Giftgemisch Tabakrauch

Giftige Substanzen im Tabakrauch

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Von den über 4800 verschiedenen Substanzen im Tabakrauch, die überwiegend erst beim Verbrennen des Tabaks entstehen, sind mindestens 250 giftig oder krebserzeugend. Als giftig werden Substanzen bezeichnet, wenn sie auch in sehr geringer Menge eine nachhaltig schädigende Wirkung auf den menschlichen Organismus haben. Diese Inhaltsstoffe liegen teilweise gasförmig vor und sind teilweise an Tabakrauchpartikel gebunden. Die Partikel lösen sich nach dem Einatmen im feuchten Oberflächenfilm der Lungenbläschen auf, wobei ihr Inhalt über die Feuchtigkeitsschicht aufgeht und so von den Lungenzellen aufgenommen werden kann.

Über die Lunge werden die giftigen Gase, flüchtigen Substanzen und auch Feinstaubpartikel besonders schnell und nachhaltig vom Körper aufgenommen. Das liegt an der großen Aufnahmefähigkeit der Lungenoberfläche (ca. 140 m²). Zusätzlich begünstigt wird die schnelle Aufnahme der Stoffe durch die sensiblen, dünnwandigen Lungenbläschen und den schnellen Blutfluss im Lungengewebe.

Tabakrauch ist unter anderem deswegen besonders gesundheitsschädlich, weil die zahlreichen in ihm enthaltenen Substanzen miteinander in Wechselwirkung treten und sich dadurch gegenseitig verstärken können.

Für die zahlreichen im Tabakrauch enthaltenen krebserzeugenden Substanzen gibt es keine ungefährliche Dosis. Das bedeutet letztendlich, jede gerauchte Zigarette gefährdet die Gesundheit.

Krebserzeugende Substanzen im Tabakrauch

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Tabakrauch enthält über 90 Inhaltsstoffe, die von Experten als mit hoher Wahrscheinlichkeit krebserzeugend eingestuft werden. Diese Substanzen wirken sich auch schädigend auf das Erbgut (DNA) aus. Infolge der DNA-Schäden können Zellen zu Krebszellen entarten. Bis zu einem gewissen Grad kann der Körper zwar solche DNA-Schäden beheben, bei Rauchern ist die Regenerierungsfähigkeit allerdings durch die hohe Giftstoffbelastung beeinträchtigt, so dass der Organismus mit der Reparatur der entstandenen und immer wieder neu entstehenden Schäden überfordert ist. Daher haben Raucher ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko gegenüber Nichtrauchern.

Ein nachgewiesener kausaler Zusammenhang zwischen Rauchen und der Entstehung von Krebserkrankungen besteht bei folgenden Krebsarten: Lungenkrebs, Mund-, Nasen-, Rachen- und Kehlkopfkrebs, Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Nieren- und Blasenkrebs sowie Brust- und Gebährmutterhalskrebs und bestimmten Formen der Leukämie.

Zu den krebserzeugenden Substanzen gehören primär die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe sowie aromatische Amine und N-Nitrosamine.

Atemwegsschädigende Substanzen im Tabakrauch

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Substanzen wie Blausäure, Acrolein, Acetaldehyd und Ammoniak schädigen die Flimmerhärchen in den Atemwegen und vermindern so die Selbstreinigungsfähigkeit der Bronchien. Dadurch verbleiben die Partikel des Tabakrauches länger in der Lunge und den anderen Geweben der Atemwege. Das wiederum verstärkt die schädigende, krebserzeugende Wirkung des Tabakrauches im Bereich der Atemwege.

Suchtfördernde Substanzen im Tabakrauch

Zusätzlich zu dem im Tabak enthaltenen Nikotin, das primär für die suchterzeugende Wirkung des Rauchens verantwortlich ist, werden den Zigaretten von den Herstellern weitere suchtverstärkende Substanzen beigemischt. Zu diesen gehören Geschmacks- und Aromastoffe wie beispielsweise Zucker, der den scharfen Tabakgeschmack überdeckt und ihn weicher und milder erscheinen lässt. Gerade für Raucheinsteiger, zumeist Jugendliche, macht dies den Tabakkonsum attraktiver und erhöht somit deutlich das Suchtpotential. Bei der Verbrennung der Aromastoffe entstehen giftige und krebserzeugende chemische Verbindungen.

Durch das Zusetzen von Ammoniumverbindungen, die in der Glutzone der Zigarette Ammoniak freisetzen, wird das im Tabakrauch enthaltene Nikotin schneller aufgenommen und zu den Schaltstellen des Gehirns weitergeleitet, die für das Auslösen positiver Empfindungen zuständig sind. Dieses schnellere Anfluten des Suchtstoffs Nikotin und die damit verbundene schnelle Bedürfnisbefriedigung führt dazu, dass Raucher schneller abhängig werden.

Ein weiterer häufig dem Zigarettentabak zugesetzter Stoff ist Menthol, was nicht nur den sogenannten Menthol-Zigaretten, sondern auch den meisten anderen Zigarettensorten zugesetzt wird. Wegen seines schmerzlindernden und kühlenden Effektes vermindert es die beim Rauchen oft anfangs deutlich spürbaren ungangenehmen körperlichen Empfindungen. Dies Menthol-Wirkung erleichtert das tiefe Inhalieren des Tabakrauchs, wodurch wiederum der Einstieg zu gewohnheitsmäßigem und schließlich abhängigem Tabakkonsum gefördert wird. Möglicherweise hat das Menthol als solches bereits ein eigenständiges Abhängigkeitspotential.

In den unten angegebenen Informationsmaterialien finden sich ausführliche Erläuterungen zu den toxischen Eigenschaften der verschiedenen Zusatzstoffe in Tabakerzeugnissen.

Veröffentlichungen des Deutschen Krebsforschungszentrums

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