Nr. 71c

Lautenschläger-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs 2025 für Lukas Bunse

Porträt eines Mannes mit glattem Kopf, der in einem blauen Anzug und mit einer grauen Krawatte gekleidet ist. Er steht vor einer hellen Hintergrundszene und schaut direkt in die Kamera. Sein Ausdruck ist freundlich und professionell.

Der Neurologe Lukas Bunse untersucht als Clinician Scientist am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, wie das körpereigene Immunsystem bei der Bekämpfung von Hirntumoren unterstützt werden kann. Dafür wird er mit dem mit 25.000 Euro dotierten Lautenschläger-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs ausgezeichnet.

Bösartige Hirntumoren aus der Gruppe der Gliome und Glioblastome sind mit verfügbaren Therapien äußerst schwierig zu behandeln. Schon während seines Medizinstudiums war Lukas Bunse an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen eine bestimmte Form der Hirntumoren, der so genannten IDH1-mutierten Gliome, beteiligt.

Eine noch schlechtere Prognose als IDH-mutierte Gliome haben Glioblastome, die vor allem Menschen im mittleren Lebensalter betreffen. Im Gegensatz zu Gliomen präsentieren sie keine einheitliche Mutation als Zielantigen auf ihrer Oberfläche, gegen das geimpft werden könnte. Hier erproben Bunse und sein Team einen zelltherapeutischen Ansatz. Zunächst gelang es ihm, auch in Glioblastomzellen geeignete Zielmoleküle für die Immunabwehr zu identifizieren. Daraufhin statteten die Forschenden patienteneigene T-Zellen außerhalb des Körpers mit Rezeptoren für diese Tumorproteine aus. 

Die so aufgerüsteten T-Zellen werden den Patienten zurückübertragen und können sich gezielt auf die Jagd nach Hirntumorzellen machen. An Mäusen haben sich diese Ansätze bereits als erfolgreich erwiesen. Erste klinische Prüfungen dieser innovativen zellulären Immuntherapie mit transgenen T-Zellen sind nun in Vorbereitung.

Lukas Bunse studierte Medizin an der Universität Heidelberg und am University College London. Nach seiner medizinischen Doktorarbeit schloss er 2020 eine weitere Doktorarbeit im Fach Biologie ab. Er ist Clinician Scientist an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und seit 2024 ist er Oberarzt in der Neurologie. Darüber hinaus forscht er als Teamleiter in der Klinischen Kooperationseinheit Neuroimmunologie und Hirntumorimmunologie am DKFZ. Nach dem Ruprecht-Karls-Preis 2018 und dem mit 100.000 Euro dotierten Hella-Bühler-Preis 2019 wurde er 2023 mit dem Novartis-Preis für therapierelevante immunologische Forschung der Deutschen Gesellschaft für Immunologie ausgezeichnet. 2025 wurde ihm der Heinz Maier-Leibnitz-Preis zuerkannt, der als Deutschlands wichtigste Auszeichnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs gilt.

Der Stifter des Preises und Ehrensenator der Universität Heidelberg, Dr. h.c. Manfred Lautenschläger, vergibt den Lautenschläger-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs für herausragende Forscherinnen und Forscher an der Universität Heidelberg in frühen Karrierestufen.

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.

Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:

  • Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
  • Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)
  • Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
  • Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ
  • DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
  • Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)

Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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