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Mario Capecchi hält Nobel Laureate Lecture im DKFZ

Nr. 14c2 | 27.03.2015

Der US-amerikanische Genetiker Mario R. Capecchi erhielt 2007 den Nobelpreis für Medizin. Er teilt den Preis mit Martin Evans und Oliver Smithies. Die drei Forscher wurden ausgezeichnet für ihre Entwicklung der Knockout–Technologie, mit der Wissenschaftler gezielt einzelne Gene in Zellen oder bei Mäusen ausschalten können.

Mario R. Capecchi
© dkfz.de

Mit Mario Capecchis bahnbrechender Entdeckung können Wissenschaftler jedes beliebige Gen der Maus verändern oder ausschalten und dadurch die Funktion der jeweiligen Erbanlage im lebenden Organismus studieren. Diese so genannten Knockout-Mäuse wurden innerhalb kürzester Zeit zu einem unverzichtbaren Instrument der biologischen und medizinischen Forschung.

Bei seinem Vortrag am 25. März im DKFZ berichtete Mario Capecchi, wie gezielte Ergbutveränderungen an Mäusen zur Entstehung von Sarkomen führen. Krebsforscher können daran die Biologie dieser aggressiven Tumoren erforschen und gleichzeitig neue Therapieformen entwickeln.

Capecchi, 1937 in Verona geboren, lebt seit 1946 in den USA. Nach seinem Studium in Ohio promovierte er 1967 bei James Watson an der Universität Harvard, wo er anschließend als Assistenzprofessor und Professor für Genetik wirkte. 1973 wechselte er an die Universität von Utah, wo er bis heute eine Forschungsabteilung leitet.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum startete die „Nobel Laureate Lecture Series“ anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Medizin 2008 an seinen langjährigen Vorstandsvorsitzenden, Professor Harald zur Hausen. Bisherige Redner waren Harald zur Hausen, Günther Blobel (Nobelpreis für Medizin 1999), Jules Hoffmann (Nobelpreis für Medizin 2011), Christiane Nüsslein-Volhard (Nobelpreis für Medizin 1995) und Thomas Südhof (Nobelpreis für Medizin 2013). 

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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