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Neue deutsch-griechische Initiative in der Krebsforschung geht an den Start

Nr. 64a | 08.12.2017 | von Koh

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) startet eine Kooperation mit der National Hellenic Research Foundation zum Aufbau des „Athens Comprehensive Cancer Center". Ziel des neuen Zentrums ist es, unmittelbar die Gesundheitsversorgung der griechischen Bevölkerung zu verbessern. Das DKFZ und die Helmholtz-Gemeinschaft fördern das Vorhaben durch Expertenaustausch, Beratung und Gastaufenthalte von Wissenschaftlern. Die Förderung soll auch dazu beitragen, den europäischen Forschungsstandort zu stärken.

v.l.n.r.: Vasilis Gregoriou, Direktor der National Hellenic Research Foundation; Otmar Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft; der griechische Staatspräsident Prokopios Pavlopoulos; Josef Puchta, Kaufmännischer Vorstand des DKFZ
© ACCC

Am Freitag, dem 8. Dezember, feiern Vertreter des DKFZ und der Helmholtz-Gemeinschaft gemeinsam mit Mitgliedern der National Hellenic Research Foundation und hochrangigen griechischen Politikern in Athen den Startschuss für eine neuartige Forschungskooperation: Das DKFZ unterstützt den Aufbau des „Athens Comprehensive Cancer Center", kurz ACCC, das sich in Struktur und Aufgaben eng am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg orientiert.

„Aus unseren eigenen Erfahrungen mit dem Aufbau des NCT Heidelberg, dem ersten Comprehensive Cancer Center in Deutschland, wussten wir sehr genau, wie lang und steinig der Weg zur Gründung des ACCC sein wird"; sagt Prof. Dr. Josef Puchta, Kaufmännischer Vorstand des DKFZ, der das Projekt entscheidend vorangetrieben hat. „Umso mehr freue ich mich, dass es uns innerhalb nur eines Jahres gelungen ist, die Idee so voranzubringen, dass wir heute den formalen Start der zukunftsweisenden Kooperation feiern können."

Ein internationales Expertengremium hatte im Auftrag von Helmholtz den Projektantrag für das ACCC evaluiert, als exzellent eingestuft und damit den Startschuss für die Kooperation gegeben. Helmholtz fördert das Projekt nun mit 750.000 Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds, das DKFZ steuert Mittel in gleicher Höhe bei. Da die deutschen Finanzgesetze keinen direkten Transfer der Mittel erlauben, werden griechische Wissenschaftler und Mediziner zu Gastaufenthalten nach Heidelberg eingeladen. Zugleich entsendet das DKFZ Expertinnen und Experten nach Athen, um dort den Aufbau von Management-Strukturen zu unterstützen.

„Forschung ist ein essentieller Bestandteil eines Comprehensive Cancer Center und unser Engagement im ACCC konzentriert sich daher vor allem auf die Wissenschaft", sagt Prof. Dr. Michael Baumann, der Vorstandsvorsitzende des DKFZ. „Der nächste Schritt ist nun, Forschungsprojekte an den Start zu bringen, an denen jeweils DKFZ-Forscher und griechische Kollegen gemeinsam arbeiten. Außerdem investieren wir in die gemeinsame Ausbildung von jungen Wissenschaftlern und forschenden Krebsmedizinern."

Die Zusammenarbeit mit dem Hellenic Research Council ist Teil der Internationalisierungs-Strategie des DKFZ bzw. der gesamten Helmholtz-Gemeinschaft. „Das Ziel ist es, den europäischen Forschungsraum zu stärken und zu verhindern, dass einzelne europäische Länder wissenschaftlich immer weiter zurückfallen. Die Förderung des ACCC ist ein Beitrag, die europäische Spitzenposition im internationalen Forschungswettbewerb zu sichern", sagt Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Allerdings reichen die Mittel, die wir bereitstellen, bei weitem nicht aus, um ein Comprehensive Cancer Center vollständig aufzubauen. Unser Engagement ist deshalb auch ein Signal an weitere Partner, etwa aus der Privatwirtschaft, oder an die EU, sich an diesem wichtigen Vorhaben zu beteiligen."

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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