Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Darmkrebs verhindern - Internationaler Workshop im Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg

Nr. 28 | 05.06.2014 | von Sel

Am 5. und 6. Juni 2014 findet am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg ein internationaler Workshop zum Darmkrebs statt: Rund 300 Experten aus aller Welt diskutieren Innovationen zur Prävention, Früherkennung und Diagnose dieses häufigen Krebsleidens, an dem allein in Deutschland jährlich über 60 000 Menschen erkranken. Das Netzwerk gegen Darmkrebs veranstaltet die Tagung gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), dem Universitätsklinikum Heidelberg und der Felix Burda Stiftung. Journalisten sind herzlich eingeladen.

© dkfz.de

Im Einführungsvortrag diskutiert der Nobelpreisträger und langjährige DKFZ-Vorstand Prof. Dr. Harald zur Hausen die Frage, ob Viren Darmkrebs auslösen können. In den folgenden Vortrags- und Diskussionssitzungen geht es um innovative Konzepte zur Prävention und Früherkennung von Karzinomen und Polypen. Auch wenn die Darmspiegelung nach wie vor das beste Verfahren zum Entdecken und Entfernen von Darmkrebsvorstufen ist, sind innovative, weniger invasive Methoden gefragt: Da nur ca. 25 Prozent der Berechtigten sich dieser als unangenehm empfundenen Untersuchung unterziehen, haben der Nachweis auf Blut im Stuhl oder immunologische Tests nach wie vor große Bedeutung.

Professor Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum hat in verschiedenen Studien ermittelt, welche Nachweisverfahren die größte Empfindlichkeit aufweisen und gleichzeitig so wenig falsch positive Ergebnisse wie möglich liefern, um die Betroffenen nicht unnötig zu beunruhigen. Auch Bluttests oder bildgebende Verfahren könnten bei der Darmkrebs-Früherkennung in Zukunft eine Rolle spielen.

Acetylsalicylsäure - oder Aspirin - scheint bei langjähriger Einnahme das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, zu senken. Doch nicht jedem kann empfohlen werden, das Medikament regelmäßig zu schlucken: Ob man von den Vorteilen profitiert oder eher unter den Nebenwirkungen leidet, hängt unter anderem von der genetischen Ausstattung des Einzelnen ab, berichtet Professor Cornelia Ulrich, Direktorin am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg. Diskutiert wird auch die Rolle des Microbioms, der Gesamtheit aller Mikroorganismen im Darm, bei der Entstehung und Vermeidung von Darmkrebs. Außerdem stellen Wissenschaftler neue Konzepte vor, wie das Immunsystem bei der Behandlung und Prävention von Darmkrebs mit einbezogen werden könnte.

„Wir freuen uns sehr, dass wir anlässlich des 10jährigen Bestehens des Vereins Netzwerk gegen Darmkrebs gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Heidelberg diesen internationalen Innovationsworkshop durchführen können. Wir erwarten zahlreiche Anregungen für unsere weitere Arbeit im Bereich Prävention und Früherkennung von Darmkrebs“, so Dr. Christa Maar, Präsidentin des Netzwerk gegen Darmkrebs.

Prof. Dr. Otmar Wiestler, Vorstandsvorsitzender des DKFZ, ergänzt: „Bei wenigen Krebsarten ist die Prävention und Früherkennung so erfolgreich wie beim Darmkrebs. Wir freuen uns deshalb sehr, dass es uns die großzügige Unterstützung durch das Netzwerk gegen Darmkrebs ermöglicht, zu diesem Workshop renommierte Experten am DKFZ zu versammeln, und damit diesem Thema weiter Vorschub zu leisten."

Der Internationale Workshop „Innovation in Prevention, Early Detections & Diagnosis of Colorectal Cancer“ findet am 5. und 6. Juni 2014 im Kommunikationszentrum des Deutschen Krebsforschungszentrums im Neuenheimer Feld in Heidelberg statt. Journalisten sind herzlich eingeladen. Vortragssprache ist englisch.

Weitere Informationen und das Programm finden Sie hier: https://www.dkfz.de/en/colorectal-cancer-workshop-2014/

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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