Kommunikation und Marketing

„Dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“

Mit diesem Zitat aus dem Kino-Klassiker Casablanca fasst der Kölner Unternehmer Dieter Morszeck sein Engagement für das DKFZ zusammen. Der ehemalige Inhaber und Geschäftsführer von RIMOWA hat 2017 einen Teil seines Vermögens in die Dieter Morszeck Stiftung eingebracht. Diese hat drei Schwerpunkte – die Krebsforschung zu unterstützen ist einer davon. Rund 30 Millionen Euro private Forschungsunterstützung gibt die Stiftung an das Deutsche Krebsforschungszentrum. Sie fördert damit gleich fünf zukunftsträchtige Projekte.

© Uwe Anspach/DKFZ

Dieter Morszeck ist durch die Krebserkrankung seiner Schwester nach Heidelberg zum Deutschen Krebsforschungszentrum gekommen. „Da haben wir uns gleich gut aufgehoben gefühlt. Wir haben uns das Zentrum angesehen und konnten uns überzeugen, dass die Forschung hier sinnvoll und gut ist. Die Stellung des DKFZ in Europa und der Welt hat mich sehr beeindruckt“, so Morszeck bei der Unterzeichnung der Verträge für die einzelnen Projekte. „So ist meine Zuwendung auch als Dank für das Engagement für meine Schwester zu sehen.“

Die Ursachen und Mechanismen der Krebsentstehung und -ausbreitung zu entschlüsseln und neue Strategien zur Prävention, Früherkennung, Diagnose und Behandlung von Krebs durch innovative Forschung zu entwickeln, gehört zu den Kernaufgaben des DKFZ, das zu den weltweit führenden Krebsforschungszentren zählt.

„Für die nächsten Jahre gilt es, das DKFZ in seiner Forschung sowie bei der Entwicklung der personalisierten Präzisionsonkologie weiterhin in der internationalen wissenschaftlichen Spitzengruppe zu positionieren und gleichzeitig dafür Sorge zu tragen, dass die Innovationen der Krebsforschung bei den Patienten ankommen“, gab Michael Baumann, Wissenschaftlicher Vorstand des DKFZ, anlässlich der Vertragsunterzeichnung einen Ausblick.

„Private Forschungsgelder wie die 30 Millionen Euro der Dieter Morszeck Stiftung helfen uns, innovative Projekte aufzugreifen sowie ein Biorepository-Gebäude zu errichten, die nächste Generation von Forschern und forschenden Ärzten auszubilden und zu fördern, sowie unsere medizinisch relevanten Erkenntnisse gemeinsam in klinische Studien zu überführen“, freut sich Josef Puchta, Kaufmännischer Vorstand des DKFZ, über die finanzielle Unterstützung.

Und Dieter Morszeck verspricht: „Das ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang einer guten Kooperation.“ Ein Beispiel, das seinesgleichen sucht.

// Ulrike Grönefeld

Die von der Dieter Morszeck Stiftung geförderten Projekte:

© Uwe Anspach/DKFZ

Die Biologie von Tumoren für die Therapie sichtbar machen

Mithilfe der Förderung kann das DKFZ eine „Preclinical Trial Unit“ für Bildgebung und bildgefuührte Therapien einrichten. Ausgestattet mit einer Professur, Abteilung oder Nachwuchsgruppe soll sie die derzeit noch bestehende Lücke am Übergang von der präklinischen Entwicklung zum Einsatz beim Patienten schließen.

Die unterschiedliche Biologie von Tumorzellen verstehen

Einzelzellanalysen (Single Cell Genomics) ermöglichen es inzwischen, die molekulare Vielfalt von Tumorzellen besser zu verstehen. Langfristig können diese Erkenntnisse dazu beitragen, effektivere Therapien zu entwickeln. Mithilfe der Dieter Morszeck Stiftung kann im DKFZ eine Professur, Abteilung oder Nachwuchsgruppe in Verbindung mit einer Laboreinheit für Einzelzellanalysen geschaffen werden.

Clinician Scientists gezielt ausbilden

Derzeit mangelt es weltweit in der Krebsmedizin an Ärzten, die sowohl in der Krebsbehandlung spezialisiert sind, als auch über eine umfassende wissenschaftliche Ausbildung verfügen. Indem das DKFZ zukünftig fünf bis acht Clinician Scientists pro Jahr in ein Förderprogramm aufnimmt, möchte es einen entscheidenden Beitrag zur Aus- und Weiterbildung von Nachwuchstalenten in dieser wichtigen Berufsgruppe leisten.

Die Früherkennung durch neue molekulare Methoden verbessern

Je eher Gewebeveränderungen und Krebsvorstufen erkannt werden, desto größer sind die Heilungschancen. Um den Tumor in einem frühen Stadium lokalisieren zu können, sollen im Verdachtsfall neue Früherkennungstests die bestehenden Untersuchungsmethoden ergänzen. Die Dieter Morszeck Stiftung ermöglicht dem DKFZ, eine Nachwuchsgruppe einzurichten, die die Krebsfrüherkennung mittels molekularer Diagnostik in Kombination mit aktuellen Bildgebungsverfahren vorantreibt.

Gebäude und Infrastruktur für die automatisierte Sammlung von Liquid und Living Biopsies schaffen

Ebenso wie Gewebeproben bilden Blut-, Urin- und Stuhlproben (Liquid Biopsies) und zunehmend auch Proben lebender Zellen (Living Biopsies) eine unverzichtbare Grundlage für die Krebsforschung. Bislang werden hierzu großen Mengen dieser Proben aufwendig per Handarbeit eingelagert, was sich im DKFZ zu einem limitierenden Faktor für die zukünftige Forschungsleistung entwickelt. Durch den Bau eines Biorepository- Gebäudes, das mit einer einzigartigen vollautomatischen Liquid Biopsie-Einrichtung sowie einer semiautomatischen Living Biopsie-Plattform ausgestattet sein wird, schafft die Dieter Morszeck Stiftung eine für das DKFZ wichtige zentrale Infrastruktur.

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