Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Hochrangiger Forschungspreis an DKFZ-Wissenschaftlerin

Nr. 10c | 24.02.2015

Dr. Viola Nordström vom Deutschen Krebsforschungszentrum erhält den mit 40.000 Euro dotierten Erwin Niehaus-Preis. Die "Alzheimer Forschung Initiative" zeichnet Nordström für ihre Grundlagenforschung zur Ursache der Alzheimer-Krankheit aus. Viola Nordströms Arbeit könne den Weg in Richtung Vorbeugung und Therapie von Alzheimer weisen.

Viola Nordström mit Erwin Niehaus, dem Stifter des Preises
© Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Ein Hauptmerkmal der Alzheimer-Krankheit ist die Ablagerung von zerstörerischen Amyloid-Plaques im Gehirn. Nervenzellen produzieren große Mengen spezieller Fettverbindungen, die so genannten Ganglioside. Diese Moleküle nehmen Einfluss auf den Zellstoffwechsel und stehen dadurch mit zahlreichen Krankheiten, darunter auch Krebs, im Zusammenhang. Außerdem scheinen sie  großen Einfluss darauf zu haben, wie gefährlich die Amyloid-Plaques und wie toxisch die Vorstufen der Amyloide sind. Diese Rolle der Ganglioside will Dr. Viola Nordström genauer untersuchen.

Dazu behandelt die junge Wissenschaftlerin Nervenzellen in der Kulturschale mit einer Substanz, die die Herstellung der Ganglioside unterdrückt. Anschließend werden den Zellen Amyloid-Oligomere zugegeben. Diese entstehen zwar auch im gesunden Gehirn, häufen sich dort jedoch nicht zu Plaques an, sondern werden wieder aufgelöst.

Nordström und ihre Kollegen untersuchen nun, ob die Nervenzellen, die keine Ganglioside bilden, resistenter gegen die gefährlichen Vorstufen werden. Gleichzeitig untersuchen sie, welche speziellen Einflüsse die Amyloide auf das Sterben der Nervenzellen haben und wie die Amyloid-Plaques entstehen. Abschließend wollen die Forscher ihre Ergebnisse an Mäusen überprüfen, deren von Alzheimer betroffenen Zellen keine Ganglioside mehr bilden können.

Viola Nordström erhofft, dass sie bei diesem Projekt grundlegend neue Erkenntnisse darüber gewinnen kann, wie Alzheimer entsteht. Daraus lassen sich möglicherweise Ansätze zur Prävention und Behandlung der schweren Erkrankung ableiten.

Viola Nordström studierte Biologie an den Universitäten Göttingen sowie Lund in Schweden und kam für ihre Doktorarbeit an die Universität Heidelberg. Seit ihrer Promotion im Jahr 2010 forscht sie am Deutschen Krebsforschungszentrum, wo sie seit 2012 die Projektgruppe „Glycosphingolipide im Zentralnervensystem“ leitet, die in der Abteilung „ Zelluläre und Molekulare Pathologie“ (Leiter: Prof. Hermann-Josef Gröne) angesiedelt ist.

Seit 2012 vergibt die „Alzheimer Forschung Initiative“ (AFI) alle zwei Jahre den Erwin Niehaus-Preis. Die AFI ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein, der sich einer „Zukunft ohne Alzheimer“ verschrieben hat. Deshalb finanziert die Initiative seit 20 Jahren mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und klärt die Öffentlichkeit über die Alzheimer-Krankheit auf. So konnten seit der Gründung des Düsseldorfer Vereins bereits über 7 Millionen Euro in die unabhängige Erforschung der Erkrankung investiert werden.

Die Preisverleihung findet am Donnerstag, dem 26. Februar, bei einem Festakt in Düsseldorf statt. 

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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