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Zum Tod von Wolfgang Schlegel

Nr. 42c2 | 13.07.2022

Das DKFZ trauert um Wolfgang Schlegel, der am 30. Juni im Alter von 77 Jahren gestorben ist. Wolfgang Schlegel war 46 Jahre am Deutschen Krebsforschungszentrum tätig. Von 1994 bis 2014 leitete er die Abteilung Medizinische Physik in der Strahlentherapie.

Wolfgang Schlegel
© DKFZ

Er gilt als Pionier der Medizinischen Physik: Zahlreiche Verfahren und Techniken, die heute in den Kliniken rund um den Globus eine präzise Bestrahlung von Tumoren ermöglichen basieren auf den Entwicklungen Schlegels und seiner Mitarbeiter. "Wahrscheinlich hat kein anderer Physiker jemals so viele Innovationen in der Strahlentherapie auf den Weg gebracht wie Wolfgang Schlegel. Zahllose Patienten weltweit haben es seinen Erfindungen zu verdanken, dass ihre Tumoren präzise und schonend bestrahlt und ihre Heilungschancen so verbessert werden konnten", sagt Michael Baumann, Vorstandvorsitzender des DKFZ.

Als Abteilungsleiter im DKFZ hat Wolfgang Schlegel über Jahrzehnte hinweg herausragende Beiträge in der strahlentherapeutischen Physik geleistet. Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er neuartige strahlentherapeutische Technologien entwickelt, die die Präzision und Effektivität der Krebstherapie mit ionisierender Strahlung signifikant verbesserten. Seine Forschung umfasst wichtige Bereiche der strahlentherapeutischen Physik und Technologie, wie die 3D Behandlungsplanung, stereotaktische Radiochirurgie, 3D konformeale Strahlentherapie, intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT), bildgesteuerte Radiotherapie (IGRT) und Ionentherapie.

Aus Interesse an der Medizin kam der frisch promovierte Kernphysiker Wolfgang Schlegel 1973 an das Deutsche Krebsforschungszentrum, wo er sein gesamtes weiteres Berufsleben der medizinischen Physik in der Strahlentherapie widmete.

Von Anfang hatte sich Wolfgang Schlegel an dem Ziel verschrieben, die Strahlung so präzise wie möglich auf den Tumor in seiner dreidimensionalen Ausdehnung zu richten. Zu Beginn seiner Karriere konnte eine Strahlenbehandlung von Krebs lediglich anhand der auf dem Röntgenbild erkennbaren Umrisse des Tumors geplant werden. Doch als das DKFZ 1976 den deutschlandweit ersten Ganzkörper-Computertomographen installierte, hatte Schlegel die Vision, die Schnittbilder aus dem menschlichen Körper zu nutzen, um am Computer die erste dreidimensionale tumorkonforme Behandlung zu planen – und ging damit europaweit in
Führung.

Ende der 1970er Jahre wurden erstmals Abschirm-Blenden vorgestellt, die bei einer Strahlenbehandlung das Bestrahlungsfeld durch manuell verschiebbare Metalllamellen eingrenzen und entsprechend des Tumorquerschnitts formen konnten. Schlegel erkannte sofort, welches Verbesserungspotential eine Computersteuerung dieser Lamellen für die Therapie bringen würde. Seine Mitarbeiter entwickelten den Prototypen eines rechnergesteuerten "Lamellenkollimators", der in einer neu gegründeten Firma zur Marktreife geführt und dann an ein Unternehmen verkauft wurde. Die Technologie ist heute weltweit in den meisten Bestrahlungsgeräten integriert.

Schlegel studierte in Berlin und Heidelberg Physik. Seine Doktorarbeit absolvierte er am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg und promovierte 1972, im Jahr darauf kam er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für medizinische Physik ans DKFZ. Im Jahre 1988 bot ihm die Universität Berlin eine Professur für medizinische Physik an. Fünf Jahre später wurde er zum Professor für Medizinische Physik an die Universität Heidelberg berufen. Dort übernahm er auch die Leitung der Abteilung „Medizinische Physik in der Strahlentherapie" am DKFZ.

Für seine Leistungen auf dem Gebiet der medizinischen Physik wurde Wolfgang Schlegel vielfach geehrt, unter anderem mit der Nominierung für den Deutschen Zukunftspreis, mit dem Karl-Heinz-Beckurts Preis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, dem deutschen Krebspreis, dem Grand-IST Preis der Europäischen Kommission, der Glocker Medaille der deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik mit dem Wissenschaftspreis des deutschen Stifterverbandes für die Wissenschaft sowie mit der Röntgen-Plakette der
Stadt Remscheid, Geburtsort von Wilhelm Conrad Röntgen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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