Während der Ausbildung ins Ausland

DKFZ Azubis lernen im europäischen Ausland

Auch 2018 durften wieder 17 Azubis Erfahrungen im Ausland sammeln.
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Als internationaler Arbeitgeber suchen wir Auszubildende, die eine hohe Akzeptanz gegenüber anderen Kulturen entwickelt haben und die ihre Fachkompetenz auch in Englisch weitergeben können. Wir möchten eine positive und persönliche Entwicklung unserer Auszubildenden unterstützen. Daher haben Auszubildende am DKFZ über das „Erasmus plus Programm“ die Möglichkeit bis zu 3 Monate für ein Praktikum ins europäische Ausland zu gehen, um dort internationale Berufspraxis und jede Menge persönlicher Erfahrungen zu sammeln. Unsere Auszubildenden sammelten bereits wertvolle Berufserfahrungen in den Ländern: Island, England, Schottland, Schweden, Frankreich, Italien und Norwegen.

Für ein Auslandspraktikum musst du vor allem Leistungsbereitschaft, Motivation, Eigenverantwortung und Zuverlässigkeit mitbringen.

Einige Eindrücke der bisherigen Auslandspraktika findest du in den folgenden Berichten unserer Azubis:

Lukas Schmitt, war als Biologielaborant in Schweden

Lukas Schmitt, 21 Jahre, Auszubildender Biologielaborant
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Im Sommer 2018 habe ich während der Ausbildung zum Biologielaboranten mein Auslandspraktikum für 12 Wochen in Schweden absolviert. Dort arbeitete ich in Stockholm am Karolinska Institutet in einer Forschungsgruppe der Abteilung Onkologie-Pathologie. Unter der Leitung von Prof. Isabelle Magalhaes und unter Aufsicht von Esther Schoutrop und Lisa-Mari Mörk konnte ich mein Wissen, meine praktischen Fertigkeiten und die Fähigkeit, Probleme eigenständig zu lösen, anhand zweier Projekte vertiefen, an denen ich selbständig arbeiten durfte.

Welchen Beitrag habe ich zur Forschung geleistet?

Ein Projekt beschäftigte sich mit der Transduktion von T-Zellen, die nach der Infektion mit Viren einen Antigenrezeptor ausbilden, der Krebszellen erkennt. Hierzu soll ein Tiermodell etabliert werden, das in Zukunft die Therapieentwicklung für Patienten mit fortgeschrittenem oder refraktärem Ovarialkarzinom unterstützen kann.

Das zweite Projekt beschäftigte sich im Rahmen einer Studie mit der Auswahl und Eignung von Stammzellenspendern für Patienten mit akuter myeloischer Leukämie. Ich habe die Eignung von verwandten Spendern mit passenden nicht verwandten Spendern verglichen.

Meine Betreuer schenkten mir von Anfang Vertrauen und ich hatte die Möglichkeit meine Experimente selbst zu organisieren und meinen Arbeitstag selbst zu planen. Anhand der Ergebnisse, die ich erhalten habe wird ein Forschungsbericht zur Veröffentlichung verfasst. Aufgrund meiner Bemühungen soll ich als Mitwirkender namentlich erwähnt werden. Das ist eine große Wertschätzung für mich und meine Arbeit.

Was war meine größte persönliche Herausforderung?

Vorab musste ich mich selbständig um eine Unterkunft in Stockholm kümmern. Dafür verwendete ich diverse Internetportale, die Wohnungen oder Zimmer zur Miete vermitteln. Trotz der schwierigen Wohnungssituation in Stockholm, war es mir möglich ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft etwas außerhalb des Zentrums zu finden. Leider stellte sich heraus, dass die Wohnung und das Zimmer der Beschreibung im Internet in keinster Weise entsprachen. Sofort informierte ich meine Betreuerin am DKFZ, Marina Diwo, über die Situation und wir besprachen mögliche Lösungswege. Bei der Suche nach einer alternativen Wohnung wurde ich von meiner Betreuerin, Freunden und Familie unterstützt. Es war für mich eine große Herausforderung, in einem anderen Land die Wohnungsproblematik zu lösen und mich gleichzeitig im Labor in ein komplett neues Thema einzuarbeiten. Nach mehreren erfolglosen Wohnungsbesichtigungen fragte ich an der Rezeption des Hotels nach, ob es möglich wäre den Preis für das Zimmer bei einer Langzeitbuchung zu senken. Tatsächlich kam mir das Hotelpersonal mit einem unschlagbaren Preisnachlass entgegen! Am Ende war die Miete nur geringfügig höher als die Miete für eine Wohnung. Ich war sehr stolz diese schwierige Situation bewältigt zu haben.

Was hat Stockholm zu bieten?

In meiner Freizeit konnte ich die vielen Facetten von Schweden und die Kultur kennen lernen. Für mich, als Dorfkind, ist Stockholm die perfekte Mischung aus Stadt und Natur. Ich konnte mich in nahen Wäldern, an Seen oder in Naturparks zurückziehen und die Natur genießen. So wanderte ich stundenlang durch den Tyresta Nationalpark von Stockholm und konnte meine Leidenschaft für das Wandern in der Natur und meinen Entdeckergeist ausleben. Zusätzlich konnte ich in verschiedenen Museen die Naturkunde der nordischen Tiere und früheren Menschen, die Geschichte von Schweden sowie moderne schwedische Ideen kennenlernen. An dieser Stelle kann ich trotz des hohen Eintrittspreises das Freilichtmuseum Skansen empfehlen. Hier kann man nicht nur die Vielfalt der schwedischen Tierwelt, sondern auch Gebäude und Baustile aus unterschiedlichen Gebieten Schwedens und unterschiedlichen sozialen Umgebungen verschiedener Zeiten kennenlernen. Mein absoluter Lieblingsplatz in Stockholm ist ein kleiner Park in Norrmalm namensKungsträdgården. Fast jedes Wochenende gab es dort eine kulturelle Veranstaltung, die den Menschen einen Einblick in fremde Kulturen ermöglicht. Diese Veranstaltungen waren wirklich gut besucht und ich habe mich sehr gefreut zu sehen, dass fremde Kulturen mit offenem Herz akzeptiert werden. Am besten hat mir das koreanische Kulturfestival gefallen, da ich mich persönlich selbst für Südkorea und deren Popmusik (K-Pop) interessiere. Während den intensiven Erkundungstouren ist es in Schweden Pflicht eine Zimtschnecke, auch Kanelbullar genannt, zu genießen.

Sarah Neef, war als DHBW Studentin in London

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Ich hatte die Möglichkeit meine vierte Praxisphase im Ausland zu verbringen. Da ich meine Sprachkenntnisse in Englisch verbessern wollte, habe ich mich für ein Praktikum in London entschieden. Dort war ich für drei Monate im internen Recruitment bei ChapmanBlack, einer erfolgreichen Personalvermittlung eingesetzt. Meine Hauptaufgabe war es, passende Mitarbeiter für ChapmanBlack zu finden. Hierfür habe ich durch die Nutzung von sozialen Netzwerken potentielle Kandidaten identifiziert und anschließend Telefon-, Skype- und persönliche Interviews geführt. Ich konnte dadurch meine Kommunikationskompetenz sehr gut weiterentwickeln. Außerdem hat es mir viel Spaß gemacht, die verschiedenen Leute kennenzulernen und meine Einschätzung geben zu dürfen.

In meiner Freizeit habe ich London erkundet. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten habe ich es genossen, durch die verschiedenen Märkte und Parks zu laufen. Doch ich war nicht nur in London unterwegs. An den Wochenenden habe ich auch Ausflüge in die Universitätsstädte Cambridge und Oxford gemacht. Außerdem war ein besonderes Highlight mein Roadtrip nach York und an die Küste im Nordosten Englands.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir die drei Monate in London sehr gut gefallen haben und mich das Leben in einer anderen Kultur persönlich weitergebracht hat. Daher kann ich nur empfehlen, die Chance eines Auslandsaufenthalts zu nutzen. Ich bin mir sicher, dass ihr diese Entscheidung nicht bereuen werdet.   

Tobias Schmittbauer, war als Fachinformatiker in Cambridge

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Mein Auslandspraktikum absolvierte ich für eine Dauer von 3 Monaten beim EBI (Europäisches Bioinformatik-Institute) in Cambridge. Das EBI ist, ähnlich wie das DKFZ, eine gemeinnützige wissenschaftliche Organisation, welche von mehreren Ländern finanziert wird. Meine Aufgabe in dieser Zeit war die Entwicklung eines Konzeptes, welches eine Vernetzung zweier unterschiedlicher Datenbanken ermöglicht. Ich programmierte einen Prototyp in Java, welcher am Ende alle Anforderungen erfüllte.

Gewohnt habe Ich bei meinem Chef, er nannte es „Living by the Boss“. In meiner Freizeit unternahm ich viel mit Freunden, die ich unteranderem im EBI kennen gelernt hatte. Ein schönes Highlight in der Zeit war der Besuch der „Tour de France“ in Cambridge.

Ich kann daher im Resümee nur jedem empfehlen diese Chance zu nutzen, denn allein die Möglichkeit sein Englisch zu verbessern ist sehr hilfreich.

Lorena Kohl, war als Kauffrau für Büromanagement in Dublin

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Während meines achtwöchigen Praktikums in Dublin habe ich im Unternehmen Head Hunt International – einer Personalvermittlungsagentur – gearbeitet. Dort war ich im „Medical Recruitment“-Team eingesetzt. Meine Hauptaufgabe war es, auf Social-Media-Plattformen nach Fachärzten aus aller Welt zu suchen und geeignete Kandidaten zu kontaktieren. Außerdem habe ich die CV’s der Ärzte bearbeitet, die dann an Kliniken und Krankenhäuser in Irland geschickt wurden.

An den Wochenenden habe ich viel mit meinen Gasteltern unternommen, wie z. B. Wandern in den Dublin Mountains, Stand-Up Paddeln in Howth oder ein Ausflug nach Glendalough. Zu meinen absoluten Highlights zählen aber die Tagesausflüge zum Giant’s Causeway, Connemara National Park und zu den Cliffs of Moher. Da ich sowohl von der Stadt Dublin, aber auch vom Westen und vom Norden Irlands einiges gesehen habe, bin ich sehr begeistert von diesem wunderschönen Land und den offenen, freundlichen Menschen überall.

Letztendlich kann ich nur Positives über mein Auslandspraktikum berichten. Neben meinen englischen Sprachkenntnissen habe ich mich auch persönlich weiterentwickelt. Es war eine großartige Erfahrung und die bisher aufregendste Zeit in meinem Leben. Deshalb kann ich jedem nur raten, diese Chance ebenfalls zu ergreifen und seine ganz eigenen Erfahrungen im Ausland zu sammeln.

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