Cookie Hinweis

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite notwendig sind, sowie solche, die lediglich zu anonymen Statistikzwecken, für Komforteinstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte genutzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen .

Essentiell

Diese Cookies sind für die Funktionalität unserer Website erforderlich und können nicht deaktiviert werden.

Name Webedition CMS
Zweck Dieses Cookie wird vom CMS (Content Management System) Webedition für die unverwechselbare Identifizierung eines Anwenders gesetzt. Es bietet dem Anwender bessere Bedienerführung, z.B. Speicherung von Sucheinstellungen oder Formulardaten. Typischerweise wird dieses Cookie beim Schließen des Browsers gelöscht.
Name econda
Zweck Session-Cookie für die Webanalyse Software econda. Diese läuft im Modus „Anonymisiertes Messen“.
Statistik

Diese Cookies helfen uns zu verstehen, wie Besucher mit unserer Webseite interagieren, indem Informationen anonym gesammelt und analysiert werden. Je nach Tool werden ein oder mehrere Cookies des Anbieters gesetzt.

Name econda
Zweck Measure with Visitor Cookie emos_jcvid
Externe Medien

Inhalte von externen Medienplattformen werden standardmäßig blockiert. Wenn Cookies von externen Medien akzeptiert werden, bedarf der Zugriff auf diese Inhalte keiner manuellen Zustimmung mehr.

Name YouTube
Zweck Zeige YouTube Inhalte
Name Twitter
Zweck Twitter Feeds aktivieren

Peptiderkennung erzeugt bessere Krebskiller

Nr. 46c | 22.08.2018 | von Eck

Natürliche Killerzellen sind Abwehrzellen des angeborenen Immunsystems. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums fanden nun heraus, dass einige dieser Zellen in der Lage sind, spezifische Strukturen auf der Oberfläche von Krebszellen zu unterscheiden. Diese Fähigkeit hatte man bislang nur Zellen des erworbenen Immunsystems zugeschrieben. Natürliche Killerzellen lassen sich dadurch möglicherweise für den gezielten Einsatz gegen Krebszellen optimieren.

NK-Zellen
© DKFZ

Zur Abwehr von Krankheitserregern, aber auch um entartete Zellen zu eliminieren, stehen dem menschlichen Immunsystem verschiedene Abwehrzellen zur Verfügung. Einige Immunzellen fressen die eingedrungenen Erreger buchstäblich auf, andere geben aggressive Stoffe ab, die infizierte Körperzellen und Krebszellen abtöten. Auch die Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) gehen auf diese Weise gegen Eindringlinge vor.

Ob eine Zelle infiziert oder entartet ist, erkennen einige Zellen des Immunsystems an Eiweißbruchstücken, sogenannten Peptiden, die kranke Zellen auf ihrer Oberfläche präsentieren. Als „Präsentierteller" dienen dabei HLA-Moleküle (Human Leukocyte Antigen). „Lange ging man davon aus, dass NK-Zellen diese Peptide nicht so spezifisch voneinander unterscheiden können wie zum Beispiel T-Lymphozyten", berichtet Alexander Rölle vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

Doch Rölle und seine Kollegen aus den DKFZ-Arbeitsgruppen von Frank Momburg und Dirk Jäger entdeckten: Es gibt auch eine Gruppe von NK-Zellen, die in der Lage sind, an HLA-Moleküle gebundene Peptide hochspezifisch zu unterscheiden – selbst wenn sich diese nur in einer einzigen Aminosäure voneinander unterscheiden. Für die Wissenschaftler war diese Entdeckung eine Überraschung: „Die Unterscheidung von Peptidantigenen wird klassischerweise Abwehrzellen des erworbenen Immunsystems zugeschrieben. NK-Zellen werden dagegen zum angeborenen Immunsystem gerechnet", erklärt Rölle.

Beim Immunsystem unterscheidet man zwischen der angeborenen und der erworbenen Abwehr. Das evolutionär ältere, angeborene Immunsystem stellt die erste Verteidigungslinie des Körpers dar. Es reagiert innerhalb weniger Minuten auf eindringende Krankheitserreger oder Krebszellen. Das erworbene Immunsystem bildet die zweite Abwehrlinie und ist erst nach ihrer Aktivierung einsatzbereit. Es ist in der Lage, spezifische Strukturen der Angreifer oder entarteter Zellen zu erkennen, und kann noch gezieltere zelluläre Abwehrmechanismen in Gang setzen.

Aus der Entdeckung der DKFZ-Forscher, dass auch bestimmte NK-Zellen solche Strukturen spezifisch erkennen können, lassen sich möglicherweise neue Ansätze für Immuntherapien gegen Krebserkrankungen ableiten. „Die Erkennung verschiedener Peptidantigene verändert die Funktion der NK-Zellen", berichtet Rölle. „Sie sind dann besser in der Lage, Krebszellen zu zerstören, die von speziellen Antikörpern bedeckt sind."

Rölle und seine Kollegen brachten NK-Zellen im Labor über mehrere Tage mit einem bestimmten, an HLA gebundenen Peptidantigen zusammen. Anschließend reagierten die NK-Zellen viel stärker auf Krebszellen, auf deren Oberfläche sich Antikörper befanden. Es finde offenbar eine Art „Konditionierung" statt, so Rölle, die die NK-Zellen zu besseren „Killern" macht, wenn gleichzeitig Antikörper an die Zielzelle gebunden sind.

Bereits heute gibt es Immuntherapien, bei denen den Patienten körpereigene Abwehrzellen entnommen, im Labor vermehrt und optimiert und anschließend zurückgegeben werden. Bislang werden die Abwehrzellen mithilfe regulatorischer Proteine, den Zytokinen, optimiert. Hier könnte die „Konditionierung" mit Peptidantigenen eine weitere Option sein: „Die Optimierung von NK-Zellen mithilfe von Peptidantigenen könnte in Kombination mit bereits zugelassenen Antikörperpräparaten noch wirkungsvollere Krebstherapien ermöglichen", so Rölle.

Alexander Rölle, Marten Meyer, Silvia Calderazzo, Dirk Jäger und Frank Momburg. Distinct HLA-E peptide complexes modify antibody-driven effector functions of adaptive NK cells. Cell Reports 2017 DOI: 10.1016/j.celrep.2018.07.069

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Archiv Pressemitteilungen

Durchsuchen Sie unser Pressemitteilungsarchiv nach einem bestimmten Thema oder Jahr für Jahr.

RSS-Feed auf www.dkfz.de

Sie können unseren RSS-Feed ganz einfach abonnieren - unkompliziert und kostenlos.

RSS-Feed
nach oben
powered by webEdition CMS