Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Darmkrebsprävention soll mehr Menschen erreichen - Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe informiert sich über Verbesserungsmöglichkeiten

Nr. 18c6 | 24.05.2016 | von Koh

Der Nutzen der Darmkrebsfrüherkennung ist belegt. Aber wie kann man erreichen, dass mehr Menschen die Präventionsangebote wahrnehmen? Bei der Abschlussveranstaltung des Förderschwerpunkts "Forschung im Nationalen Krebsplan" am 19. Mai präsentierte Michael Hoffmeister vom Deutschen Krebsforschungszentrum Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe die Ergebnisse der „SAMS“-Studie.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (3. v. l.) und Antonius Helou (2. v. l.), Referatsleiter im BMG und Mitglied des DKFZ-Kuratoriums, verfolgen die Präsentation von Michael Hoffmeister (ganz links).
© Bundesgesundheitsministerium/Schinkel

Die Abkürzung steht für „Saarland gegen Darmkrebs – machen Sie mit!“ In diesem Modellprojekt mit über 35.000 Personen prüften die Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum, ob sich die Teilnahmerate an den Früherkennungs- bzw. Vorsorgeangeboten durch ein persönliches Einladungsschreiben steigern lässt. Das Vorhaben wurde vom Bundesgesundheitsministerium finanziert.

Zur Früherkennung von Darmkrebs übernehmen die Krankenkassen für Menschen im Alter von 50 bis 54 Jahren einmal jährlich die Kosten für einen Test auf Blut im Stuhl. Ab einem Alter von 55 Jahren zahlen sie bis zu zwei Vorsorge-Koloskopien (Darmspiegelungen). Jedoch nehmen vergleichsweise wenige Menschen diese Angebote wahr. International erzielen sogenannte „organisierte Screenings“ deutlich höhere Teilnahmeraten. Ein solches organisiertes Screening für Darmkrebs soll nun auch in Deutschland umgesetzt werden. Ein wichtiger Bestandteil davon ist die persönliche Einladung per Brief der Anspruchsberechtigten.

Im Rahmen von SAMS erhielten über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg Saarländerinnen und Saarländer, die kurz zuvor ihren 50. bzw. 55. Geburtstag hatten, vom saarländischen Gesundheitsministerium eine Einladung und Information zur Darmkrebsfrüherkennung. Die Forscher vergleichen nun, ob und wieviel häufiger die persönlich angeschriebenen Menschen die Früherkennungsangebote wahrnehmen. Die Vergleichsgruppe waren Personen, die keine Einladung erhalten hatten. Die Ergebnisse dieser kürzlich abgeschlossenen Studie sollen noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

Die SAMS-Studie ist ein Kooperationsprojekt des Deutschen Krebsforschungszentrums mit dem Krebsregister Saarland, der kassenärztlichen Vereinigung des Saarlands, sowie der Stiftung Lebensblicke. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts lag bei Hermann Brenner (Studienleiter) und Michael Hoffmeister (stellvertretender Projektleiter) vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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