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Ausgezeichnete junge Wissenschaftler im DKFZ

Nr. 62 | 18.12.2013 | von Kas/Sel

Gleich vier Nachwuchswissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) durften sich über Auszeichnungen freuen: Dr. Irène Baccelli und Dr. Dominik Sturm teilten sich den Richtzenhain-Preis und damit ein Preisgeld von 4.500 Euro. Zudem erhielt Irène Baccelli die Hälfte des mit 7.500 Euro dotierten Lewenz-Preises. Über die andere Hälfte freuten sich Natalie Jäger und Dr. David Jones. Die Preisverleihung fand am 17. Dezember im DKFZ statt.

Die Preisträger (von links) Dr. Irène Baccelli, Dr. David Jones und Dr. Dominik Sturm freuen sich über die Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten. Es fehlt: Natalie Jäger.
© dkfz.de

Viel gefährlicher als ein Tumor sind meist von ihm ausgehende Metastasen. Irène Baccelli gelang erstmals der Nachweis, dass Metastasen aus bestimmten stammzellartigen Tumorzellen entstehen können, die über das Blut zu anderen Organen gelangen. Sie entdeckte außerdem mehrere Oberflächenmoleküle, die auf metastasenbildenden Tumorstammzellen vermehrt zu finden sind. Mit Hilfe dieser Moleküle können Forscher möglicherweise Tests zum Nachweis der metastasenbildenden Tumorstammzellen oder neue Medikamente entwickeln. Für ihre Entdeckung erhielt Irène Baccelli nun jeweils die Hälfte des Richtzenhain- sowie des Lewenz-Preises und damit ein Preisgeld von insgesamt 6.000 Euro. Die Wissenschaftlerin studierte in Paris und promovierte bei Professor Andreas Trumpp im Heidelberger Stammzellinstitut HI-STEM, einer gemeinsamen Einrichtung des DKFZ und der Dietmar Hopp Stiftung. Aktuell forscht Dr. Irène Baccelli an der Universität von Montreal in Kanada.

Ein weiteres potenzielles Zielmolekül für zukünftige Krebstherapien entdeckte der Mediziner Dominik Sturm während seiner Doktorarbeit. Es handelt sich um ein Enzym, das die Krebszellen möglicherweise vor dem Zelltod schützt und in gefährlichen kindlichen Hirntumoren übermäßig aktiv ist. Dominik Sturm studierte Medizin an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und an der Universität Heidelberg. Seit 2011 arbeitet er als Wissenschaftler in der Abteilung für Pädiatrische Neuroonkologie von Professor Stefan Pfister am DKFZ und seit 2013 als Arzt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg. Mit dem Richtzenhain-Preis erhielt er nun bereits die dritte Auszeichnung für seine Dissertation.

Mit Hilfe moderner Technik ist es heute möglich, das gesamte Erbgut einer Zelle zu entschlüsseln. Die Schwierigkeit liegt vor allem darin, die entstehende Datenflut auszuwerten. Natalie Jäger untersuchte das Erbgut von über 400 Tumorproben verschiedener Krebsarten auf Veränderungen. Sie stellte fest, dass ausgerechnet das in weiblichen Zellen stillgelegte zweite X-Chromosom dafür besonders anfällig ist. David Jones spezialisierte sich auf kindliche Hirntumoren und entdeckte, dass mehrere Erbgutveränderungen bei verschiedenen Patienten an immer den gleichen Genen auftreten. Diese Gene kommen als Angriffsziele für neue Medikamente in Frage. Für ihre Arbeiten erhielten Natalie Jäger und David Jones die zweite Hälfte des Lewenz-Preises und damit jeweils 1875 Euro. Natalie Jäger studierte Bioinformatik an der Goethe-Universität Frankfurt und erhielt anschließend ein einjähriges Forschungs-Stipendium an der Harvard University in Cambridge, USA. Seit 2010 ist sie Doktorandin in der Abteilung Theoretische Bioinformatik bei Professor Roland Eils am DKFZ. Ihr Kollege David Jones studierte und promovierte mit dem Schwerpunkt Genetik an der Universität Cambridge, Großbritannien. 2010 kam er als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Stefan Pfister ans DKFZ nach Heidelberg.

Der Walther und Christine Richtzenhain-Preis wird jährlich durch die Stiftung des Neurologen Walther Richtzenhain und seiner Frau über das DKFZ verliehen. In diesem Jahr war der Preis innerhalb Heidelbergs ausgeschrieben. Er richtet sich an Nachwuchswissenschaftler, die sich durch wegweisende Arbeiten auf dem Gebiet der translationalen Krebsforschung hervortun. Der Waltraut-Lewenz-Preis geht auf die gleichnamige Gymnasiallehrerin für Chemie und Mathematik in Wiesbaden zurück. Sie starb 1999 im Alter von 58 Jahren an Krebs. Der Preis ist Teil ihres Nachlasses und wird alle zwei Jahre für herausragende Wissenschaft am DKFZ mit den Schwerpunkten „Krebsrisikofaktoren und -prävention“ sowie „Diagnostik und experimentelle Therapie“ vergeben.

Ein Bild zur Pressemitteilung steht im Internet zur Verfügung:
www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2013/images/Preistraeger-richtzenhain-lewenz-2013.jpg

Bildunterschrift:
Die Preisträger (von links) Dr. Irène Baccelli, Dr. David Jones und Dr. Dominik Sturm freuen sich über die Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten. Es fehlt: Natalie Jäger.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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