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„Jede Zelle erzählt ihre eigene Geschichte“ – Aviv Regev mit Meyenburg-Preis 2026 ausgezeichnet

Zwei Personen stehen vor einem Hintergrund mit dem Text "Meyenburg Stiftung 50 Years Anniversary". Die Frau links hält ein Zertifikat und lächelt, während der Mann rechts neben ihr, in einem dunklen Anzug, ebenfalls lächelt.
Aviv Regev, Meyenburg-Preisträgerin 2026, mit Stefan Fröhling, Vorstand der Meyenburg-Stiftung und NCT Heidelberg.

Der Meyenburg-Preis 2026 geht an die Bioinformatikerin und Systembiologin Aviv Regev, Forschungsleiterin beim Biotech-Unternehmen Genentech, San Francisco, USA. Die Wissenschaftlerin gilt als Wegbereiterin der Einzelzellgenomik, mit der sich die Aktivität der Gene in einzelnen Zellen hochauflösend erfassen und auswerten lässt – ein Forschungsfeld, das die Biomedizin grundlegend verändert hat. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am 28. Juli bei einem Symposium anlässlich des 50. Jubiläums der Meyenburg-Stiftung im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) verliehen.

Fünf Personen stehen lächelnd vor einem Banner, das das 50-jährige Jubiläum der Meyenburg Stiftung feiert. Eine Frau in der Mitte hält ein Dokument in der Hand. Die anderen Personen sind in formeller Kleidung gekleidet. Im Hintergrund sind einige Kartons sichtbar.
v.l.n.r.: Wolfgang Henkel, Meyenburg-Stiftung; Aviv Regev, Meyenburg-Preisträgerin 2026; Marion Meyenburg, Tochter des Stifter-Ehepaars; Stefan Fröhling, Vorstand der Meyenburg-Stiftung und NCT Heidelberg; Christiane Opitz, Meyenburg-Stiftung und DKFZ.

„Die Liste aller bisherigen Meyenburg-Preisträgerinnen und -Preisträger liest sich wie ein internationales „Who’s Who“ der Krebs-Spitzenforschung. Viele der Ausgezeichneten haben mit ihren Ideen unser Verständnis von Krebs verändert und Patientinnen und Patienten neue Hoffnung gegeben. Wilhelm und Maria Meyenburg haben mit ihrer weitsichtigen Entscheidung, den Meyenburg-Preis einzurichten, den Grundstein für eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte gelegt“, würdigt Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ, beim Symposium zum 50-jährigen Jubiläum der Meyenburg-Stiftung das Stifterehepaar.

Die Verleihung des diesjährigen Meyenburg-Preises fand im Anschluss an das Jubiläumssymposium statt. Die Preisträgerin Aviv Regev zählt zu den Wegbereiterinnen der Einzelzellgenomik, einem Forschungsfeld, das die Biomedizin grundlegend verändert hat. Während klassische Genomanalysen Millionen von Zellen gemeinsam untersuchten und dadurch nur Durchschnittswerte lieferten, entwickelte Regev experimentelle und computergestützte Methoden, mit denen sich die Aktivität der Gene in einzelnen Zellen hochauflösend erfassen und auswerten lässt. Dadurch wurde sichtbar, wie vielfältig Zelltypen und Zellzustände tatsächlich sind und wie sie sich während Entwicklung, Immunantwort oder Krebsentstehung verändern. 

„Aviv Regev hat uns gezeigt, dass jede einzelne Zelle ihre eigene Geschichte erzählt – und damit eine neue Ära der Biomedizin eingeläutet. Die Einzelzellgenomik hat die Biologie von einer Wissenschaft der Durchschnittswerte zu einer Wissenschaft einzelner Zellen gemacht. Statt Millionen Zellen gemeinsam zu analysieren, können wir heute die genetische Aktivität jeder einzelnen Zelle erfassen und so erkennen, wie sich gesunde und kranke Zellen unterscheiden, wie Krebs entsteht oder wie das Immunsystem auf Infektionen reagiert“, würdigt Stefan Fröhling, Vorstand der Meyenburg-Stiftung und Geschäftsführender Direktor des NCT Heidelberg, die Preisträgerin. „Für diese außergewöhnliche Verbindung aus visionärem Denken, methodischer Exzellenz und nachhaltigem Einfluss auf die biomedizinische Forschung verleihen wir ihr mit großer Freude den Meyenburg-Preis 2026.“

Regev verband dabei molekularbiologische Verfahren mit Algorithmen aus Informatik und Statistik und schuf so neue Werkzeuge, um komplexe Gewebe als dynamische Systeme zu verstehen. Ihre Arbeiten haben dazu beigetragen, bislang unbekannte Zelltypen zu entdecken, Differenzierungsprozesse zu rekonstruieren und die Wechselwirkungen zwischen Tumorzellen und ihrer Mikroumgebung besser zu verstehen. Diese Erkenntnisse haben neue Ansätze für die Diagnostik und die Entwicklung zielgerichteter Therapien eröffnet. 

Über Aviv Regev
Dr. Aviv Regev ist Leiterin der Abteilung für Forschung und frühe Entwicklung bei Genentech. Vor ihrer Tätigkeit bei Genentech war sie Fakultätsvorsitzende, Kernmitglied und Gründungsdirektorin des Klarman Cell Observatory am Broad Institute des MIT und der Harvard University sowie Professorin für Biologie am MIT und Forscherin am Howard Hughes Medical Institute. Sie ist Mitbegründerin und Co-Vorsitzende des Human Cell Atlas. Neben zahlreichen Auszeichnungen ist sie gewähltes Mitglied der US-amerikanischen National Academy of Sciences und der National Academy of Medicine.

Über den Meyenburg-Preis
Die Meyenburg-Stiftung vergibt den Meyenburgpreis seit 1981 über das DKFZ. Die Auszeichnung, die für herausragende Leistungen in der Krebsforschung verliehen wird, gehört zu den am höchsten dotierten Wissenschaftspreisen und zu den bedeutendsten Auszeichnungen für Krebsforschung in Deutschland. 

Der Stellenwert der Auszeichnung zeigt sich auch daran, dass bereits zahlreiche Meyenburg-Preisträgerinnen und Preisträger später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden: Andrew Fire, Meyenburg-Preisträger 2002 (Nobelpreis für Medizin 2006), Elizabeth Blackburn, Meyenburg-Preisträgerin des Jahres 2006 (Nobelpreis für Medizin 2009), Shinya Yamanaka, Meyenburg-Preisträger 2007 (Nobelpreis für Medizin 2012), Stefan Hell, Meyenburg-Preisträger 2011 (Nobelpreis für Chemie 2014), Emanuelle Charpentier, Meyenburg-Preisträgerin 2016 (Nobelpreis für Chemie 2020), Katalin Karikó, Meyenburg-Preisträgerin 2021/22 (Nobelpreis für Medizin 2023).

*Das Meyenburg-Symposium fand am 28. Juli im DKFZ statt. 

Bilder zur Pressemitteilung stehen zum Download zur Verfügung:
https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Skoe/Download/Pressemitteilungen/2026/Arndt-DKFZ-50Jahre-Meyenburg-7-2026-nr2.jpg
BU: Aviv Regev, Meyenburg-Preisträgerin 2026, mit Stefan Fröhling, Vorstand der Meyenburg-Stiftung und NCT Heidelberg.

https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Skoe/Download/Pressemitteilungen/2026/Arndt-DKFZ-50Jahre-Meyenburg-7-2026-nr5.jpg
BU: v.l.n.r.: Wolfgang Henkel, Meyenburg-Stiftung; Aviv Regev, Meyenburg-Preisträgerin 2026; Marion Meyenburg, Tochter des Stifter-Ehepaars; Stefan Fröhling, Vorstand der Meyenburg-Stiftung und NCT Heidelberg; Christiane Opitz, Meyenburg-Stiftung und DKFZ.

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Über das DKFZ

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.

Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:

  • Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
  • Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)
  • Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
  • Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ
  • DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
  • Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)

Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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