Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Ein weiterer Magnetresonanz-Tomograph (MRT) für Deutschlands größte Gesundheitsstudie – die Nationale Kohorte

Nr. 41 | 09.09.2015

Am 08. September 2015 war es soweit. Der 7 Tonnen schwere 3-Tesla-MRT wurde unter großem technischem Aufwand in den Neubau des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheims City (K3, 21) eingebaut. Von Oktober 2015 an werden damit bei bis zu 6.000 Mannheimerinnen und Mannheimern sowie Einwohnern aus Freiburg und Saarbrücken Ganzkörper-MRTs durchgeführt. Das bildgebende Verfahren arbeitet mit Magnetfeldern, also ohne Röntgenstrahlung, und liefert kontrastreiche und hochaufgelöste Schnittbilder des gesamten Körpers und einzelner Organsysteme. Bereits seit Oktober 2014 werden Bürgerinnen und Bürger aus Mannheim für die Gesundheitsstudie, die Nationale Kohorte (NAKO), medizinisch untersucht und nach Ihren Lebensumständen befragt. Mit der Magnetresonanztomographie ist das Untersuchungsprogramm jetzt komplett. Die NAKO gehört damit weltweit zu einer der führenden Studien, die auch Bildgebung einsetzt. Ziel der NAKO ist die Erforschung von Volkskrankheiten.

Bei 7 Tonnen Gewicht keine leichte Aufgabe: Einbau des Magnetresonanz-Tomographen für die NAKO in Mannheim.
© Uwe Anspach

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Gesundheitsstudie NAKO suchen nach Hinweisen darauf, wie genetische Faktoren, Umweltbedingungen und Lebensgewohnheiten bei der Entstehung von Erkrankungen zusammenwirken. Mit dem neuen, hochmodernen Gerät lassen sich Vorstufen dieser Krankheiten in einem so frühen Stadium entdecken, dass sie noch nicht mit Beschwerden einhergehen.

Langfristig wollen die NAKO-Forscher mit Hilfe der gesammelten Daten neue Methoden entwickeln, um Krankheiten vorzubeugen oder aber früher zu erkennen. An fünf der NAKO-Standorte (Mannheim, Berlin, Neubrandenburg, Essen und Augsburg) gibt es nun MRTs, insgesamt werden bundesweit von 30.000 Studienteilnehmenden MRT-Aufnahmen erstellt.

Professor Hans-Ulrich Kauczor, Ärztlicher Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Heidelberg und Leiter der Bildgebung am NAKO-Standort in Mannheim, zur Bedeutung der MRT-Untersuchung: „Die qualitativ hochwertige und homogene Erhebung von MRT-Daten in großem Umfang stellt einen höchst innovativen Aspekt der NAKO dar. Sie wird uns z.B. erlauben zu verstehen, wie Gene das Erscheinungsbild unserer Organe beeinflussen und diese Veränderung dann zu Erkrankungen führen. Dieses Wissen wird uns dabei helfen, in Zukunft maßgeschneiderte Prävention und Therapie anzubieten.“

Die Bilder zeigen Beispiele eines Ganzkörper-MRTs: Gehirn (A), Brustkorb (B), Herz (C), Oberkörper (D) und die Wirbelsäule (E).
© RSNA # Reprint permission

Die ersten MRT-Termine wurden bereits vergeben. „Ich freue mich, dass wir jetzt mit den MRT-Untersuchungen starten können und hoffe, dass wir viele Bürgerinnen und Bürger für diesen wichtigen Untersuchungsteil der Studie gewinnen können“, so Tanja Höpker, Studienzentrumsleiterin in Mannheim. Teilnehmen können alle, die vom Mannheimer Einwohnermeldeamt im Rahmen einer Zufallsstichprobe gezogen wurden und daraufhin eine Einladung des Studienzentrums erhalten haben.  

Die NAKO untersucht in den nächsten 10 Jahren bundesweit 200.000 Bürgerinnen und Bürger zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren. Ziel ist es, Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung der typischen Volkskrankheiten zu verbessern, damit Krebs, Demenz, Diabetes und viele andere Erkrankungen langfristig ihren Schrecken verlieren. Um die Zusammenhänge zwischen der Entstehung dieser Krankheiten und dem Lebensstil der Betroffenen besser zu verstehen, werden neben medizinischen Untersuchungen auch umfangreiche Befragungen zu Lebensgewohnheiten wie Ernährung, körperliche Fitness, Arbeitssituation und soziales Umfeld der Teilnehmenden durchgeführt.  Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Weitere Informationen finden Sie unter www.nationale-kohorte.de.

Bilder zur Pressemitteilung stehen zur Verfügung unter:
http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2015/bilder/Nako-MRT.jpg

Die Bilder zeigen Beispiele eines Ganzkörper-MRTs: Gehirn (A), Brustkorb (B), Herz (C), Oberkörper (D) und die Wirbelsäule (E). (Copyright RSNA # Reprint permission)

http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2015/bilder/Nako_MRT-Einbau.jpg

Bei 7 Tonnen Gewicht keine leichte Aufgabe: Einbau des Magnetresonanz-Tomographen für die NAKO in Mannheim. Fotograf: Uwe Anspach

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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