPIC-Studie)

Im Rahmen der Studie Gesundheit, Ernährung und Krebs (EPIC-Heidelberg), die Teil der europäischen Langzeitstudie European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) ist, wurden rund 25.000 Männer und Frauen aus dem Raum Heidelberg zu ihren Ernährungsgewohnheiten, ihrem Rauchverhalten und ihrer körperlichen Aktivität befragt. Zusätzlich wurden Krankheitsgeschichte, Medikamenteneinnahme sowie verschiedene Körperwerte (Blutdruck, Blutwerte, Gewicht) erhoben. Anhand dieser Daten wurde der Einfluss der fünf Risikofaktoren Rauchen, Körpergewicht, Alkoholkonsum, körperliche Aktivität sowie Ernährung (anhand des Verzehrs von rotem Fleisch und Wurstwaren sowie Gemüse und Obst) jenseits des 40. Lebensjahres auf die verbleibende Lebenserwartung errechnet.

Frauen und Männer ernähren sich unterschiedlich gesund

Frauen lebten hinsichtlich der Ernährung etwas gesünder als die Männer: Nahezu zwei Drittel der Frauen (63,4 Prozent) aßen viel Obst und Gemüse und 91 Prozent verzehrten nur selten rotes Fleisch. Von den Männern hingegen nahm nur die Hälfte reichlich Obst und Gemüse zu sich und fast ein Drittel (32,5 Prozent) aß häufig Fleisch.

 

Viel Fleisch und Wurst verkürzen das Leben

Eine Ernährung mit reichlich rotem Fleisch und viel Wurst verkürzt bei Männern die Lebenszeit um 1,4 Jahre und bei Frauen um 2,4 Jahre. Ein niedriger Verzehr von Obst und Gemüse sowie eine geringe körperliche Aktivität zeigten bei der Studie hingegen nur eine deutlich geringere lebensverkürzende Wirkung.

Kommen zu einer ungesunden Ernährung weitere Risikofaktoren wie Rauchen, hoher Alkoholkonsum, Übergewicht und wenig körperliche Bewegung dazu, summiert sich deren lebensverkürzende Wirkung auf. Die ungesündeste Kombination besteht aus starkem Rauchen, Adipositas, hohem Alkoholkonsum, wenig körperlicher Aktivität und einer ungesunden Ernährung mit hohem Verzehr von rotem Fleisch und Wurst sowie niedrigem Verzehr von Obst und Gemüse.

Bei einem solch ungesunden Lebensstil erreichen Männer ein Durchschnittsalter von 69 Jahren und Frauen von 73 Jahren.

Gesundheitschance Ernährung

Obst

© dkfz.de

Für einen gesunden Lebensstil (Niemals-Raucher, optimaler BMI, kein oder nur geringer Alkoholkonsum, viel körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährung mit geringem Verzehr von rotem Fleisch und Wurst sowie hohem Verzehr von Obst und Gemüse) errechnet die EPIC-Studie für Männer eine durchschnittliche Lebenserwartung von fast 88 Jahren; Frauen können bei gesunder Lebensweise mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von nahezu 89 Jahren rechnen.

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