Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Brustimplantate - ist eine Mammographie möglich?

Nr. 47 | 30.09.2013 | von Koh/AH

In Deutschland lassen sich jährlich 15.000 bis 20.000 Frauen die Brüste vergrößern, so die Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie. Können Frauen mit kosmetischen Brustimplantaten noch eine Mammographie durchführen lassen, zur Krebsfrüherkennung oder um einen Krebsverdacht abzuklären? Diese Fragen beantwortet der Krebsinformationsdienst KID des Deutschen Krebsforschungszentrums in seinem "Aktuellen Thema" zum Brustkrebsmonat Oktober.

Bild: MesserWoland, Wikimedia Commons

Die Mammographie ist die wichtigste Untersuchung, um einen Brustkrebsverdacht abzuklären, beispielsweise bei einem tastbaren Knoten. Außerdem ist sie in Deutschland Teil des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren erhalten alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammographie.

Doch wie sieht Krebsfrüherkennung bei Frauen aus, die sich einer kosmetischen Brustvergrößerung unterzogen haben? In Deutschland lassen sich pro Jahr etwa 15.000 bis 20.000 Frauen Implantate einsetzen, nicht gerechnet die Patientinnen, die aus medizinischen Gründen ein Brustimplantat erhalten. Können Implantat-Trägerinnen am Mammographie-Screening teilnehmen? Welche Untersuchungen setzen Ärzte bei ihnen ein, wenn Krebsverdacht besteht? Lassen sich bösartige Veränderungen trotz der Implantate überhaupt zuverlässig erkennen?

Generell gilt: Brustimplantate sind kein Hinderungsgrund für eine Teilnahme am Mammographie-Screening oder für eine Mammographie zur Abklärung eines Krebsverdachts. Es gibt Untersuchungstechniken, die auf das Implantat Rücksicht nehmen. Daher empfiehlt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes: „In jedem Fall sollten Frauen die Röntgenassistentin, die die Mammographie durchführt, auf ihre Implantate hinweisen. Bei der Vorbereitung der Untersuchung helfen Unterlagen, die über die Art des Implantats und seine genaue Lokalisation Auskunft geben, beispielsweise ein Implantat-Pass oder entsprechende Arztbriefe. Eine Mammographie kann aber auch durchgeführt werden, wenn diese Informationen nicht vorliegen.“

Stellt sich bei der Beurteilung der Aufnahmen heraus, dass das Brustgewebe nicht gut genug abgebildet wurde, kommen weitere Untersuchungsmethoden in Betracht: etwa Ultraschall oder eine Magnetresonanztomographie (MRT). Auch wenn die Mammographie wegen Verhärtungen rund um die Implantate, einer sogenannten Kapselfibrose, schmerzhaft ist, sind diese Methoden eine Alternative.

Vertiefende Informationen zur Mammographie bei Frauen mit Brustimplantaten sind auf den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes (http://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2013/news73.php) zu finden. Individuelle Antworten geben auch die ärztlichen Mitarbeitern der Telefonhotline des KID.

Hintergrund:
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Etwa jede zehnte Frau wird im Laufe ihres Lebens erkranken, so die Schätzung des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut. Brustkrebs ist auch die Krebserkrankung, zu der beim Krebsinformationsdienst KID die meisten Fragen eingehen – fast 7.000 der jährlich ca. 30.000 Anfragen per Telefon oder E-Mail drehen sich um dieses Thema. Gestellt werden neben Fragen zur Früherkennung von Brustkrebs auch sehr häufig Fragen zur Behandlung und zum Leben mit Brustkrebs im Alltag.

Der Krebsinformationsdienst beantwortet Ihre Fragen:
Telefon: 0800 - 420 30 40, täglich kostenlos von 8 bis 20 Uhr
E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de
www.krebsinformationsdienst.de

Der Krebsinformationsdienst ist seit 1986 Ihr Ansprechpartner für alle Fragen zu Krebs. Im Internet bietet der Krebsinformationsdienst aktuelles Wissen, nützliche Tipps, Adressen, Linktipps und Hinweise auf Fachquellen. Am Telefon, per E-Mail sowie in Sprechstunden in Heidelberg und Dresden beantworten die ärztlichen Mitarbeiter des Dienstes Fragen von Ratsuchenden. Im sozialen Netzwerk "Facebook" vermittelt er aktuelle Nachrichten und lädt zur Diskussion ein. Der Krebsinformationsdienst ist ein kostenfreies Angebot des Deutschen Krebsforschungszentrums, finanziert aus öffentlichen Mitteln. Er kann daher unabhängig informieren, frei von Interessenkonflikten und ohne Werbung.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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