Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppe T-Zell-Metabolismus

Dr. Guoliang Cui

Tumorinfiltrierende B16 Maus-Melanoma Lymphozyten (TILs) (links) sind erschöpft und exprimieren hohe Level an inhibitorischen Rezeptoren (z.B. PD-1 und Lag-3) im Vergleich zu Milz T-Zellen (rechts). Ziel unserer Forschung Ist es, zu verstehen, wie Stoffwechselwege die Effektorfunktionen und das Überleben von Anti-Tumor T-Zellen regulieren können.
© dkfz.de

Die Diagnose Krebs betrifft etliche Millionen Menschen weltweit. Immunzellen, wie zum Beispiel T-Zellen, können vor Tumorentwicklung schützen. Allerdings werden tumorinfiltrierende T-Zellen oftmals immunsupprimiert und fallen in eine Art „Erschöpfungszustand“, bei dem charakteristische Immun-Checkpoint Moleküle (PD-1, TIGIT, LAG-3, etc.) exprimiert und Anti-Tumor Effektorcytokine (IFNg, TNFa, etc.) herunterreguliert werden. Die Blockade von Immun-Checkpoint Molekülen hat in klinischen Studien bei der Behandlung verschiedenster Krebsarten große Erfolge erzielt, jedoch sprach nur ein kleiner Anteil betroffener Patienten tatsächlich auf diese Therapien an. Dies legt nahe, dass wir erst beginnen, die immunsuppressive Wirkung in der Tumorumgebung zu verstehen. Deshalb ist eine der wichtigsten Aufgaben in diesem Forschungsgebiet, die Faktoren zu identifizieren, die zu einer T-Zell Erschöpfung im Tumor führen. Unsere bisherigen Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Metaboliten, wie zum Beispiel Lipide, großen Einfluss auf das Überleben und die Effektorfunktion von T-Zellen haben. Darauf aufbauend identifiziert und untersucht unsere T-Zell Metabolismus Gruppe mit Hilfe von Maus-Melanoma-Modellen die Stoffwechsel-Checkpoint Moleküle, die die Bioenergetik, das Überleben und die Effektorfunktion von Anti-Tumor T-Zellen bestimmen.

Langfristiges Ziel unserer Gruppe ist es, unsere in Mausmodellen erzielten Ergebnisse in die klinische Anwendung zu übertragen. Besonders interessieren uns dabei folgende Fragen: 1) Welche Lipid-Metaboliten regulieren im Menschen Anti-Tumor T-Zell Effektorfunktionen und -Überleben? 2) Welcher Mechanismus liegt lipidinduzierter T-Zell Immunsuppression zu Grunde? 3) Wie kann durch Regulation von Lipid-Stoffwechselwegen die Anti-Tumor Wirkung von T-Zellen verstärkt werden? Durch die Modulation von T-Zell eigenem Lipidstoffwechsel könnten in der Zukunft neue Immuntherapien entwickelt werden.

Für weitere Informationen wechseln Sie bitte zur englischsprachigen Webseite.

Kontakt

Dr. Guoliang Cui
T-Zell-Metabolismus (D140)
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel: +49 6221 42 1370

Ausgewählte Publikationen

  • Cui, G., Staron, Matthew M., Gray, Simon M., Ho, P.-C., Amezquita, Robert A., Wu, J., and Kaech, Susan M. (2015). IL-7-Induced Glycerol Transport and TAG Synthesis Promotes Memory CD8+ T Cell Longevity. Cell 161, 750-761.
  • Cui, G., Qin, X., Wu, L., Zhang, Y., Sheng, X., Yu, Q., Sheng, H., Xi, B., Zhang, J.Z., and Zang, Y.Q. (2011). Liver X receptor (LXR) mediates negative regulation of mouse and human Th17 differentiation. J Clin Invest 121, 658-670.
  • Cui, G., Qin, X., Zhang, Y., Gong, Z., Ge, B., and Zang, Y.Q. (2009). Berberine differentially modulates the activities of ERK, p38 MAPK, and JNK to suppress Th17 and Th1 T cell differentiation in type 1 diabetic mice. J Biol Chem 284, 28420-28429.
  • Jingxia Wu, Sicong Ma, Roger Sandhoff, Yanan Ming, Agnes Hotz-Wagenblatt, Vincent Timmerman, Nathalie Bonello-Palot, Beate Schlotter-Weigel, Michaela Auer-Grumbach, Pavel Seeman, Wolfgang N. Löscher, Markus Reindl, Florian Weiss, Eric Mah, Nina Weisshaar, Alaa Madi, Kerstin Mohr, Tilo Schlimbach, Rubí M.-H. Velasco Cárdenas, Jonas Koeppel, Florian Grünschläger, Lisann Müller, Maren Baumeister, Britta Brügger, Michael Schmitt, Guido Wabnitz, Yvonne Samstag, Guoliang Cui. Loss of Neurological Disease HSAN-I-Associated Gene SPTLC2 Impairs CD8+ T Cell Responses to Infection by Inhibiting T Cell Metabolic Fitness. (2019) Immunity In press.
nach oben