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Weniger Krebserkrankungen bei AIDS – aber keine Entwarnung

Nr. 49 | 28.11.2016 | von jg/Koh

Trotz hochwirksamer Therapien beeinträchtigen auch heute noch zahlreiche gesundheitliche Probleme das Leben von HIV-Infizierten. Zumindest bei einer gesundheitlichen Frage gibt es jedoch gute Nachrichten. Die für eine AIDS-Erkrankung charakteristischen Krebserkrankungen sind seltener geworden, allen voran das Kaposi-Sarkom der Haut.

© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Grund ist vermutlich die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) und in der Folge eine verbesserte Immunfunktion trotz der Infektion mit dem Immunschwäche-Virus HIV. Seit den 1990er Jahren ist es so gelungen, Lebenserwartung und Lebensqualität von HIV-Infizierten extrem zu verbessern. Doch trotz dieses großen Erfolgs treten nach wie vor einige Krebsarten bei Infizierten und insbesondere bei Patienten, bei denen die Krankheit (AIDS) voll ausgebrochen ist, überdurchschnittlich häufig auf. Gerade weil die Lebenserwartung von HIV-Infizierten gestiegen ist, steigt auch ihr Krebsrisiko mit dem Alter, genau wie bei Nichtinfizierten.

Erkrankt ein HIV-positiver Patient an Krebs, kann zudem seine Behandlung erschwert sein – insbesondere dann, wenn sich die Krebstherapie auf das Immunsystem auswirkt. Auch Wechselwirkungen zwischen der weiter notwendigen HAART und einzelnen Krebsmedikamenten sind nicht ausgeschlossen.

Maßnahmen zur Vorbeugung und Früherkennung sind deshalb für HIV-Positive besonders wichtig. Schutz vor einzelnen Krebserkrankungen bieten etwa Impfungen gegen Hepatitisviren, die an der Entstehung von Leberkrebs beteiligt sind, und gegen Humane Papillomviren (HPV). Diese Viren können bei Frauen Gebärmutterhalskrebs und bei Frauen wie Männern weitere Krebsarten an Schleimhäuten auslösen. Je nach Immunstatus und allgemeiner gesundheitlicher Situation kann es sich auch lohnen, gemeinsam mit den behandelnden Ärzten über individuelle angepasste Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung zu sprechen.

Bei Fragen zum Thema HIV-Infektion und Krebs ist der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums eine verlässliche Informationsquelle – täglich und individuell.

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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