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Aspirin verbessert Empfindlichkeit von Tests zur Darmkrebsfrüherkennung

Nr. 67 | 08.12.2010 | von (Koh)

Die Untersuchung auf verborgenes Blut im Stuhl ist ein wichtiger Bestandteil der Früherkennung von Darmkrebs. Ärzte hatten bislang jedoch Bedenken, dass niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS, zum Beispiel in Aspirin) – häufig verordnet, um Herzinfarkten vorzubeugen – die Testergebnisse verfälschen könnte. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum zeigten nun in einer Studie an 2000 Teilnehmern, dass die Einnahme des Medikaments die Empfindlichkeit immunologischer Stuhltests sogar verbessert.

© dkfz.de

Ein Großteil der rund 73.000 Fälle von Darmkrebs, die jährlich in Deutschland festgestellt werden, ließe sich vermeiden: Werden die Krebsvorstufen frühzeitig entdeckt und entfernt, so kommt der Krebs mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zum Ausbruch. Ein wichtiger Bestandteil der Darmkrebs-Früherkennung sind Tests auf verborgenes („okkultes“) Blut im Stuhl. Als besonders vielversprechend gelten neuere Testverfahren, die die Blutbestandteile auf immunologischer Basis mit Antikörpern nachweisen.

In Deutschland wird die Untersuchung auf Blut im Stuhl vom 50. Lebensjahr an empfohlen. Menschen dieser Altersgruppe nehmen jedoch oft niedrig dosiertes Aspirin ein, um Herzinfarkten oder Schlaganfällen vorzubeugen. Das Medikament steigert die Neigung zu Blutungen im Magen-Darmtrakt. Ärzte befürchten daher, dass diese Blutungen die Ergebnisse der Darmkrebsfrüherkennung verfälschen könnten: Die Tests könnten auf Blut anschlagen, das gar nicht aus Krebsvorstufen stammt. Andererseits könnte Aspirin auch die Blutungsneigung von Darmkrebsvorstufen erhöhen - und damit die Chancen, diese zu entdecken.

Im Deutschen Krebsforschungszentrum untersuchten daher Wissenschaftler um Professor Dr. Hermann Brenner und Dr. Ulrike Haug den Einfluss von Aspirin in einer Studie an rund 2000 Menschen, die sich zwischen 2005 und 2009 einer Früherkennungs-Darmspiegelung unterzogen hatten. Rund zehn Prozent der Teilnehmer – 233 Personen – gaben an, regelmäßig niedrig dosiertes Aspirin einzunehmen. Das verdeutlicht, wie weit verbreitet die Einnahme des Medikaments ist, weshalb Ärzte eine mögliche Testverfälschung als ernstzunehmendes Problem bei der Darmkrebsfrüherkennung einschätzten.

Bei allen Studienteilnehmern wurden zusätzlich zur Darmspiegelung zwei verschiedene immunologische Tests auf verborgenes Blut im Stuhl durchgeführt. Die Testergebnisse wurden mit den Befunden der Darmspiegelung abgeglichen, die als sicherstes Verfahren gilt, um Krebsvorstufen zu entdecken. Die Studie sollte zwei Fragen klären: Wie viel Prozent der Darmkrebsvorstufen entdeckt der Test? Dieser Wert beziffert die Empfindlichkeit oder Sensitivität des Verfahrens. Weiterhin galt es zu klären, in wie viel Prozent der Fälle der Test negativ ausfällt, wenn keine Darmkrebsvorstufen vorliegen. Dieser Wert gibt die Test-Spezifität an.

Aspirin-Nutzer und Nichtnutzer unterscheiden sich nicht in der Häufigkeit von fortgeschrittenen Krebsvorstufen (10,2 Prozent bzw. 10,4 Prozent), ergaben die Darmspiegelungen. Die Auswertung der beiden immunologischen Tests jedoch überraschte die Forscher: Für die Aspirin-Konsumenten lag die Empfindlichkeit der beiden Stuhltests bei 70,8 bzw. 58,3 Prozent, bei den Teilnehmern, die kein Aspirin einnahmen, jedoch nur bei 35,9 bzw. 32 Prozent. Bei der Spezifität schnitten die immunologischen Tests in der Gruppe der Aspirin-Konsumenten nur wenig schlechter ab als in der Kontrollgruppe (85,7/85,7 Prozent gegenüber 89,2/91,1 Prozent).

„Das heißt, dass die Tests bei Aspirin-Konsumenten die tatsächlich vorhandenen Krebsvorstufen fast doppelt so häufig aufspürten wie bei Personen, die das Medikament nicht einnehmen. Zugleich gab es nur unwesentlich häufiger „falschen Alarm“, sagt Hermann Brenner. Bei den Aspirin-Konsumenten erwies sich der Stuhltest sogar als so empfindlich, dass er fast an die Sicherheit einer „kleinen Darmspiegelung“ (Sigmoidoskopie“) herankam. Das lässt die Wissenschaftler spekulieren, ob nicht sogar eine kurzzeitige Einnahme von Aspirin die Ergebnisse der Früherkennungs-Stuhltests verbessern könnte.

Die deutschen Krankenkassen bieten in ihrem gesetzlichen Früherkennungsprogramm für Versicherte ab dem Alter von 50 Jahren einen Test auf okkultes Blut im Stuhl an. Allerdings erstatten die Kassen derzeit nur den enzymatischen, nicht aber den immunologischen Test. Vom 55. Lebensjahr an können die Versicherten kostenlos an einer Früherkennungs-Koloskopie teilnehmen und, sofern die Erstuntersuchung vor dem 65. Lebensjahr stattgefunden hat, nach zehn Jahren ein weiteres Mal.

Hermann Brenner, Sha Tao und Ulrike Haug: Low dose Aspirin Use and Performance of Immunochemical Fecal Occult Blood Tests. Journal of the American Medical Association, 8. Dezember 2010, Band 304, Seite 2513-2520.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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