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Auf neuen Wegen zu neuen Therapien

Wie verändern sich Nervenzellen bei psychischen Erkrankungen oder bei Hirn tumoren? Private Forschungsförderung durch die gleichnamige Stiftung von Hans-Werner und Josephine Hector ermöglicht es Forschern jetzt, Antworten darauf zu fi nden und dadurch die Entwicklung neuer Medikamente voranzutreiben.

© HITBR/Julia Ladewig

Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim (ZI), das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Hector Stiftung II möchten gemeinsam neue Ansatzpunkte für die Behandlung von Hirntumoren und schweren psychiatrischen Erkrankungen finden. Mit diesem Ziel haben die drei Partner das Hector Institute for Translational Brain Research (HITBR) geschaffen. Hans-Werner und Josephine Hector fördern mit ihrer Stiftung die Forschung in den kommenden Jahren anteilig mit 7,5 Millionen Euro.

Die Stammzellforschung hat der Psychiatrie und den Neurowissenschaften neue Perspektiven eröffnet. Seit einiger Zeit ist es möglich, menschliche Blutoder Hautzellen zu „reprogrammieren" und die dadurch gewonnenen Stammzellen in Nervenzellen zu differenzieren. Auf diesem Weg lassen die Forscher des HITBR gezielt Nervenzellen von Patienten in der Petrischale zu Netzwerken und dreidimensionalen „Mini-Gehirnen" – sogenannten Organoiden – heranwachsen. „Durch diese neuen Verfahren ist es uns nun erstmals möglich, Erkrankungen des menschlichen Gehirns direkt an den Zellen zu untersuchen, die auch im Patienten betroffen sind", sagt Philipp Koch, Leiter des HITBR und Inhaber der Professur für Stammzellforschung in der Psychiatrie. „Dies soll uns ermöglichen, krankheitsspezifische Signalwege zu identifizieren und Medikamente direkt an diesen Zellen zu testen."

© HITBR/Julia Ladewig

Für das HITBR bündeln ZI und DKFZ ihre Expertisen und Technologien. So bringt das ZI spezielle Bildgebungs- und Messverfahren ein, und das DKFZ stellt seine Plattformtechnologien zur Hochdurchsatzuntersuchung von Genen und Proteinen zur Verfügung. Am Standort Mannheim werden zunächst vorwiegend psychische Erkrankungen wie Schizophrenie und Autismus untersucht. Am Standort DKFZ liegt der Forschungsschwerpunkt auf Tumoren des menschlichen Gehirns. Neben der Stiftungsprofessur forschen am HITBR die beiden Nachwuchsgruppen von Julia Ladewig (am ZI) und von Moritz Mall (am DKFZ).


In Anwesenheit von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer wurde das HITBR am 16. Juli offiziell eröffnet. Andreas Meyer-Lindenberg, Vorstandsvorsitzender des ZI und Geschäftsführer des HITBR, dankte insbesondere dem Stifter Hans-Werner Hector: „Ihre Bereitschaft, unserer wissenschaftlichen Vision zu folgen, hat es uns ermöglicht, in kurzer Zeit unbürokratisch völlig neue Wege in der psychiatrischen Forschung zu gehen." Auch Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ, würdigte Hectors Engagement: „Damit unterstützen Sie auf herausragende Weise die Erforschung der Grundlagen von Hirntumoren."

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