Mariam Amghar erhält den Helmholtz-Doktorandenpreis in der Kategorie „Gesundheit“. Am DKFZ forschte sie zu im Blut zirkulierender Tumor-DNA und Genveränderungen in Prostatatumoren, die sie mit klinischen Parametern wie etwa Tumormarkern und Therapieverläufen verknüpft. Ihr Ziel ist es vorherzusagen und zu erklären, warum eine spezielle Radionuklidtherapie, die sogenannte PSMA-gerichtete Radionuklidtherapie, gegen fortgeschrittenen Prostatakrebs bei manchen Patienten anspricht und bei anderen nicht. Damit soll die Behandlung besser auf den einzelnen Patienten angepasst werden.
Die in dieser Studie untersuchten Behandlungen basieren auf einem Radiopharmakon, für das die wissenschaftlichen Grundlagen am DKFZ gelegt wurden und das seitdem in der klinischen Praxis weit verbreitet ist. Patienten mit metastasiertem, hormonresistentem Prostatakrebs können von diesen Therapien profitieren. Nuklearmediziner verabreichen radioaktive Substanzen, die sich spezifisch an Krebszellen binden oder von diesen aufgenommen werden, wodurch die Zellen bestrahlt und abgetötet werden.
„Mariams Erkenntnisse könnten dazu beitragen, Wege zu finden, um diejenigen Patienten zu identifizieren, die am meisten von der Therapie profitieren, und eine frühzeitigere Erkennung von Therapieresistenzen ermöglichen“, sagt Martina Benesova-Schäfer, die Mariam Amghar als Doktorandin im DKFZ betreut hat.
Die Helmholtz-Gemeinschaft würdigt diese exzellente Leistung mit einem der diesjährigen Doktorandenpreise. Mit den Preisen zeichnet die Gemeinschaft jährlich in jedem ihrer sechs Forschungsbereiche Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus, die ihre Promotion an einem Helmholtz-Zentrum durchgeführt und mit hervorragendem Ergebnis abgeschlossen haben. Die Helmholtz-Doktorandenpreise sind mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro dotiert. Dazu kommt eine Reise- und Sachkostenpauschale für einen Forschungsaufenthalt im Ausland von bis 12.000 Euro.
Mariam Amghar studierte Pharmazeutische und Medizinische Biotechnologie an den Universitäten Florenz und Padua, Italien. Nach Forschungsaufenthalten an der Universität Bern und dem Institut für Virologie und Immunologie, Bern, Schweiz, promovierte sie am DKFZ. Derzeit forscht Mariam Amghar als Postdoktorandin an der Harvard Medical School und dem Massachusetts General Hospital, Boston, USA, sowie als Postdoktorandin am Broad Institute des MIT und der Harvard-Universität.