Kommunikation und Marketing

Krebsrisiko: Fakten statt Mythen

Telefonaktion anlässlich der 1. Nationalen Krebspräventionswoche

Nr. 40c2 | 13.09.2019

Neben dem Wissen über tatsächliche Krebsursachen kursieren in der Bevölkerung zahlreiche Gerüchte, Halbwahrheiten und Mythen – vor allem im Internet und in den sozialen Medien. Im Rahmen der 1. Nationalen Krebspräventionswoche bieten der Krebsinformationsdienst KID des Deutschen Krebsforschungszentrums und das INFONETZ KREBS der Stiftung Deutsche Krebshilfe eine gemeinsame Telefonaktion vom 10. bis 13. September 2019 an. Interessierte können sich kostenfrei zum Thema Krebsrisiken informieren: Was kann jeder tatsächlich selbst tun, um sich bestmöglich zu schützen? Der Krebsinformationsdienst ist täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr unter 0800-420 30 40 erreichbar und klärt auch über Krebs-Mythen auf: Was ist Humbug, Weltanschauung oder einfach nur Geldschneiderei?

© Krebsinformationsdienst, DKFZ

Wer im Internet nach "Krebs" sucht, findet neben seriösen Informationen auch Kurioses, Seltsames oder Erschreckendes: Selbst ernannte Experten warnen vor vermeintlichen Krebsrisiken oder erklären Krebs zur "Strafe". Manches kommt zunächst wissenschaftlich daher, entpuppt sich dann aber als Blendwerk. Besonders kritisch sind Gerüchte über Krebsursachen, die möglicherweise gezielt gestreut werden, um Angst zu schüren und daraus Profit zu schlagen. Neben Kosmetika sollen zum Beispiel zu enge BHs, Essen aus der Mikrowelle, Lebensmittelzusatzstoffe und Süßstoffe und sogar Blutergüsse krebserregend sein - alles nicht wissenschaftlich erwiesen, so die Experten. Viele Menschen halten Stress für die gefährlichste Krebsursache – was aus wissenschaftlicher Sicht so pauschal ebenfalls nicht bestätigt werden kann.

Ursachen für Krebs nicht immer bekannt
Angesichts der vielen „Fake News", die im Umlauf sind – was sind erwiesene Krebsrisiken? Auch wenn die Krebsursachen noch weiter erforscht werden müssen, können einige Risikofaktoren als gesichert angesehen werden. Dazu gehören beispielsweise Rauchen und Alkohol, mangelnde Bewegung und Übergewicht, aber auch zu viel UV-Strahlung der Sonne oder aus Solarien sowie industriell verarbeitetes Fleisch, also zum Beispiel Wurst, Geräuchertes und Gepökeltes. Wer meint, das hätte sich inzwischen herumgesprochen, der sieht sich getäuscht. Denn eine Umfrage* mit 1.327 Teilnehmern aus Großbritannien aus dem Jahr 2016 hat gezeigt, dass das Wissen über Krebsursachen in der Bevölkerung eher gering ist. Nur ungefähr jeder zweite der Befragten war in der Lage, tatsächliche Risikofaktoren zu identifizieren, und als Beispiele vorgestellte Krebs-Mythen wurden nur von einem Drittel richtig zugeordnet. Offenbar kursieren viele falsche Vorstellungen, wenn es um Ursachen für Krebs geht.

Informationsangebot für alle
„Aus Gesprächen mit verunsicherten Anruferinnen und Anrufern bei uns im Krebsinformationsdienst wissen wir, dass sich viele Krebs-Mythen bereits über Jahre hartnäckig halten", so Dr. med. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums. Auch die Einschätzung der Relationen von Risiken und das Abwägen von Nutzen und Risiko falle nicht immer leicht: Sicher zählt auch Röntgenstrahlung zu den Risikofaktoren, dennoch ist es wenig sinnvoll, aus diesem Grund etwa eine medizinisch notwendige Untersuchung abzulehnen. Rauchen beispielsweise ist hingegen mit einem deutlichen Risiko behaftet und lässt sich zudem vermeiden, ohne einen Nachteil zu erleiden. „Dagegen hilft nur Aufklärung über die Tatsachen – und das immer wieder. Rufen Sie an und machen Sie sich schlau. "Der Krebsinformationsdienst ist täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr unter 0800-420 30 40 erreichbar. „Wenn jeder die tatsächlichen Risiken kennt und weiß, wie er sich aktiv schützen kann, führt dies langfristig vielleicht zu einer Verhaltensänderung, die sich in sinkenden Krebszahlen bemerkbar macht", so Weg-Remers weiter.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum und die Stiftung Deutsche Krebshilfe haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen verstärkt auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen. Daher wird es ab sofort jedes Jahr im Herbst eine Nationale Krebspräventionswoche geben.

Zum Nachlesen

  • Präventionsfaltblatt „10 Tipps für ein gesundes Leben"
  • Krebspräventionsbroschüre „Krebs vorbeugen: Was kann ich tun?"

kostenlos bestellbar

beim Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums
unter Tel: 06221 / 42 2890, per E-Mail unter krebsinformationsdienst@dkfz.de oder im Internet unter https://www.krebsinformationsdienst.de/bestellformular.php 

und

beim INFONETZ KREBS der Stiftung Deutsche Krebshilfe
unter Tel: 0800 / 80 70 88 77 (kostenfrei Montag bis Freitag von 8 – 17 Uhr), per E-Mail: krebshilfe@infonetz-krebs.de oder im Internet unter www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/infothek 

*Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6202672/ 

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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