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Wertsache Wissenschaft

Nr. 05 | 21.01.2020 | von Koh

Mit der neu geschaffenen Position eines Chief Innovation Officer (CIO) engagiert sich das Deutsche Krebsforschungszentrum dafür, dass Forschungsergebnisse häufiger und schneller ihren Weg in die klinische Anwendung – und auch in die wirtschaftliche Verwertung – finden. Mit Rainer Wessel hat ein ausgewiesener Fachmann mit 25 Jahren Führungserfahrung im pharmazeutischen und biotechnologischen Sektor die Position übernommen.

Rainer Wessel
© Jung/DKFZ

Heute stammt über die Hälfte der innovativen Wirkstoffe nicht mehr aus den Laboren der großen Pharmaunternehmen, sondern wurde zunächst in der akademischen Forschung und in Biotech-Unternehmen entwickelt. Ursache hierfür ist ein grundlegender Wandel in der Medikamentenentwicklung: Früher wurden Wirkstoffe gegen ein bestimmtes Krankheitsbild entwickelt, ohne auf persönliche Unterschiede einzugehen. In Zukunft werden gerade bei Krebs immer mehr hochgradig personalisierte Behandlungsansätze Einzug in die Klinik halten. Das heißt, die Entwicklung neuer Wirkstoffe berücksichtigt zunehmend die individuelle Vielfalt der Tumoren und basiert immer häufiger auf der engen Vernetzung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung.

Mit der neu geschaffenen Position des Chief Innovation Officer trägt das DKFZ dieser Herausforderung Rechnung und stellt die Weichen dafür, dass Ergebnisse aus den Forschungslaboren häufiger und schneller ihren Weg in die klinische Anwendung – und auch in die wirtschaftliche Verwertung – finden. „In unseren Forschungslaboren werden Werte geschaffen: Die Ergebnisse der Krebsforschung sind wertvoll für die Patienten und haben zugleich auch große ökonomische Bedeutung. Mit Rainer Wessel, der 25 Jahre Führungserfahrung im pharmazeutischen und biotechnologischen Sektor mitbringt, konnten wir den idealen Kandidaten gewinnen, um diese Schätze zu heben", sagt Ursula Weyrich, Kaufmännischer Vorstand des DKFZ.

„Unser Ziel ist es, in der gesamten Breite der DKFZ-Forschung Projekte mit translationalem Potenzial schon frühzeitig zu identifizieren und zu bewerten. Dabei haben wir nicht nur die Wirkstoffentwicklung im Blick, sondern auch neue diagnostische Verfahren und zunehmend auch Methoden zur Krebsprävention. Für vielversprechende Projekte wollen wir dann tragfähige Brücken bauen, um sie effektiv aus der Welt der akademischen Forschung in die fremde Welt der industriellen Forschung und Entwicklung zu überführen", erklärt Rainer Wessel die Ziele der Abteilung Innovation Management.

Als geeignete „Brücke" gelten beispielsweise mit Beteiligung von Wissenschaftlern gegründete Start up-Unternehmen: Hier treiben hochspezialisierte Experten die Translation und auch die wirtschaftliche Verwertung ihrer eigenen Forschungsergebnisse voran. Dabei sind sie flexibler und auch risikofreudiger als die großen Pharmaunternehmen. Solche Ausgründungen will das DKFZ nun intensiv fördern, durch maßgeschneiderte Beratung und durch die Eröffnung von Finanzierungsoptionen.

Aber auch strategische Kooperationen mit der pharmazeutischen Industrie, wie sie das DKFZ mit Bayer Healthcare bereits seit langem erfolgreich unterhält, sollen nach Wessels Plänen weiter ausgebaut werden.

Rainer Wessel studierte in Münster und Heidelberg Biologie und promovierte an der Universität Konstanz mit einem Stipendium des Boehringer Ingelheim Fonds. Ein anschließendes zweijähriges DAAD-Stipendium führte ihn nach Osaka und Tokyo. Danach konnte er bei Boehringer Ingelheim und Qiagen internationale Erfahrung im Bereich Patente und Lizenzen sammeln. Als Vorstand war er anschließend bei den Biotech-Unternehmen Axxima und Ganymed maßgeblich für die Unternehmensentwicklung und Finanzierung verantwortlich. Vor seiner Tätigkeit am DKFZ verantwortete Rainer Wessel als Direktor fünf Jahre das Management des auf Krebs- und Infektionsforschung fokussierten Ci3 Spitzenclusters in der Rhein-Main-Region sowie als Geschäftsführer der MIM-Deutschland GmbH die Beratung von Technologieunternehmen.

Ein Foto von Rainer Wessel steht zur Verfügung unter:
www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2020/bilder/Wessel_Rainer.jpg 

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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