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Krebsrisikofaktor Alkohol

Alkohol ist ein Zellgift, das sich mit dem Blut im ganzen Körper verteilt und Organe, Nervenzellen und das Immunsystem schädigt. Darüber hinaus fördert Alkoholkonsum die Entstehung verschiedener Krebserkrankungen: Weltweit lassen sich rund 5,5 Prozent aller Krebsfälle auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Damit gehört der Alkoholkonsum zu den bedeutensten durch den Lebensstil beeinflussbaren Krebsrisikofaktoren.

Krebserkrankungen, die durch Alkoholkonsum verursacht werden können

© dkfz.de

 Alkoholkonsum erhöht dosisabhängig das Risiko für folgende Krebsarten:

  • Krebs im Mund- und Rachenraum
  • Kehlkopfkrebs
  • Speiseröhrenkrebs
  • Brustkrebs
  • Leberkrebs
  • Darmkrebs
  • möglicherweise Bauchspeicheldrüsenkrebs

Alle Arten von Alkohol, egal ob Wein, Bier oder Spirituosen, erhöhen das Krebsrisiko. Mit steigendem Alkoholkonsum nimmt auch das Krebsrisiko zu. Wer außerdem noch raucht, setzt sich einem noch größeren Erkrankungsrisiko aus, denn ein gleichzeitiger Alkohol- und Tabakkonsum verstärken sich gegenseitig in ihrer krebserzeugenden Wirkung.

Auf welche Weise der Alkohol die Krebsentstehung fördert, ist noch nicht eindeutig geklärt und ist wahrscheinlich je nach Organ unterschiedlich. Man weiß aber, dass das Acetaldehyd, ein Stoffwechselprodukt von Alkohol, das in hoher Konzentration die Erbsubstanz der Zellen schädigen kann, eine wichtige Rolle spielt. Außerdem wirken sich genetische Faktoren, beispielsweise Gene, die den Alkohol-, Folsäure- und Methioninstoffwechsel steuern, auf die Krebsentstehung aus.

Bei der Wirkung des Alkohols auf die Krebsentstehung bestehen deutliche Geschlechtsunterschiede:

Bei Männern entfallen 40 Prozent er alkoholbedingten Krebserkrankungen auf Darmkrebs, je etwa 15 Prozent auf Leber-, Speiseröhren- und Mundhöhlenkrebs, 11 Prozent auf Rachenkrebs und 5 Prozent auf Kehlkopfkrebs.
Bei Frauen entfallen 69 Prozent der alkoholbedingten Krebserkrankungen auf Brustkrebs, 14 Prozent auf Darmkrebs, 6 Prozent auf Mundhöhlenkrebs und 5 Prozent auf Speiseröhrenkrebs.

Weitere schwere Erkrankungen, die durch Alkoholkonsum verursacht werden können

Insgesamt verursacht Alkohol über 200 verschiedene Krankheiten; dazu gehören neben den oben genannten Krebsarten Leberzirrhose, Pankreatitis, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall, Tuberkulose, Lungenentzündung, Hepatitis, Angstzustände, Depression und epileptische Anfälle. Darüber hinaus schädigt Alkohol das Gehirn und macht abhängig.

Alkohol während der Schwangerschaft

© dkfz.de

 Trinkt eine werdende Mutter Alkohol, gelangt der Alkohol über die Plazenta in das Ungeborene. Dies schadet diesem und kann – je nach Konzentration und Häufigkeit – beim Kind eine fetale Alkoholspektrumstörung verursachen. Die betroffenen Kinder leiden unter Verhaltensauffälligkeiten und  schwerwiegenden geistigen und körperlichen Einschränkungen.

Jugendliche und Alkohol

© dkfz.de

Jugendliche sind für die schädlichen Wirkungen des Alkohols empfindlicher als Erwachsene. Während der Pubertät finden im Gehirn strukturelle Umbauprozesse statt, insbesondere im präfrontalen Cortex, der vor allem kognitive Leistungen, die Persönlichkeit und die Kontrolle von Emotionen steuert, sowie im limbischen System, dem Zentrum der Emotionen. Der Umbau des präfrontalen Cortex dauert bis ins junge Erwachsenenalter an. Alkoholkonsum beeinträchtigt diese Entwicklungsprozesse nachhaltig. Alkoholkonsum – insbesondere Rauschtrinken – führt bei Jugendlichen zu Veränderungen der grauen und weißen Hirnsubstanz, zu einer Abnahme des Gehirnvolumens und stört die Funktion des Gehirns. Dies führt zu Beeinträchtigungen der kognitiven Leistung, des Gedächtnisses, der räumlichen Wahrnehmung, des Abstraktions-, Problemlösungs- und Planungsvermögens
sowie der Verhaltenskontrolle.
Insgesamt führt ein hoher Alkoholkonsum im Jugendalter zu einer Störung der Sozialisation, da er die Identitätsbildung, die Entwicklung der Selbständigkeit und das Erlernen von Normen beeinträchtigt. Auch der krebserzeugenden Wirkung des Alkohols kommt für Jugendliche eine besondere Bedeutung zu, da ihre Organe noch wachsen; dies gilt ganz besonders bei gleichzeitigem Rauchen.

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