Arbeitsgruppe Mammadiagnostik

Ansprechpartner: Dr. med. Sebastian Bickelhaupt

Beispiel einer Diffusionsgewichteten Magnetresonanzmammographie (DWI-MRM) unter Nutzung der Fusionsbildgebung ohne Kontrastmittelgabe. Oben: Bildgebung der weiblichen Brust mittels T2w-gewichteter Sequenzen mit gut abgrenzbarer Läsion im Gewebe (schwarzer Pfeil). Unten: In der Diffusionsbildgebung (DWI) zeigt sich am Ort der Läsion keinerlei Auffälligkeit. Mitte: In der Fusionbildgebung aus T2w-Sequenz (oben) und DWI (unten) ebenfalls unauffälliger Befund. Histopathologie: Gutartiges fibrosiertes Fibroadenom.
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Die Arbeitsgruppe Mammadiagnostik der Abteilung Radiologie im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) beschäftigt sich mit der Entwicklung und Translation schonender bildgebender Verfahren zur frühen Detektion und zuverlässigen Charakterisierung von auffälligen Veränderungen der Brust. Aufgrund der hohen gesellschaftlichen Relevanz der Thematik ist für die Arbeitsgruppe der translationale Aspekt der Forschungsprojekte besonders wichtig. Durch Kooperationen mit niedergelassenen zertifizierten radiologischen Brustzentren bildet sie ein Bindeglied zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung.

Ziel der Arbeitsgruppe ist es mittels neuer Bildgebungsverfahrung basierend vorwiegend auf der MRT-Technik (Magnetresonanztomographie) und auf neuen Methoden des Post-Processing (Bildnachverarbeitung) zuverlässig auffällige Veränderungen der weiblichen Brust nicht-invasiv charakterisieren und im Falle bösartiger Läsionen zusätzlich prognostische Informationen des Tumors bestimmen zu können. Ein Schwerpunkt der Forschungsprojekte ist derzeit insbesondere die translationale Evaluation der diffusionsgewichteten Magnetresonanztomographie (DWI-MRT). Diese hat im Vergleich zu den derzeitigen Standardverfahren wie der Röntgen-Mammographie, der Ultraschalluntersuchung und der klassischen MR-Mammographie mehrere Vorteile, wie das Wegfallen von Röntgenstrahlung, Kontrastmittelgabe und unangenehmer Brustkompression.

Neben der Evaluation der diagnostischen Stärke und Zuverlässigkeit der DWI-MRT zur Charakterisierung unklarer Brustläsionen werden weitere neue MRT-Techniken i.S. des kompletten Spektrums der MR-Technologie (Chemical Shift Exchange Saturation Transfer, Suszeptibilitätssequenzen u.a.) erforscht. Darüberhinaus sind die Erforschung optimaler Kombinationen der komplementären Bildgebungsverfahren  der Brustdiagnostik (z.B. Kombination von MRT mit Ultraschall oder Röntgenmammographie) und die Entwicklung und translationale Implementierung von Qualitätssicherungsmaßnahmen (QM-Management) in den neuen Verfahren der MRT-Brustdiagnostik ein wichtiger Teil der Forschungsprojekte. Ebenfalls werden neue Analysen in der Bildnachverarbeitung durch multimodale, multiparametrische Texturanalysen im Sinne der Radiogenomics interdisziplinär erforscht.

Beispiel einer Diffusionsgewichteten Magnetresonanzmammographie (DWI-MRM) und der Kontrastmittelverstärkten MRM (CE-MRM). Links: Bildgebung der weiblichen Brust mittels Diffusionsgewichteter MR-Mammographie (DWI-MRM) mit gut abgrenzbarer auffälliger Diffusionsrestriktion (schwarzer Pfeil). Mitte: Nach Kontrastmittelgabe reichert die Läsion früh Kontrastmittel an und bestätigt somit dem Befund der DWI-MRM (weißer Pfeil). Rechts: In der T2w-Sequenz auffällige Morphologie der Läsion. Histopathologie: Invasives Mammakarzinom (IDC).
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