Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Hans-Reimer Rodewald zum EMBO-Mitglied gewählt

Nr. 19c | 27.05.2016 | von Koh

Hans-Reimer Rodewald vom Deutschen Krebsforschungszentrum ist für seine Forschungsleistungen im Bereich Immunologie in die European Molecular Biology Organization (EMBO) aufgenommen worden. Die rund 1.500 Mitglieder der EMBO zählen auf ihren Fachgebieten zu den international führenden Wissenschaftlern.

Hans-Reimer Rodewald
© dkfz.de

Hans-Reimer Rodewald leitet im Deutschen Krebsforschungszentrum die Abteilung Zelluläre Immunologie. Mit seinem Team untersucht er, wie sich Immunzellen und immunologische Organe entwickeln und welche Fehler dabei zu Krankheiten führen. An Mäusen erforschen sie unter anderem, wie blutbildende Stammzellen im Knochenmark funktionieren, wie T-Zellen im Thymus reifen, wie sich Makrophagen entwickeln und welche Funktion Mastzellen haben.

So fanden Rodewald und Kollegen heraus, dass Vorläuferzellen der T-Zellen entarten, wenn sie unnatürlich lange im Thymus verweilen. Das kann vorkommen, wenn der Zustrom an Vorläufern in den Thymus unterbrochen wird. An Mäusen konnten die Forscher die molekularen Mechanismen beschreiben, die dazu führen, dass solche T-Zell-Leukämien spontan entstehen.

Mastzellen, die vielleicht rätselhaftesten Zellen des Immunsystems, sind ein weiterer Schwerpunkt von Rodewalds Forschung. Die Rolle der Mastzellen bei Allergien ist bekannt – doch welche Funktionen haben sie darüber hinaus? Rodewalds Mitarbeiter züchteten Mäuse, denen sämtliche Mastzellen fehlen, die aber ansonsten ein normales Immunsystem besitzen. An diesen Tieren untersuchten die Forscher viele der Funktionen, die den Mastzellen bislang zugeschrieben wurden.

Mitarbeitern in Rodewalds Abteilung gelang es darüber hinaus, Blutstammzellen der Maus mit einem Leuchtmarker auszustatten, der sich von außen anschalten lässt. So konnten sie erstmals sogar ohne Zelltransplantation im lebenden Organismus die Entwicklung von Blutzellen aus Stammzellen mitverfolgen und aus diesen Daten die Dynamik der Blutbildung berechnen.

Hans-Reimer Rodewald hat seine Forschungsergebnisse in bislang rund hundert wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht, viele darunter in besonders hochrangigen Fachzeitschriften. 2009 erhielt er einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats ERC.

Im Anschluss an sein Studium der Veterinärmedizin in Hannover promovierte Hans-Reimer Rodewald am Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg. Danach forschte er als Postdoc am Massachusetts Institute of Technology und am Dana Farber Cancer Institute der Harvard Medical School. Von 1992 bis 1999 war Rodewald Mitglied des Basel Instituts für Immunologie und übernahm anschließend den Lehrstuhl für Immunologie der Universität Ulm. Seit 2010 ist er Leiter der Abteilung Zelluläre Immunologie im Deutschen Krebsforschungszentrum.

Die 1964 gegründete Wissenschaftsorganisation EMBO fördert die molekularbiologische Grundlagenforschung in Europa. Neue Mitglieder werden von anderen Mitgliedern aufgrund besonderer wissenschaftlicher Leistungen vorgeschlagen und gewählt. Zu ihnen gehören zahlreiche Nobelpreisträger, darunter Harald zur Hausen, der langjährige Vorstandsvorsitzende des DKFZ und Nobelpreisträger für Medizin 2008. Insgesamt wurden dieses Jahr 58 Lebenswissenschaftler mit einer EMBO-Mitgliedschaft geehrt.

 

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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