Experimentelle Therapien hämatologischer Neoplasien

Max-Eder-Nachwuchsgruppe Experimentelle Therapien hämatologischer Neoplasien

Dr. med. Marc S. Raab

Multipolare Zellteilung in einem Maus-Xenograft unter Behandlung mit zentrosomalen Cluster-Inhibitoren
© dkfz.de

Trotz erfreulicher Entwicklungen in den letzten Jahren ist weiterhin ein Großteil der malignen hämatologischen Erkrankungen nicht heilbar. Unsere Gruppe erforscht daher neue, innovative Therapieansätze jenseits der bekannten Behandlungsmöglichkeiten.
Wir konzentrieren uns hierbei auf einen Mechanismus, auf den maligne Zellen angewiesen sind, der für gesunde Zellen jedoch ohne Bedeutung ist: Die Bündelung von überzähligen Zentrosomen („zentrosomales Clustering“). Zusammen mit der Klinischen Kooperationseinheit Molekulare Hämatologie/Onkologie (Prof. A. Krämer) steht für uns zum einen die Aufklärung dieses Mechanismus bei hämatologischen Erkrankungen im Vordergrund, zum anderen wollen wir therapeutische Substanzen, die speziell an diesem Punkt angreifen, identifizieren bzw. optimieren.

In unserer Modellerkrankung, dem Multiplen Myelom, untersuchen wir zudem molekulare Mechanismen des Übergangs zwischen der Präkanzerose `MGUS´ und der malignen, aktiven Myelomerkrankung. Wir konzentrieren uns hierbei auf Zellzyklusregulatoren, die eine klonale Expansion transformierter Plasmazellen verhindern.

Weiterhin überprüfen wir an unseren präklinischen Modellen neue Substanzen, die von der Industrie entwickelt werden und angesichts der Biologie und des Pathomechanismus des Multiplen Myeloms und anderer hämatologischer Erkrankungen vielversprechend erscheinen. Diesbezüglich nehmen wir auch an zahlreichen klinischen Studien teil, inklusive Studien zur Erstanwendungen am Menschen.

Alle unsere Projekte haben das gemeinsame Ziel, neue therapeutisch nutzbare Zielstrukturen oder Behandlungsverfahren zu entwickeln zum Nutzen unserer Patienten.

Wir verfolgen hierbei drei Hauptstrategien:

Die Entwicklung neuer therapeutischer Verfahren basierend auf dem Mechanismus des zentrosomalen Clustering,
insbesondere die Weiterentwicklung unserer ersten Inhibitoren zentrosomalen Clusterings und die Etablierung eines Hochdurchsatz-fähigen Medikamenten-Screenings

Die Aufklärung von Schlüsselmechanismen in der Pathogenese des Multiplen Myeloms,
insbesondere der molekularen Mechanismen des Übergangs zwischen der Präkanzerose `MGUS´ und der malignen aktiven Myelomerkrankung

Die Überführung neuer Medikamentenentwicklungen aus der präklinischen Phase in klinische Studien,
insbesondere die Initiierung früher Phase-Studien in hämatologischen Neoplasien mit Schwerpunkt auf dem Multiplem Myelom

Kontakt

Dr. med. Marc S. Raab
Experimentelle Therapien hämatologischer Neoplasien (G170)
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel: +49 6221 42 1450

Ausgewählte Publikationen

  • Raab M.S. et al (2016). Spatially divergent clonal evolution in multiple myeloma: overcoming resistance to BRAF inhibition. Blood, 127(17), 2155-2157.
  • Andrulis M, Lehners N, Capper D, Penzel R, Heining C, Huellein J, Zenz T, von Deimling A, Schirmacher P, Ho AD, Goldschmidt H, Neben K, Raab MS. (2013) Targeting the BRAF V600E mutation in multiple myeloma. Cancer Discov. 3(8):862-9.
  • Raab MS, Breitkreutz I, Anderhub S, Rønnest MH, Leber B, Larsen TO, Weiz L, Konotop G, Hayden PJ, Podar K, Fruehauf J, Nissen F, Mier W, Haberkorn U, Ho AD, Goldschmidt H, Anderson KC, Clausen MH, Krämer A. (2012) GF-15, a novel inhibitor of centrosomal clustering, suppresses tumor cell growth in vitro and in vivo. Cancer Res. 72(20):5374-85.
  • Raab MS, Podar K, Breitkreutz I, Richardson PG, Anderson KC. (2009) Multiple myeloma. Lancet 25;374(9686):324-39.
nach oben