Kommunikation und Marketing

Patientendaten sicher und intelligent nutzen

Nr. 24c2 | 23.05.2019

Sechs Helmholtz-Zentren, darunter das Deutsche Krebsforschungszentrum, erforschen zukünftig gemeinsam, wie Patientendaten sicher und effizient verarbeitet werden können. Dabei stehen das Wohl der Patienten und der Schutz ihrer Privatsphäre im Mittelpunkt. Im neuen „Helmholtz Medical Security, Privacy and AI Research Center" (HMSP) werden Wissenschaftler aus den Bereichen IT-Sicherheit, Datenschutz, Künstliche Intelligenz und Medizin zusammenarbeiten. Gemeinsam entwickeln sie Lösungen beispielsweise für die individualisierte Medizin.

© Adobe Stock

Forscherinnen und Forscher weltweit sammeln täglich Patientendaten aus Blutproben, Röntgenbildern oder Genanalysen. Damit wollen sie beispielsweise neue Therapien für Volkskrankheiten wie Demenz, Krebs oder Infarkte entwickeln. Diese stets wachsenden biomedizinischen Datenmassen sicher und effizient auszuwerten, ist eine große Herausforderung für die Wissenschaftler. Personalisierte Medizin ist längst ein Schlüsselthema für unsere Gesellschaft. Sie bietet Patientinnen und Patienten vielversprechende Chancen auf neuartige, genau auf sie zugeschnittene Behandlungsmethoden. Daneben ist sie - angetrieben durch die rasanten Entwicklungen bei der Künstlichen Intelligenz (KI) - ein stark wachsender Markt. Personalisierte Medizin ist damit auch ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Um diese Chancen zu nutzen, muss ein sicherer Umgang mit den dafür notwendigen Patientendaten gewährleistet sein. An diesem Ziel arbeitet das HMSP.

„Die Digitalisierung in der Medizin birgt große Chancen. Sie erfordert aber auch Vertrauen. Sind meine Daten sicher? Diese Frage stellen sich die Menschen gerade bei hochsensiblen Daten wie medizinischen Befunden. Wenn wir die Chancen gerade der personalisierten Medizin nutzen wollen, müssen wir die Vertraulichkeit von Daten sicherstellen. Im Helmholtz Medical Security, Privacy and AI Research Center werden führende Köpfe aus Informatik und Medizin genau daran forschen und sichere Anwendungen für die personalisierte Medizin entwickeln", sagt Bundesforschungsministerin Karliczek. Der Bund finanziert die Helmholtz-Gemeinschaft zu 90 Prozent.

„Das Sammeln, Analysieren und Weiterentwickeln dieser riesigen medizinischen Datenbestände ermöglicht Forschern nie dagewesene Einsichten und eröffnet neue Wege. Dies in einer vertrauenswürdigen, sicheren und effizienten Weise zu tun, erfordert gänzlich neue Methoden und interdisziplinäre Spitzenforschung", erläutert Professor Michael Backes, Gründungsdirektor des CISPA - Helmholtz Center for Information Security und Sprecher des HMSP. Dank neuartiger, am CISPA entwickelter Verfahren soll u. a. zukünftig eine effiziente Analyse und Verarbeitung von Patientendaten im verschlüsselten Zustand möglich werden. „Dadurch stellen wir einerseits die Privatheit dieser hochsensiblen Informationen sicher und eröffnen Forschenden andererseits den essenziellen Datenzugang zur Weiterentwicklung der personalisierten Medizin", hebt Prof. Backes hervor.

Seit Herbst 2018 arbeitet das CISPA bereits mit den Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) im Rahmen des HMSP zusammen. Inzwischen haben sich ihnen vier weitere Helmholtz-Zentren angeschlossen: das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) und das Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU).

Weitere Informationen
https://hmsp.center 

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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