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Arbeitsgruppe Epidemiologische Grundlagen der Krebsprävention

Die epidemiologische Forschung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, daß die Krebskrankheiten zum überwiegenden Teil durch Faktoren unserer Umwelt (nicht nur anthropogene Belastung von Boden, Wasser, Luft, sondern auch Rauchen und Ernährung, Arbeitsplatz und soziale Umwelt) bestimmt sind. Dabei spielt der Lebensstil (z.B. Rauchen und Ernährung) eine herausragende Rolle. Viele dieser Faktoren sind veränderbar, so daß ein großer Teil der Krebserkrankungen durch geeignete vorbeugende Maßnahmen vermeidbar ist ("primäre Prävention"). Vollständig kann ein Erkrankungsrisiko durch primäre Prävention allerdings nicht ausgeschlossen werden. Bei den unvermeidlich auftretenden Krebserkrankungen kann aber wenigstens ein tödlicher Verlauf vermieden werden, wenn sie hinreichend früh erkannt und richtig behandelt werden ("sekundäre Prävention"). Wie groß das Potential für Prävention in Deutschland ist, welche Maßnahmen – vor allem der sekundären Prävention – möglichst rasch zu einer Senkung der Mortalität führen können, und welche Risikofaktoren an bisher noch weniger gut verstandenen Krebskrankheiten beteiligt und eventuell vermeidbar sind, sind die Forschungsfragestellungen dieser Arbeitsgruppe.

Deskriptive Epidemiologie


© dkfz.de

Die Arbeitsgruppe stellt eine regelmäßig aktualisierte Bestandsaufnahme der Krebssterblichkeit in Deutschland zu Verfügung. Diese Daten bilden den Ausgangspunkt für eine Vielzahl von Analysen über zeitliche Trends sowie regionale Unterschiede der Krebsmortalität hierzulande. Sie stellen außerdem die Grundlage dar für die Berechnung des Potentials primärer und sekundärer Prävention in Deutschland.

Sekundäre Prävention

Die sekundäre Prävention, zu der insbesondere bevölkerungsbezogene Früherkennungsmaßnahmen ("Screening") gehören, stellt gewissermaßen eine "zweite Auffanglinie" dar, wenn das Entstehen von Tumoren durch Vorbeugung nicht zu verhindern ist. Die Erforschung neuer Screeningverfahren, die möglichst rasche Einführung als wirksam nachgewiesener Verfahren sowie die Verbesserung und Qualitätskontrolle bestehender Verfahren werden in der Arbeitsgruppe zur Zeit mit besonderem Nachdruck betrieben. Zum einen besteht auf diesem Gebiet in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern Nachholbedarf, und zum anderen kann mit der Einführung von qualitativ hochwertigem Screening am raschsten eine Senkung der Sterblichkeit an den betreffenden Krebsarten erzielt werden.

Projekte

Ätiologische Studien

Auch wenn die maßgeblichen Risikofaktoren bzw. Faktorengruppen – wie einleitend skizziert – im Groben mittlerweile bekannt, und ihr Beitrag bei der Krebsentstehung zumindest in seiner Größenordnung quantifiziert ist, nimmt die Suche nach noch unbekannten bzw. die Untersuchung noch ungenügend verstandener Faktoren nach wie vor einen breiten Raum ein. Hierbei rücken insbesondere komplexe Wechselwirkungen, wie sie etwa zwischen Viren bzw. anderen immunogenen Agentien und dem Immunsystem zu beobachten sind, in den Mittelpunkt des Interesses. Darüber hinaus erweist es sich zunehmend als notwendig, zugleich auch die Rolle genetischer Prädispositionen in die Untersuchungen einzubeziehen. Zu diesem Bereich gehören auch eine Reihe sogenannter "Berufskrebsstudien", in denen eventuelle Schadstoffbelastungen am industriellen Arbeitsplatz und möglicherweise daraus resultierende erhöhte Krebsrisiken untersucht werden. Solche Studien dienen dazu, die Krebsprävention im beruflichen Bereich zu fördern. Da etliche der bei derartigen Studien untersuchten Stoffe auch im Umweltbereich eine Rolle spielen, ist diese Forschungsrichtung zugleich auch für die Umweltepidemiologie von großer Bedeutung.

Projekte

Letzte Aktualisierung: 27.06.2013 Seitenanfang