Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Bessere Früherkennung von Prostatakrebs

Nr. 20b | 14.05.2014 | von nis

Mannheimer Männer im Alter von 45 Jahren erhalten derzeit Post von der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg. Sie werden gebeten, sich an PROBASE zu beteiligen, einer Studie, die einen optimierten Einsatz des PSA-Screenings für die Prostatakrebsfrüherkennung untersuchen soll.
Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Heidelberg

Durch regelmäßige PSA-Bestimmungen im Blut kann die Sterblichkeit des Prostatakarzinoms, der häufigsten Krebserkrankung von Männern, um gut ein Drittel gesenkt werden. „Dies ist ein großer Erfolg der Forschung der letzten Jahren und eine entscheidende Verbesserung für Männer in Deutschland“, sagt Professor Markus Hohenfellner, Ärztlicher Direktor der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg. Tatsache ist, dass durch die PSA Bestimmung Prostatakarzinome in einem sehr frühen Stadium entdeckt und somit meistens geheilt werden können. Allerdings erlaubt das PSA alleine keine sichere Unterscheidung von ungefährlichen und aggressiven Tumoren.

Einer der Studienleiter, Professor Nikolaus Becker vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, erklärt das Ziel der PROBASE-Studie: „Wir möchten mit dieser Studie dazu beitragen, künftig möglichst vielen Männern unnötige Untersuchungen und Behandlungen zu ersparen, die beim derzeitig üblichen PSA-Screening leider unvermeidbar sind.“

Mit der PROBASE-Studie (Risk-adapted prostate cancer early detection study based on a “baseline” PSA value in young men – a prospective multicenter randomized trial) wollen die Wissenschaftler herausfinden, ob abhängig von der Höhe eines einmalig bestimmten PSA-Werts ein dem individuellen Risiko angepasstes Vorgehen bei der Prostatakrebs-Früherkennung möglich ist. Zudem soll die Studie zeigen, welches das optimale Alter für die Bestimmung eines ersten PSA-Werts ist und in welchen Intervallen weitere Untersuchungen erfolgen sollten.

Parallel dazu bauen die Ärzte im Zuge von PROBASE eine große deutsche Biobank auf, mit der sie künftig zahlreiche weitere Fragen zu Prostatakrebs bearbeiten können.

„Obwohl heutzutage bereits viele PSA-Werte durch Urologen und Hausärzte bestimmt werden, ist das Prostatakarzinom immer noch die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern in Deutschland. Die PROBASE Studie wird einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Behandlung ungefährlicher Tumoren zu vermeiden und gleichzeitig gefährliche Tumoren rechtzeitig zu entdecken", sagt Professor Boris Hadaschik, einer der Leiter des Studienzentrums an der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg.

Unter der Leitung von Professor Peter Albers von der Urologischen Universitätsklinik Düsseldorf und Professor Nikolaus Becker vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) laden bundesweit vier Studienzentren (Universitätsklinikum Düsseldorf, Medizinische Hochschule Hannover, Universitätsklinikum Heidelberg, Klinikum rechts der Isar der TU München) über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 50.000 gesunde 45-jährige Männer zur Teilnahme an der Studie ein. Um die Studienergebnisse nicht zu verfälschen, werden die Adressen über die Einwohnermeldeämter nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Eine selbstständige Teilnahme ist nicht möglich. In einigen Wochen werden auch Männer aus Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis angeschrieben und eingeladen.

Die PROBASE Studie wird von renommierten internationalen Experten begleitet und von der Deutschen Krebshilfe (DKH) umfangreich gefördert.

Kontakt:
Professor Boris Hadaschik
Leiter Studienzentrum an der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg
Tel.: 06221 / 566321­­
E-Mail: boris.hadaschik@med.uni-heidelberg.de

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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