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Der Kampf gegen Krebs - eine globale Aufgabe

Manche Krebsarten treten in bestimmten Ländern häufi ger auf als in anderen. Das hängt unter anderem mit dem jeweiligen Lebensstil oder den Arbeitsbedingungen zusammen. Aber auch die lokalen Maßnahmen zur Krebsvorsorge und -früherkennung oder die Verbreitung chronischer Infektionen können eine wichtige Rolle spielen.

In Europa leben nur neun Prozent der Weltbevölkerung, gleichzeitig tritt dort aber jede vierte Krebserkrankung auf.

Lungenkrebs fordert weltweit die meisten Todesopfer. In den USA und auch in einigen europäischen Staaten hat Lungenkrebs inzwischen Brustkrebs als häufigste Krebs Todesursache bei Frauen abgelöst. Das hängt zum einen damit zusammen, dass Brustkrebs inzwischen in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden kann, zum anderen spiegeln die Zahlen aber auch das Rauchverhalten in der jeweiligen Bevölkerung mit einiger zeitlicher Verzögerung wider. So sind etwa in westlichen Ländern mehr als 80 Prozent der Lungenkrebsfälle tabakbedingt. Das Land mit der weltweit höchsten Neuerkrankungsrate ist Ungarn.

Bei jeder vierten Krebserkrankung einer Frau handelt es sich um Brustkrebs. Besonders hoch sind die Neuerkrankungsraten in Nordamerika und Europa – Belgien weist dort die höchste Rate auf. Einige der bekannten Risikofaktoren hängen direkt oder indirekt mit dem Lebensstil in diesen Ländern zusammen: Beispielsweise wirken sich Kinderlosigkeit oder ein höheres Alter bei der ersten Geburt risikoerhöhend aus. Auch Übergewicht, besonders nach den Wechseljahren, und Alkoholkonsum steigern das Risiko. Eine Hormonersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden erhöht dieses ebenfalls. Längere Stillzeiten und körperliche Aktivität können das Brustkrebsrisiko hingegen senken.

Gebärmutterhalskrebs ist in vielen afrikanischen Ländern, etwa in Swasiland oder Malawi, die bei Frauen häufigste Krebserkrankung. Hauptursache ist eine anhaltende Infektion mit humanen Papillomviren (HPV). Während in vielen europäischen Ländern oder in Nordamerika umfangreiche Früherkennungsprogramme dazu geführt haben, dass dort die Zahl der Neuerkrankungen zurückgegangen ist, stehen in Afrika vielerorts noch keine vergleichbaren Angebote zur Verfügung. Eine Impfung schützt vor der Infektion mit Hochrisiko-HPViren und kann deshalb langfristig weltweit dazu beitragen, dass weniger Frauen an Gebärmutterhalskrebs erkranken. Wissenschaftler im DKFZ entwickeln aktuell einen kostengünstigen und hitzestabilen Impfstoff, der speziell in Entwicklungsländern die Impfraten steigern soll.

Die bei Männern häufigste Krebsart ist in den meisten Ländern Prostatakrebs. Das gilt auch für viele europäische Staaten. Im Vergleich mit anderen Ländern Mitteleuropas, zum Beispiel Frankreich, liegt die Neuerkrankungsrate in Deutschland aktuell relativ niedrig. Über die Risikofaktoren von Prostatakrebs ist noch wenig bekannt. Man weiß zwar, dass eine Erkrankung unter nahen Angehörigen das das Risiko, ebenfalls zu erkranken, erhöht, welche Genveränderungen dabei aber entscheidend sind, ist noch weitgehend unklar. Prostatakrebs wird in vielen Fällen früh entdeckt und ist meist auch gut zu behandeln. Die relative Überlebensrate zehn Jahre nach der Erstdiagnose liegt in Deutschland bei etwa 90 Prozent.

Australien ist das Land mit der weltweit höchsten Hautkrebsrate. Die durch das Ozonloch über der Südhalbkugel verursachte höhere UV-Strahlung gilt als eine der Ursachen. Jedoch tritt Hautkrebs auch in West-und Nordeuropa vergleichsweise häufig auf. Menschen mit einem hellen Hauttyp, die sich zum Beispiel im Urlaub intensiv der Sonne aussetzen und Sonnenbrände erleiden, sind besonders gefährdet, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Verschiedene Formen des weißen Hautkrebses treten hingegen eher bei Personen auf, die sich beispielsweise berufsbedingt viel im Freien aufhalten und dadurch im Laufe ihres Lebens einer höheren UV-Belastung ausgesetzt sind.

In der Mongolei erkranken außergewöhnlich viele Menschen an Leberkrebs. Die Neuerkrankungsrate liegt dort bei Männern beispielsweise viermal höher als im benachbarten China. Chronische Entzündungen der Leber, die etwa durch langjährigen Alkoholmissbrauch oder chronische Virusinfektionen mit Hepatitis B oder C hervorgerufen werden können, zählen zu den wichtigsten Ursachen des Leberzellkarzinoms. Insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren kam es in der Mongolei zu einer schnellen Verbreitung von Hepatitisinfektionen, was unter anderem auf unzureichende Infektionskontrollen und die Wiederverwendung von Spritzen in Krankenhäusern zurückzuführen ist.

Quellen: IARC, Zentrum für Krebsregisterdaten (RKI)

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